Gütertransport auf der Saale bis Leipzig

Freitag, 18. April 2008, 09:48 Uhr

Gütertransport auf der Saale bis Leipzig

Leserbrief von Ehrhard Zorn

Wir kennen noch aus den 30- Jahren und bis 1945 die aktive Zeit der Schiffsgütertransporte auf der Saale. Seit 1936 gab es sogar den konkreten Plan der Verlängerung der Wassertransporte über den Saale – Elster – Kanal bis Leipzig – Lindenau.

Leider wurde das Vorhaben durch Krieg und Nachkriegszeit nicht vollendet (ca. 6 km sollen noch fehlen). In Leipzig ist der Hafen mit Silos und Anlegestellen fertig, und auch der Hafen Halle – Trotha hat die notwendige Kapazität.

Das Ziel bestand darin, Massengüter oder Schwertransporte von Leipzig über Halle nach Hamburg, Duisburg, Rotterdam, Berlin, Dresden und Prag permanent durchzuführen!

Wir haben als Anwohner der Saalestadt den Massengütertransport täglich gesehen. Ich durfte als Kind und Jugendlicher 3 x in den Ferien auf dem Dampfer „Merseburg“(ab 1938 Motorschiff), von Halle nach Hamburg und zurück mitfahren. Das war vor 60 Jahren!

Was nun ?

Mit der deutschen Teilung war erst einmal Schluss mit Plänen. Wenn man nun wenigstens nach der Wiedervereinigung bei der Regierung in Magdeburg so um den Schiffsverkehr auf der Saale gekämpft hätte wie um das Wasserstraßenkreuz, Mittelland Kanal – Elbe wäre es vorangegangen.

Allerdings haben die Städte Halle und Leipzig auch zu wenig getan, um die Saale wieder voll nutzen zu können.

Dass die Saale auch ohne generelle Umbauten und Begradigungen beim gutem Wasserstand für Schwerlasttransporte genutzt werden kann hat nun der Schiffskonvoi mit den Großbehältern aus China für Leuna (145 t. und 40 m Länge) durch 2 Schubschiffe und 4 Boote  als kostengünstige und umweltfreundliche Variante bewiesen.

Der Transport ging von Hamburg über Elbe und Saale bis Salzmünde – Pfützthal, erst die letzte Teilstrecke bis Leuna musste mit Schwerlasttransportern auf der Straße erfolgen.

Es geht also schon jetzt, wenn man will.

Damit ist bewiesen, dass die Zielstellung von 1936 nicht utopisch war. Sogar 1000 t – Schiffe sollten damals, zumindest bis Halle fahren können, die Schleusen sind alle fertig. Man dachte damals also schon sehr wirtschaftlich und umweltfreundlich.

Man kann sich nur wundern, dass sich die mitteldeutsche Wirtschaft den heutigen Zustand bieten lässt, Ruhe sanft, liebliche Saale!    

Jeder cbm Wasser, der ungenutzt talwärts fließt, ist ein unwiederbringlicher Verlust. Vielleicht hat man aber so viel Geld, um es auf der Straße zu verschwenden und dabei auch noch die Umwelt weiter zu verschmutzen!

Halle und Leipzig – auf zum gemeinsamen Kampf für die Flussschifffahrt auf der Saale Es lohnt sich bestimmt!

Ehrhard Zorn, Myrtenweg 6,  06122 Halle (Saale)

 

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