Erlebnis Elbe: Picknick, Abenteuer und Arbeit im Reich der Biber

Mittwoch, 08. Juli 2009, 07:19 Uhr

Erlebnis Elbe: Picknick, Abenteuer und Arbeit im Reich der Biber

Volksstimme startet neue Serie : Das Leben am Fluss / Die Stadtstrecke der Elbe in Bildern und Geschichten

Volksstimme.de, 08.07.2009, Von Matthias Fricke

Immer mehr Magdeburger entdecken " ihre " Elbe neu, ob es beim Picknick am Ufer, beim Angeln oder Kanufahren ist. Die über 15 Kilometer Stadtstrecke sind nicht nur Heimat der Biber und Fischreiher – sondern auch Arbeitsstätte von Menschen, die am und auf dem Fluss tätig sind. Die Volksstimme stellt in den nächsten Wochen in einer Serie das Leben am und auf dem Fluss vor. Begleitet werden soll die Serie mit Bildern aus der Sicht der Leser. Sie sind aufgerufen, die Elbe aus Ihrer Perspektive zu zeigen.

Magdeburg. Die Magdeburger Stadtstrecke der Elbe ist etwa 15 Kilometer lang. Sie fließt " talwärts ", wie die Elbeschiffer es nennen, von der Gartensparte Im Siek in Westerhüsen am Kilo meter 318 bis zur Einfahrt zum Rothenseer Verbindungskanal ( Kilometer 333 ). Zeitweise entwickelt die Strömung ein Tempo zwischen ein und drei Meter pro Sekunde, je nach Wasserstand. Genaues können selbst Experten nicht sagen, denn in der Elbe ist doppeldeutig alles im Fluss. Binnenschiffer wissen zum Beispiel : Dort, wo gestern noch eine Untiefe ( also ein Berg unter Wasser ) war, kann morgen schon ein großes Loch sein. Der Leiter Friedrich Koop vom Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg erklärt es so : " Die Elbe kann man immer nur in einer Augenblicksaufnahme betrachten. " Seine Kollegen vom Messschiff " Domfelsen " untersuchen deshalb regelmäßig mit einem Peilgerät den Untergrund, um die Fahrrinne rechtzeitig von entstandenen Sandbänken zu befreien.

Schiffsverkehr nimmt zu

Pro Jahr transportiert die Elbe 150 000 Tonnen Geschiebe ( Sand und Kies ) durch die Stadtstrecke. Ein Teil bleibt häufg auch zwischen den rund 190 Buhnenköpfen zwischen Westerhüsen und dem Wasserstraßenkreuz hängen.

" Aus diesem Grund müssen ständig Wartungsarbeiten am Strom stattfnden, um auch den Durchfuss zu gewährleisten ", erklärt Friedrich Koop. Ein Beispiel : Oberhalb der Saalemündung gibt es eine Strecke, in der die Elbe permanent Geschiebe abträgt und wegspült. Da dadurch sich die Gewässersohle erheblich zum Nachteil für Ökologie und Umwelt vertieft, reagieren die " Strombauer " darauf. Unterhalb von Torgau werden zum Beispiel aus diesem Grund jährlich etwa 100 000 Tonnen Geschiebe in die Elbe gekippt, so dass es an der Saalemündung nicht zu den Abtragungen kommt.

Auf der Stadtstrecke von Magdeburg tritt ein ganz anderes Problem auf. Hier sorgt der Domfelsen für ein stabiles Flussbett. Für die Schifffahrt zu stabil, da das Flachwasser hohe Strömungsgeschwindigkeiten mit sich bringt und auch die Fahrrinne an dieser Stelle auf 35 Meter einengt.

Aus diesem Grund wird in Magdeburg der Schiffsverkehr zwischen der Einfahrt Winterhafen ( gegenüber Petriförder ) und oberhalb des Klosterbergegartens per Ampel geregelt. Im Wasserstraßenneubau sitzt der sogenannte " Wahrschauer ", den die Volksstimme ebenfalls im Rahmen dieser Serie noch näher vorstellen wird, und regelt im Zweischichtsystem den Verkehr. Denn am Domfelsen können sich keine großen Schiffe begegnen. Sie würden nicht gefahrlos aneinander vorbeipassen. " Das regelt der Wahrschauer. Wenn dieser nicht besetzt ist, sprechen sich die Schiffer per Funk miteinander ab ", erklärt Friedrich Koop.

Immerhin : Im vergangenen Jahr passierten 10 914 Güter- und Personenschiffe und auch Sportboote die Stadtstrecke der Elbe. Dass die Elbe immer häufger auch als " Freizeit-Revier " von Hobby-Kapitänen genutzt wird, zeigt auch, dass allein die Hälfte der Schifffahrt der Sportbootverkehr ausmacht. Entgegen dem Bundes trend, so Friedrich Koop vom Wasser- und Schifffahrtsamt, nimmt die Schifffahrt auf der Elbe sogar leicht zu. So hatte das Amt in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 4700 Boote auf der Stadtstrecke registriert. Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres waren es 4500 " Schiffsbewegungen ". Aber nicht nur auf dem Wasser herrscht rege Betriebsamkeit.

Elbe ist auch Angelrevier

Die Angler der Stadt wissen den Fluss zu schätzen. Von ursprünglich 41 historisch belegten Fischarten sind inzwischen 35 in der mittleren Elbe wieder heimisch. Außerdem haben die regelmäßig vom Magdeburger Anglerverein entnommenen Fisch-Proben im vergangenen Jahr erstmals keine Belastungen mehr aufgewiesen.

URL: www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/magdeburg/magdeburg/

 

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