Gespräche zum Raumordnungsverfahren

Dienstag, 29. Juni 2004, 11:32 Uhr

Gespräche zum Raumordnungsverfahren

Beratung in Tornitz

Zu einer hochkarätigen, vertraulich-informativen Gesprächsrunde über den geplanten Saaleausbau, hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Hartmut Büttner nach Tornitz an die Saale eingeladen. Verantwortliche CDU- und FDP-Politiker aus Bund und Land trafen sich mit Vertretern der Kommunalpolitik aus dem Elbe-Saale Winkel und örtlichen Repräsentanten von Wirtschaft und Landwirtschaft. Hartmut Büttner war das Kunststück gelungen, sowohl den verkehrspolitischen Sprecher Dirk Fischer (Hamburg), als auch den umweltpolitischen Sprecher Dr. Peter Paziorek (Nordhein-Westfalen) der CDU/CSU- Bundestagsfraktion in das kleine Saaledorf zu holen.

Außerdem war mit Ulrich Petzold auch der Stellvertretende Vorsitzende des Umweltausschusses des Deutschen Bundestages dabei. Die Landtagsfraktionen waren mit ihren verkehrspolitischen Sprechern Helmut Qual (FDP) und André Schröder (CDU) und dem örtlichen Abgeordneten Gunnar Schellenberger (CDU) vertreten. Die Tornitzer Bürgermeisterin Regina Grube und Verwaltungsleiterin Ines Schlegelmilch stellten zunächst zahlreiche Befürchtungen dar, die sich aus Sicht der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Saale-Winkel bei einer Kanallösung ergeben würden. Die Hauptsorge betrifft die ungünstigen Dränge- und Grundwasserverhältnisse an der Saale, die durch die enge Wechselwirkung zwischen Saale- und Elbehochwasser entstehen. Weder die Hochwasserschutzkonzeption des Bundes noch des Landes weisen auf die Besonderheit im Mündungsbereich hin. Beispielhaft wurden Überflutungen durch das Winterhochwasser genannt. Hundertausende von Kubikmetern Wasser mussten für viel Geld abgepumpt werden. Auf große Bedenken stieß auch die künftige faktische "Insellage" von Tornitz-Werkleitz. Beklagt wurde weiterhin die unzureichende Information der örtlichen Kommunalpolitiker durch Bund und Land.

Manfred Sprinzek, Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) stellte gegenüber den Gesprächsteilnehmern besonders die Notwendigkeit der Ausbaumaßnahme für zahlreiche Betriebe an der Saale heraus. Die Wirtschaftlichkeit des Saaleausbaus sei mit einem Faktor von 2,34 eindeutig gegeben. Eine aktualisierte Befragung von Wirtschaftsbetrieben ergibt eine sofortige Verlagerung von 2,5 Millionen Tonnen Waren und Gütern pro Jahr auf den Wasserweg Saale, wenn die Bedingungen einer ganzjährig wirtschaftlichen Nutzung der Saale möglich seien. Laut Manfred Sprinzek werden für das Jahr 2010 sogar 4 Millionen Tonnen prognostiziert. Die anwesenden CDU- und FDP-Politiker versprachen die örtlichen Bedenken aufzunehmen. Sofort soll die Informationspolitik gegenüber den örtlichen Gemeinden verbessert werden. In das Zentrum der jetzt anstehenden Genehmigungsverfahren soll die Drängwasserproblematik gerückt werden. Gemeinsam wollen alle Teilnehmer dafür arbeiten, dass künftig eine weitere Brücke über die Saale gebaut werden kann. Dies nahmen vor allem Rosenburgs Bürgermeister Hagen Meiling und EL-SA-TA-L Verwaltungschef Dietrich Heyer mit besonderer Zustimmung zur Kenntnis. Fazit von Hartmut Büttner:

"Es ist gut, dass wir einmal mit hochkarätigen Umwelt- und Verkehrspolitikern die örtlichen Sorgen beraten und in die Genehmigungsverfahren einbringen können."

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)