Flussschützer misstrauisch: Fräse knabbert am Domfelsen

Sonntag, 18. Juni 2006, 13:30 Uhr

Flussschützer misstrauisch: Fräse knabbert am Domfelsen

Gerüchte um Unterhaltung oder Ausbau der Magdeburger Elbe-Stadtstrecke volksstimme.digital 18. Juni 2006

Flussschützer misstrauisch: Fräse knabbert am Domfelsen

Von Peter Ließmann

Baggerschiffe auf der Elbe im Bereich des Domfelsens. Da lange über ein Abfräsen des Felsens diskutiert wurde, ein Alarmzeichen für die Fluss-Schützer von " Pro Elbe ". Ganz normale Unterhaltungsarbeiten, sagt das Magdeburger Wasser- und Schifffahrtsamt.

Magdeburg. Die Bürgerinitiative " Pro Elbe Magdeburg " hat ihre Elbandachten wieder aufgenommen. Der Grund : Es wird befürchtet, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt den Domfelsen nun doch abfräsen lässt – und das in aller Heimlichkeit. Auf ihrer Internetseite www. domfelsen. de zeigt die Bürgerinitiative Bilder von einem Schwimmbagger vor dem Domfelsen. Auf einem der Fotos ist eine Art Fräse an einem Baggerausleger zu erkennen. Für die Umweltschützer ein Hinweis darauf, dass möglicherweise vom Felsen Gesteinsmasse abgefräst wird. Dass das Baggerschiff " Hohenwarte " für Aufräumungsarbeiten am Flussbett im Einsatz sei, wird bezweifelt. " Die Fluss-Schützer finden es merkwürdig, dass diese Arbeiten ausgerechnet am Domfelsen stattfinden, wo Ablagerungen und Anlandungen von Sand und Kies auf Grund der relativ starken Strömung äußerst unwahrscheinlich sind ", heißt es von Pro Elbe und BUND in einer Erklärung.

Gerade am Domfelsen gebe es erhebliche " Fehltiefen " durch Ablagerungen der verschiedensten Art, erklärte Hubert Stratmann vom Magdeburger Wasser- und Schifffahrtsamt auf Volksstimme-Nachfrage. Unregelmäßige Felsrippen verlaufen vom Domfelsen quer zur Fließrichtung in die Fahrrinne. Und zwischen diesen Felsrippen sammelten sich Ablagerungen, von Schiffen nach Grundkontakt abgefahrene Felsbrocken und sogar Anker, Ketten und Metallträger. Diese Ablagerungen müssten regelmäßig beseitigt werden. In früheren Jahren wurde dazu ein rund 100 Jahre alter Taucherschacht verwendet. Dieser musste allerdings außer Dienst gestellt werden. Danach habe man mit verschiedenen Geräten versucht, die Felsrippen reinigen zu lassen. Ohne Erfolg. Zurzeit werde ein Fräskopf verwendet, der an einem Baggerausleger befestigt sei und mit rund 60 Umdrehungen pro Minute arbeite. Damit konnten jetzt die problematischen Ablagerungen gelöst werden. Die geringe Leistungsfähigkeit des eingesetzten Gerätes sei allerdings für eine Abtragung des harten Magdeburger Domfelsens ungeeignet, erklärte Hubert Stratmann. Da sich das Gerät bewährt habe, werde es zukünftig in regelmäßigen Abständen am Domfelsen eingesetzt.

Das passiere im Rahmen der normalen Unterhaltungsbaggerungen, mit denen so genannte Fehltiefen beseitigt und die Fahrrinne 35 Meter breit und 1, 60 Meter tief gehalten werde. Diese Arbeiten dauerten im Bereich der Magdeburger Elbe-Stadtstrecke in diesem Frühjahr deutlich länger, da wegen des jüngsten Hochwassers Pausen eingelegt werden mussten.

 

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