Frage zur Fahrrinnentiefe des Schleusenkanals

Mittwoch, 25. August 2004, 11:01 Uhr

Frage zur Fahrrinnentiefe des Schleusenkanals

Antwort des WSA Magdeburg

Warum wird der Schleusenkanal Tornitz mit einer Fahrrinnentiefe von 3 m projektiert?

Bei den Tiefenangaben in der Schifffahrt ist grundsätzlich zwischen Fahrrinnen- bzw. Wassertiefe der Flüsse oder Kanäle und der Abladetiefe der Schiffe zu unterscheiden. Die mögliche Abladetiefe wird ermittelt, indem von der Fahrrinnentiefe ein definierter Sicherheitsabstand zur Sohle abgezogen wird.

Die durch Regelung des Betriebswasserstandes nahezu konstante Wassertiefe in Kanälen kann nicht mit den stark schwankenden Wasserständen in Flüssen und den damit verbundenen unterschiedlichen Wassertiefen vom Niedrig- bis zum Hochwasser verglichen werden.

Nach den Richtlinien für Regelquerschnitte von Schifffahrtskanälen sollte der Gewässerquerschnitt mindestens 7x größer sein als der getauchte Querschnitt eines Schiffes (sog. n-Verhältnis), um in den Kanälen Schäden an der Sohle und den Böschungen durch den Schraubenstrahl der Schiffe zu vermeiden. In den großen und wesentlich breiteren Flüssen bzw. Strömen wird diese Bedingung erfüllt, meist weit überschritten. Für die künstlichen Kanäle muss für die geringere Breite ein Ausgleich in der Tiefe erfolgen, da sonst der Flächenverbrauch beim Bau erheblich wäre. Deshalb sind in Kanälen nach den o.a. und verbindlichen Ausbaurichtlinien 4,0 m Fahrrinnentiefe vorgeschrieben, um die Fahrdynamik der Schiffe zu gewährleisten.

Die geplante Fahrrinnentiefe von 3,0 m im Schleusenkanal Tornitz ist ein Kompromiss, da der Kanal aufgrund seiner Kürze in Abweichung von den Regelwerken nur einschiffig ausgelegt wird (kein Begegnungsverkehr). Ein weiterer Grund ist die Beeinflussung der Wasserstände im Kanal durch die Saale, die sonst in den Kanälen so nicht vorhanden ist. Mit steigenden Wasserständen der Saale erhöhen sich auch die Wasserstände im Schleusenkanal. Hierbei ist anzumerken, dass in der Saale kein Wehr zur Regulierung des Wasserstandes vorgesehen ist.

Mit dem Bau des Schleusenkanals Tornitz werden die Zeiten ausgeschlossen, in denen aufgrund von Niedrigwasser in der Saale zwischen Calbe und Mündung (Strecke 2) Schifffahrt nicht möglich ist, während auf der Elbe noch gefahren werden kann.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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