Elbvertiefung wird erörtert

Donnerstag, 19. März 2009, 19:43 Uhr

Elbvertiefung wird erörtert

THB - Täglicher Hafenbericht, 19. März 2009

Kurz vor Beginn der Anhörung zur geplanten Elbvertiefung an diesem Donnerstag in Hamburg hat die Hafenwirtschaft erneut die Umsetzung des umstrittenen Projekts gefordert. «Nur so können die Leistungsfähigkeit des Hamburger Hafens und sein großer Beitrag zum Klimaschutz beim Gütertransport erhalten und ausgebaut werden», erklärte der Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg, Klaus-Dieter Peters, am Mittwoch in der Hansestadt.

Betriebsräte etlicher Hafenunternehmen, darunter die HHLA, Hapag Lloyd, Eurogate und die Bugsier-Reederei, kündigten für die Anhörung eine gemeinsame Erklärung «Hafen, Arbeitsplätze und die Umwelt schützen!» an. Protest kam dagegen von den Linken.

Die Elbe wurde bereits sechsmal den Anforderungen der Schifffahrt angepasst, zuletzt 1999. Diesmal will Hamburg den Fluss so ausbaggern, dass auf ihm Schiffe mit einem Tiefgang von 13,5 Metern unabhängig von Ebbe und Flut fahren können. Tideabhängig soll die Elbe für Schiffe mit einem Tiefgang von maximal 14,5 Metern passierbar gemacht werden. Neben Umweltverbänden hat sich bislang vor allem das Land Niedersachsen aus Angst um die Sicherheit seiner Deiche gegen das 380-Millionen-Euro-Projekt ausgesprochen. Insgesamt liegen in dem Planfeststellungsverfahren nach Angaben des Projektbüros rund 7200 Einwände gegen die Elbvertiefung vor. Sie sollen in mehreren Terminen in den Gemeinden entlang des Flusses erörtert werden. Den Auftakt macht Hamburg.

Kritik kam erneut von den Linken. «Der ursprünglich vom Senat erhoffte Zuwachs beim Container-Umschlag erweist sich angesichts der Wirtschaftskrise als Luftnummer - im Gegenteil, die Zahlen brechen ein», erklärte die Fraktionsvorsitzende Dora Heyenn. Trotz grüner Regierungsbeteiligung bleibe es damit bei der üblichen Senatspolitik. «Ein wirtschaftlich völlig fragwürdiges Großprojekt wird durchgeführt ohne Rücksicht auf unumkehrbare ökologische Schäden.» Zuletzt hatte auch die Umweltstiftung WWF Zweifel an der Bedeutung der Elbvertiefung für die Arbeitsplätze in Hamburg angemeldet. Sie verwies dabei auf eine von ihr in Auftrag gegebene Studie des Berliner Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW).

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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