Frische Brise weht am Elbufer

Donnerstag, 03. September 2009, 22:54 Uhr

Frische Brise weht am Elbufer

Auch Industriehafen holt Güter von der Straße zurück aufs Schiff

mz-web.de, 28.08.09, VON SILVIA BÜRKMANN

ROSSLAU/MZ. Ein erfrischendes Lüftchen bläht unten am Elbufer die Zeltplanen der "Schifferklause". Hans-Georg Strauß reckt die Nase in den Wind. "Naja, Windstärke 3, in Böen wohl schon die 4." Wer sonst kann das wissen, wenn nicht der Vorsitzende des Roßlauer Schiffervereins, der von der Pike auf gelernte Bootsmann? So also findet das 18. Roßlauer Schifferfest nach dem Hochsommer am Eröffnungstag jetzt eine neue Kulisse mit der "mäßigen Brise". Wie der Seemann sagen würde bei Windgeschwindigkeiten von elf bis 15 Knoten pro Sekunde. Oder die Landratte übersetzen würde mit 20 bis 28 km / h.

Am "Hafenstammtisch" findet sich eine illustre Runde ein. Zum zwanglosen Schwatz. Oder besser Schnack? Eingeladen vom Geschäftsführer der Industriehafen Roßlau GmbH, spitzen die Besucher die Ohren, wenn über aktuellen Entwicklungen und zukünftige Aufgaben im Hafen Roßlau gesprochen wird. Das Jahr 2009 - es läuft bisher unter guten Umständen, "Für Elbe-Verhältnisse geradezu ideal", meint Hafen-Chef Gunto Mörer und erntet lebhaftes Kopfnicken vom Gegenüber. Klaus Kautz, der Amtsleiter vom Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden, hat die Wasserstraße Elbe von der tschechischen Staatsgrenze bis zur Saalemündung unter seiner Verantwortung, findet die Bedingungen geradezu untypisch gut: "Die Schiffer können Volllast fahren." Und sie fahren, wie der Hafen-Geschäftsführer zu belegen weiß: Zwar hat sich die Anzahl der Transporte infolge der globalen Krise im Gesamtmaßstab, quasi im Weltmaßstab verringert, "aber wir haben die Transporte in merklicher Weise von der Straße zurück aufs Schiff geholt." So meldet der vom Hafenverbund Sächsische Binnenschifffahrt Oberelbe (SBO) unterhaltene Binnenschiffsliniendienst "ETS Elbe" einen Paradigmenwechsel: Statt wie noch im Vorjahr 23 Prozent des Güterumschlags sind nunmehr 68 Prozent "zurück geholt worden aufs Schiff".

Ehe die Schiffe beladen werden, rollen die Güter auf der Straße oder Schiene in den Industriehafen. In Summe zwei Ganzzüge pro Woche - bis zu 600 Meter lang - hat Matthias Made vom Hafen-Vertrieb zu betreuen. Die Hafengleise ein Nebenanschluss. Den Hauptanschluss ans Netz der Deutschen Bahn hat das DHW Rodleben in seiner Hoheit. Also sind auch Norbert Mingo vom DHW und Sycrola Vorreier als stellvertretende Eisenbahnbetriebsleiterin an der Entwicklung der Partner im Industriehafen interessiert.

Und hier haben die SBO und Gunto Mörer noch zeitnah einen großen Plan in der Schublade: Der Hafenkran "Fritz", inzwischen bestens bekannt und nachgefragt für Umschlagsleistungen über Kai, soll in einer zweiten Investitionsstufe die gesamte Kailänge befahren können. Dann soll "Fritz" über 230 Meter drei im Hafenbecken festliegende Schiffe gleichzeitig beladen oder löschen können. Das spart Kosten und Zeit für die Kunden. Und den Hafenbetrieb. Zuvor aber muss die SBO noch mal kräftig Geld in die Hand nehmen: 1,2 Millionen, sagt der Geschäftsführer. Die Anträge für Zuschüsse aus dem Konjunkturpaket II sind geschrieben. Ziel: Das Vorhaben noch in diesem Jahr starten.

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