Elbvertiefung verzögert sich

Freitag, 24. August 2007, 19:24 Uhr

Elbvertiefung verzögert sich

Proteste 5000 Einwendungen - Zeitplan ist nicht zu halten abendblatt.de, 24. August 2007, von Axel Tiedemann

Behörde muss allen Einwendern antworten und braucht mehr Zeit, sagt Wirtschaftssenator Uldall (CDU)

Der Zeitplan für eine weitere Elbvertiefung ist ins Wanken geraten. Grund dafür sind die mehr als 5000 schriftlichen Einwendungen gegen das 330-Millionen-Euro-Projekt. Mit so vielen Bedenken hatte in den Behörden offensichtlich niemand gerechnet - sie müssen jetzt von den Planern einzeln beantwortet werden. "Es wird daher sehr schwierig, den Terminplan mit einem Baustart 2008 einhalten zu können", sagt Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU). Gleichwohl zeigte er sich gestern Abend vor dem CDU-Wirtschaftsrat optimistisch: "Die Fahrrinnenanpassung für die großen Containerschiffe wird kommen - das ist sicher." Und sie müsse auch kommen, da ein Verzicht darauf den Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen bedeuten würde, so Uldall.

Grund für seinen Optimismus seien die vielen Gespräche, die er in den vergangenen Wochen in den Gemeinden entlang der Elbe geführt habe. Uldall: "Für jedes Problem haben wir mittlerweile eine Lösung gefunden." So zum Beispiel bei der Deichsicherheit, dem möglichen "Haupthindernis" für die Elbvertiefung. Uldall: "Für mich ist klar: Ohne Gewährleistung der Deichsicherheit gibt es keine Elbvertiefung." Bedenken habe es vor allem an drei Deichabschnitten gegeben. Für alle drei Bereiche gebe es nun eine Lösung, so Uldall. So werde Hamburg auf einem etwa ein Kilometer langen Deichabschnitt an der Landesgrenze zum Landkreis Harburg die Kosten für eine zusätzliche Sicherung übernehmen. Klar sei zudem die Finanzierung zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen durch den Bund für einen neun Kilometer langen Abschnitt im Alten Land. Und für den Altenbrucher Bogen bei Otterndorf werde es voraussichtlich auch eine Finanzzusage geben.

Des Weiteren sei man auf anderen Feldern weitergekommen, so Uldall. Beispiel Umwelt: Als Ausgleich für die Elbvertiefung sollen an der Elbe 100 Hektar neue Flachwasserzonen geschaffen werden. Auch die Bedenken der Landwirtschaft im Alten Land würden ernst genommen, so Uldall. Es gibt Befürchtungen, dass sich durch die Elbvertiefung der Salzgehalt des Elbwassers verändern könne - mit gravierenden Auswirkungen auf Bewässerungs- und Beregnungssysteme. Jetzt sollen in der Elbe zusätzliche Salz-Messstationen gebaut werden. Sollte bei Flut der Salzgehalt tatsächlich ansteigen, könnten die Gräben zur Elbe hin rechtzeitig abgeschottet werden. Auch für die Elbfischerei gebe es nun eine Lösung, so Uldall. Bedenken haben vor allem Krabbenfischer: In einem Teil ihrer Fanggründe soll ausgebaggerter Elbschlick unter Wasser abgelagert werden. Damit, so die Planer, könne der starke Tidenstrom in der Elbe gedämpft werden. Die Fischer sollen jetzt zusätzliche Fanggebiete in der Elbmündung zugewiesen bekommen.

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