Halle blamiert sich mit Bewerbung

Mittwoch, 19. Juni 2013, 13:29 Uhr

Halle blamiert sich mit Bewerbung

HANSETAG

OB Dr. Bernd Wiegand

HALLE/MZ, 19.06.2013, VON FELIX KNOTHE

Veranstaltung 2019 findet in Russland statt.

HALLE/MZ - Es wäre eine sichere Sache gewesen. So sagen es hinterher jedenfalls alle, die dabei waren. Halle wäre die Ausrichtung des In-ternationalen Hansetages 2019 kaum zu nehmen gewesen. Es gab eine feste Verabredung - unter Hanseaten bekanntlich eine Bank. Stattdessen kam es am Wochenende auf dem Hansetag im westfälischen Herford zur Kampfabstimmung, weil sich in Halle Stadtrat und Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) nicht einig waren. Am Ende hatte die russische Stadt Pskow den Zuschlag.

Delegation ohne Stimmrecht

Wiegands Amtsvorgängerin Dagmar Szabados (SPD) hatte die Bewerbung für das Großereignis im Juni 2012 eingereicht. Ein entsprechender Antrag von CDU, SPD und FDP im Stadtrat war vor rund einem Monat ebenfalls erfolgreich. Doch OB Bernd Wiegand, der aus Haushaltsgründen gegen die Bewerbung ist, hatte förmlichen Widerspruch eingelegt. Er selbst war nicht in Herford, Stadtmarketing-Chef Stefan Voß führte die rund hundertköpfige hallesche Delegation. Doch das Stimmrecht war ihm nach MZ-Informationen von OB-Büroleiterin Sabine Ernst noch auf der Fahrt zum Hansetag per Anruf entzogen worden.
Ausschläggebend für die hallesche Niederlage, so sagt es Manfred Schürkampf, Mitglied im Präsidium der Internationalen Hanse, war Wiegands ablehnende Haltung: „Bei einem solchen Großereignis muss der Bürgermeister mit vollem Herzen dahinterstehen." Ihm sei bereits im Januar mitgeteilt worden, dass Halle den Hansetag nicht durchführen wolle. Halle hätte nun, so hieß es aus Hansekreisen, zurückziehen können, wie andere Städte vorher auch. Doch Halle ging in die Abstimmung.

Halle hervorragend repräsentiert

In Delegationskreisen wird der Auftritt Halles als Blamage für die Stadt empfunden. In der Versammlung aus Vertretern von mehr als 130 Städten habe es eine heftige Diskussion gegeben, andere Städte wie Salzwedel oder Dortmund hätten sich für Halle stark gemacht, die Saalestadt selbst durfte nicht.
Auch Manfred Schürkamp sagte zur MZ: „In dieser Dramatik habe ich das auch noch nicht erlebt." Er sei schon seit 1980 in der Hanse aktiv. Dennoch lobte er den Auftritt der Delegation, die die Stadt auf dem die offizielle Delegiertenversammlung begleitenden Fest „hervorragend repräsentiert" habe.

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)