Gemeinsame Erklärung

Mittwoch, 25. April 2007, 02:38 Uhr

Gemeinsame Erklärung

des Bundesverbands der Deutschen Binnenschiffahrt e.V., des Bundesverbandes Öffentlicher Binnenhäfen e.V., der European River-Sea-Transport Union e.V., des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V., des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt e.V. und des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes e.V.

ZUR ZUKÜNFTIGEN ELBE-SCHIFFFAHRTSPOLITIK

Die Elbe ist eine leistungsfähige europäische Binnenwasserstraße, deren Potenzial für die Abwicklung von Transporten bislang noch unzureichend genutzt wird. Angesichts des dynamisch wachsenden Verkehrsaufkommens insbesondere in den deutschen Seehäfen sowie der Lagegunst der Elbe als Verbindungsglied zu den Märkten in Mittel- und Osteuropa ist es unverzichtbar, die Elbe stärker als in der Vergangenheit in Logistikketten einzubeziehen.

Die Globalisierung ist mit einem dynamischen Wachstum insbesondere der internationalen Containerverkehre verbunden, von dem die deutschen Seehäfen und insbesondere der Hamburger Hafen nachhaltig profitieren konnten. Aufgrund der günstigen geostrategischen Lage zwischen den Wachstumsmärkten in Fernost (Asien und Indien) und Mittel- und Osteuropa (Ostseeanrainer, Polen, Tschechien, Russische Föderation, usw.) konnte der Hamburger Hafen seine Rolle als „die“ (nord-)europäische Logistikdrehscheibe weiter ausbauen: In den letzten sechs Jahren betrug das durchschnittliche jährliche Wachstum des Hamburger Hafens im Containerverkehr 13,4 Prozent, womit der Umschlag in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt wurde. Seriöse Prognosen gehen von einer erneuten Verdoppelung in diesem Segment bis zum Jahr 2015 (18,1 Mio. Standardcontainer) aus.

Die Transport- und Logistikbranche erwirtschaftet eine hohe Wertschöpfung und sichert durch die weiter zunehmende internationale Arbeitsteilung zukunftssichere Beschäftigungsmöglichkeiten. Ihr Erfolg basiert jedoch auf einer leistungsfähigen Infrastruktur. Um die positive Entwicklung der letzten Jahre fortzuschreiben und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen, ist es dringend erforderlich, dass die Verkehrswege modernisiert und anforderungsgerecht ausgebaut werden. Davon profitiert nicht nur die Transport- und Logistikbranche, sondern auch die exportabhängige Industrie, die auf den günstigen Zugang zu den Häfen – den Schnittstellen zu den internationalen Märkten – angewiesen ist.

Die sich aus dem dynamischen Wachstum des Containerverkehrs ergebenden Chancen für Wirtschaft und Arbeit können nur genutzt werden, wenn im Hinterlandverkehr, dem zentralen „Bottleneck“ der seegestützten Transportkette, alle verfügbaren Kapazitäten genutzt werden. Dies betrifft nicht nur Straße und Schiene, sondern im besonderen Maße auch die Wasserstraße Elbe.

Vor diesem Hintergrund

  • begrüßen und unterstützen wir den Beschluss der Bundesregierung, bis zum Jahr 2010 an 345 Tagen im Jahr eine durchgängige Fahrrinnentiefe von 1,60 m zwischen Hamburg und Dresden vorzuhalten,
  • sollte die Bundesregierung insbesondere dafür Sorge tragen, dass die umfangreichen öffentlichen und privaten Investitionen in die Elbe-Häfen nicht entwertet und Arbeitsplätze im Elbstromgebiet damit leichtfertig vernichtet werden,
  • sind wir der Auffassung, dass eine im Vergleich zu Ihrem Potenzial nahezu ungenutzte Verkehrsader in Richtung Tschechien ein Luxus ist, den wir uns angesichts des Verkehrswachstums nicht mehr leisten können,
  • sichern wir der Bundesregierung für die weitere Entwicklung der Wasserstraße Elbe zur Bewältigung des steigenden Güterverkehrsaufkommens auch nach dem Jahr 2010 unsere aktive Unterstützung zu.

Hamburg, im April 2007

Dateien:
2007-04_Erklaerung_Elbe.pdf87 K

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