Gigantische Zuwachsraten in den deutschen Seehäfen

Samstag, 22. März 2008, 18:04 Uhr

Gigantische Zuwachsraten in den deutschen Seehäfen

Forderungen an die Wasserwege in Mitteldeutschland

von Rolf Lack, stellv. Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes

Mitteilungen der Industrie- und Handelskammer Magdeburg 3/2008

Um die richtige Menge in der richtigen Qualität am richtigen Ort zu den richtigen Kosten zu liefern, ist das räumliche Zusammenwirken über die leistungsfähigen Transportwege eine wichtige Voraussetzung. In diesem Jahr werden in Hamburg 10 Mio. Container umgeschlagen, im Jahr 2015 wird sich die Menge verdoppelt haben. „Wir wollen, dass diese Mengen abtransportiert werden“ sagt Rolf Lack vom Verein zur Förderung des Elbstromgebietes. „Diese Zuwächse können nicht von einem Verkehrsträger allein bewältigt werden. Es ist eine Verschwendung, die Elbe mit ihren Nebenflüssen, insbesondere die Saale, links liegen zu lassen.“ Die Binnenschifffahrt transportiert die unterschiedlichsten Güter. Die Container werden zukünftig das Bild auf den Wasserstrassen prägen.
Die Elbe ist von der tschechischen Grenze bis nach Lauenburg in numerische Abschnitte von 1 -9 eingeteilt. Bis in das Jahr 2010 wird die Elbe laut Bundesverkehrsministerium in den Zustand gebracht, dass die Wassertiefe von 1,60m und mehr an mindestens  345 Tagen im Jahr in den Elbestrecken 2 – 9 (Dresden-Lauenburg) gewährleistet  ist. In der E1(Schöna-Dresden)  wird nur eine Tiefe von 1,50m hergestellt. Weitere Maßnahmen an den Wasserstrassen im mitteldeutschen Raum in diesem Zeitraum sind das Raumordnungsverfahren für den Saale-Seiten-Kanal bei Tornitz (der Antrag liegt dem Landes-verwaltungsamt vor), der Bau der Hafenschleuse im Rothenseer-verbindungskanal bei Magdeburg, Grundinstandsetzungsarbeiten am Schiffshebewerk Lüneburg am Elbe Seiten Kanal, die Fertigstellung der Schleuse Sülfeld am Mittellandkanal sowie Brückenneubauten bzw. –anhebungen am Mittellandkanal und am  Elbe Havel Kanal, um den zweilagigen Containerverkehr mit dem Schiff zu ermöglichen.  Die Fertigstellung aller Maßnahmen wird in den Jahren 2009 bis 2015 erfolgen. Bezogen auf das Wirtschaftswachstum greifen diese Maßnahmen alle sehr spät für einen effizienten Gütertransport mit dem Binnenschiff auf den mittel- und ostdeutschen Wasserstrassen.
Der Verein zur Förderung des Elbstromgebietes fordert darüber hinaus, dass die Übernahme von Containern auf Binnenschiffe in den Seehäfen optimiert, die Elbestrecke E1 den Verhältnissen der übrigen Elbestrecken auf 1,60m angepasst, der Elbe Lübeck Kanal nicht vergessen und geprüft wird, ob die 3 Planfeststellungsverfahren für die begrenzte Streichlinienanpassung in den Strecken bei Dömitz und Coswig, sowie die Querschnittsaufweitung in der Stadtstrecke Magdeburg zur Verringerung der Fließgeschwindigkeit wieder eröffnet werden sollten (s. Kasten).

In den letzten Jahrhunderten ist durch den Hochwasserschutz und den daraus erwachsenden Schifffahrtsweg eine Kulturlandschaft entstanden, die nicht mehr in den Ursprungszustand zurück zu versetzen ist. 
Das öffentliche Interesse an einem zuverlässigen und unterhaltungsarmen Schifffahrtsweg ist größer als die vermeintliche Unverträglichkeit einer Streichlinienanpassung in dieser  Kultur-landschaft“, gibt Rolf Lack zu bedenken. Es ist dringend geboten die drei Ausbaumaßnahmen wieder aufzugreifen. Überprüfungen durch die Bundesanstalt für Wasserbau haben ergeben, dass sowohl die Unterhaltungsarbeiten als auch die Neubaumaßnahmen keinen Einfluss auf etwaige Hochwasser haben werden.

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