Häfen an der Küste brauchen die Binnenschiffer

Mittwoch, 04. Juli 2007, 21:42 Uhr

Häfen an der Küste brauchen die Binnenschiffer

Branche fordert Ausbau der Elbe / Warenumschlag in Hamburg wächst exorbitant / Oderregion könnte von Stettin profitieren Märkische Allgemeine 04.07.2007 von GERALD DIETZ BERLIN Die Binnenschifffahrt in Berlin-Brandenburg steht vor gewaltigen Herausforderungen. Grund ist das andauernde Wachstum im Güterverkehr in den großen Nordsee-Häfen zwischen Antwerpen und Hamburg, wobei die Hansestadt die weitaus größten Zuwachsraten hat. Auch der Brandenburg nahe liegende Ostseehafen Szczecin-Swinoujscie (Stettin-Swinemünde) gewinnt immer mehr an Bedeutung im Güterverkehr. Der steigende Warenumschlag an den Küsten benötigt wachsende Kapazitäten, um die Güter ins Hinterland abzutransportieren. Daran will sich die Binnenschifffahrt ihren Anteil sichern. "Wachsende Potenziale wird es auch bei der Rohstoffversorgung der brandenburgischen Wirtschaft in der Holz-, Biokraftstoff- und Papier-Branche geben", sagte gestern Arnim Gewiese vom Potsdamer Ingenieur-Büro des Dienstleisters Inros Lackner AG bei einer Internationalen Verkehrskonferenz Elbe/Oder in Berlin. Zum verkehrsintensivsten Punkt der Region habe sich Schwedt (Uckermark) entwickelt, wo allein der Papiertransport zwei Millionen Tonnen pro Jahr ausmache. Die Hafenausbauten dort oder etwa in Eberswalde (Barnim) und Fürstenwalde (Oder-Spree) seien für künftige Güterpotenziale enorm wichtig, so Gewiese. Gründe für das exorbitante Wachstum des Warenumschlags in Hamburg sind vor allem die Ströme von und nach Fernost sowie Osteuropa. Der Container-Umschlag von im vergangenen Jahr 8,9 Millionen Tonnen in Hamburg werde sich bis 2015 mehr als verdoppeln, sagte Dieter Rehmann von der Deutschen Binnenreederei. "Wohin sollen wir mit all den Containern, da kommen Tsunamis auf uns zu", so Rehmann. Hamburg nehme Geld in die Hand und baue alle Terminals weiter aus. Rehmann: "Wenn ich mir da überlege, wie wir über kleine Investitionen in den Elbeausbau reden, wird mir anders." Hier seien die größten Potenziale in der Binnenschifffahrt zu erwarten. Seit 2003 hat sich der Warenumschlag des Ostseehafens Stettin-Swinemünde verdoppelt. Auch im ersten Quartal 2007 habe es 25 Prozent Wachstum gegeben, so Pawel Walasek von der dortigen Hafengesellschaft. Von großer Bedeutung für den Hinterlandverkehr ist dort die Oder-Havel-Wasserstraße mit dem Schiffshebewerk Niederfinow (Barnim). Der Bau des neuen Hebewerks für 180 Millionen Euro werde 2008 begonnen, kündigte Gerd Dumröse vom Bundesverkehrsministerium an. Auch der Ausbau der Oder für Küstenmotorschiffe Richtung Ostsee komme voran. In den Absprachen mit den polnischen Behörden sei ein Durchbruch erreicht worden, so Dumröse. Hier werde "mit Zahlen jongliert, die einer Überprüfung nicht immer standhalten, um Ausbauten zu fordern, die so nicht nötig sind", sagte dagegen Winfried Lücking von der Umweltorganisation BUND.

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