Gutachter beweist: Schiffshebewerk bringt Millionen an Touristen-Euros

Montag, 29. Mai 2006, 09:44 Uhr

Gutachter beweist: Schiffshebewerk bringt Millionen an Touristen-Euros

Uni-Professor untersucht Wirtschaftlichkeit des technischen Denkmals / Unterschriftenliste abgeschlossen Von Peter Ließmann Volksstimme Magdeburg 28.05.2006

Mit einem Aktionstag wurde am Sonnabend noch einmal " mobil " für das Schiffshebewerk gemacht und hunderte Magdeburger kamen zum Petriförder, um sich zu informieren oder für den Erhalt des Heberwerks zu unterschreiben. Thema auch an diesem Vormittag : ein Wirtschaftlichkeitsgutachten über das technische Denkmal.

Altstadt. Das Gutachten von Dr. Jürgen Schwark, Professor an der Fachhochschule Gelsenkirchen, spricht eine deutliche Sprache : Die Einschätzung des Bundesrechnungshofes zum Schiffshebewerk sei einseitig, weil nur betriebswirtschaftlich orientiert. Dagegen habe das Hebewerk über seine Grundfunktion hinaus eine belegbare wirtschaftliche Bedeutung für Tourismus und Wassersport in der Region. Dass der Staat durch eine Stilllegung rund 9 Millionen Euro sparen würde, habe der Bundesrechnungshof nicht offen gelegt, dagegen könne aber bewiesen werden, dass die rund 100 000 Besucher und Touristen etwa 2, 1 Millionen Euro in Magdeburg ausgeben. Würde das Hebewerk geschlossen, bedeute dies einen " Genickschlag " für die Weiße Flotte, denn die würde rund 30 Prozent ihrer Fahrgäste verlieren, da das Hebewerk ein wichtiges Ausflugsziel der Flotte sei. Ohne das Schiffshebewerk würden viele Wassertouristen Magdeburg umfahren, weil für sie die Route unattraktiv sei. Auf der anderen Seite ließen sich die Besucherzahlen durch eine weitere touristische Erschließung des Hebewerks jährlich durchaus um 50 000 auf 150 000 steigern. Darum das Fazit von Dr. Schwark : das Schiffshebewerk erhalten, in den kommenden fünf Jahren ohne nennenswerte Investitionen fahren, um Zeit zu gewinnen, und den Tourismus weiter ausbauen. Seine Formel lautet : Erhalten, Nutzen, Inszenieren, Vermitteln.

Der " Förderverein technische Denkmale in Sachsen-Anhalt ", er hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben, wertet das Gutachten als neuerlichen Beweis für die ökonomische Wichtigkeit des Schiffshebewerks. Darum soll das Papier zusammen mit rund 45 000 Unterschriften dem Bundeskanzleramt übergeben werden. Wann und wie, daran werde noch gearbeitet. Den Sonnabend nutzten noch einmal hunderte Magdeburger, um mit ihrer Unterschrift für das Schiffshebewerk zu demonstrieren. Der Förderverein hatte zu einem Aktionstag an den Petriförder eingeladen. Musik und jede Menge Informationen wurden geboten, dazu noch Fahrten mit der Weißen Flotte zum Objekt des gemeinsamen Kampfes.

Der Magdeburger Club bot Metall-Wimpel zum Kauf an. Gegen eine Spende ab 50 Euro wird ein Wimpel mit persönlicher Gravur am Schiffshebewerk angeschraubt. 3000 Wimpel sollen es werden, die ersten 20 konnten am Sonnabend bereits vergeben werden. Nähere Infos dazu im Internet unter www.magdeburgerclub.de.



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