Gründung des Fördervereins Technische Denkmale in Sachsen-Anhalt

Donnerstag, 27. April 2006, 14:31 Uhr

Gründung des Fördervereins Technische Denkmale in Sachsen-Anhalt

Ziel: Förderung des Erhalts, der Nutzung technischer Denkmale

Der am 24. April 2006 im Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer Magdeburg gegründete Verein wird sich für die Förderung des Erhalts beziehungsweise der Nutzung technischer Denkmale sowie der damit verbundenen Öffentlichkeitsarbeit einsetzen.

Der Verein hat seinen Sitz in der Landeshauptstadt Magdeburg. Herr Reiner Riegg wurde als 2. Vorsitzender des Vorstandes gewählt und bis zur Wahl eines Kandidaten für das Präsidentenamt vorerst mit der Geschäftsführung des Vereins beauftragt. 

Anlässlich der Vereinsgründung wurde bekannt, dass zwischenzeitlich 30.800 Unterschriften zum Abwenden des von der Bundesregierung geplanten Stilllegens des Schiffshebewerkes Magdeburg-Rothensee vorliegen.

Die „Projektgruppe Schiffshebewerk der Landeshauptstadt Magdeburg“ rechnet bis zum „Aktionstag Schiffshebewerk“ am 27. Mai 2006 im Einkaufszentrum City-Karree in der Kantstraße Magdeburg mit mindestens 40.000 Unterschriften. 

Vorgesehen ist die Übergabe des Ergebnisses der Unterschriftenaktion an das Bundeskanzleramt und die zuständigen Ausschüsse des Deutschen Bundestages. Darüber hinaus werden ein Forderungskatalog und Untersuchungsinhalte der Fachhochschule Gelsenkirchen mit der Zielstellung Erhaltung der Betriebsfähigkeit des Schiffshebewerkes Magdeburg-Rothensee ausgehändigt.

 

 

Lesen Sie auch in der Volksstimme Magdeburg vom 26.04.2006:


50 Gründungsmitglieder hoben Fördergesellschaft für technische Denkmale in Sachsen-Anhalt aus der Taufe

Neuer Verein unterstützt Kampf um Erhalt des Schiffshebewerkes

Der Protest gegen die Schließung des Schiffshebewerkes hat seit Montag eine " eigene " Organisation. In den Räumen der Industrie- und Handelskammer am Alten Markt gründete sich der Förderverein Technische Denkmale Sachsen-Anhalt, der sich um Denkmäler wie das Schiffshebewerk kümmern will. Allerdings : Noch wird ein Vorsitzender gesucht. Altstadt. Die Wellen der Empörung schlagen hoch. Seit vor Jahresfrist die Volksstimme erstmals über das drohende Aus für das Schiffshebewerk berichtete, protestiert eine ganze Region gegen die Stilllegung des Stahlkolosses von Rothensee. Mittlerweile setzten mehr als 30 000 Bürger ihre Unterschrift auf eine Liste, die den Erhalt des technischen Denkmals fordert. Eine der größten Unterschriftenaktionen in der Geschichte der Stadt wurde damit ins Leben gerufen – bisher noch ohne durchschlagenden Erfolg. Der Bund als Betreiber und Eigentümer des Hebewerkes sicherte lediglich eine Prüfung des Weiterbetriebes zu. Mehr nicht. Aber der Druck wird zunehmend größer.

Jetzt hat sich die Protestbewegung eine quasi eigene Organisation gegeben. Rund 50 Freunde des Schiffshebewerkes und anderer technischer Denkmäler aus Sachsen-Anhalt kamen in die Räume der IHK am Alten Markt, um einen Unterstützerverein, u. a. für das Schiffshebewerk, aus der Taufe zu heben. Das gelang – allerdings mit einem Schönheitsfehler. Die Gründungsversammlung berief zwar einen Vorstand, noch aber fehlt ein Vorsitzender. Ein Kandidat, der ursprünglich seine Bereitschaft für den Vorsitz signalisiert hatte, zog diese kurz vor der Gründungsversammlung zurück. Die Doppelbelastung aus Beruf – er ist Professor – und dem Ehrenamt im Förderverein habe er als Begründung angegeben, sagte gestern Heinz Karl Prottengeier.

Prottengeier war als Initiator des neuen Vereins aufgetreten und hatte im Hintergrund die Fäden für die Vereinsgründung gezogen. " Wir sind trotzdem eine schlagkräftige Truppe, auch wenn für den Vorsitz noch einmal Nachwahlen notwendig sind ", sagte Prottengeier. Der künftig landesweit tätige Verein müsse nun noch einige formelle Schritte gehen. Er werde – juristisch gesehen – zum Jahresende geschäftsfähig und damit auch förderwürdig sein. Eine Voraussetzung, um beispielsweise avisierte Zuwendungen aus dem Landeshaushalt zu erhalten. Bis dahin werde bei Bedarf der Architekten- und Ingenieursverein in die Bresche springen.

Der Förderverein Technische Denkmale will sich um Denkmale in ganz Sachsen-Anhalt kümmern. Dazu zählen u. a. auch der Wasserturm Halberstadt oder ein alter Havelkanal bei Niegripp, sagte Reiner Riegg, zweiter Vorsitzender des neuen Vereins. Vorerst ist aber das Hebewerk und sein Erhalt das Hauptkampfziel.

Nächstes Projekt ist ein Gutachten, das ein Uniprofessor aus Gelsenkirchen erstellt. Er untersucht die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Bundesrechnungshofes zum Weiterbetrieb des Schiffshebewerkes und will nachweisen, dass " die Berechnung des Bundesrechnungshofes dem Problem Schiffshebewerk nicht ausreichend gerecht wurde ", formuliert Prottengeier diplomatisch. Übersetzt heißt das : Es soll nachgewiesen werden, dass ein Weiterbetrieb finanziell auch dem Bund zuzumuten ist – mit Unterstützung aus privater Hand. " Das Gutachten soll für uns dann eine Art Leitfaden für die geplanten Gespräche mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt des Bundes sein ", sagt Prottengeier. Bisherige Rechenmodelle gehen davon aus, dass rund 220 000 Euro pro Jahr notwendig sind, um das Hebewerk weiter zu betreiben. Prottengeier könnte sich da ein PPP-Modell (Privat-Public-Partnership ) vorstellen - also eine Art öffentlich-privates Gemeinschaftsprojekt. Bis dahin ist aber noch ein weiter Weg, auf den man sich allerdings schnell begeben muss

Nach derzeitigem Stand hebt und senkt die Rothenseer Wanne im Juni zum letzten Mal Schiffe zwischen Mittellandkanal und der Elbe.


(Quelle: volksstimme.de 26.04.06, zum Originalbeitrag)

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)