Hochwasser vergessen? Bischof: "Dagegen etwas tun"

Donnerstag, 16. August 2007, 22:15 Uhr

Hochwasser vergessen? Bischof: "Dagegen etwas tun"

Volksstimme.de 13.08.2007

Mit Andacht und Lesung ging am Wochenende das 15. Elbe-Saale-Camp in Barby zu Ende

Barby / Zerbst. Mit einer Elbe-Andacht und einer Fluss-Konzert-Lesung ging am Sonnabend das 15. Internationale Elbe-Saale-Camp zu Ende. Hunderte Besucher aus Deutschland, Weißrussland, den Niederlanden und Italien nahmen daran teil. Mit dem Camp setzten die Aktivisten erneut ein Zeichen für den Erhalt der naturnahen Flusslandschaften.

Dabei sollte es anders kommen, als ursprünglich geplant. Als die Flussschützer am vergangenen Freitag vor dem Verkehrsministerium in der Landeshauptstadt für ihre Sache protestierten, war Minister Kar-Heinz Daehre nicht im Haus. Davon unbeirrt formierten sich die Teilnehmer zu einer Protestkette mit deutlichen Forderungen : " Nein zum Saalekanal und zum Elbausbau !" Doch plötzlich fuhr die Limousine des Ministers vor und Daehre lief direkt in die Arme der Protestanten. " Das hat wunderbar geklappt ", freute sich am Sonnabend in einem Gespräch mit der Volksstimme Jutta Röseler vom Organisationsteam des Elbe-Saale-Camps.

Minister Dahere, der übrigens gerade von einer dienstlichen Elbfahrt wieder in sein Büro wollte, nahm sich dann auch Zeit und sprach mit den Naturschützern. Politisch prallten zwei Welten aufeinander, Argumente wurden ausgetauscht und Protestschreiben von Campteilnehmern übergeben. " Für den Bau des völlig unwirtschaftlichen Saalekanals gibt es in unserer Region einfach keine Mehrheit. Das muss auch ein Minister akzeptieren ", sagte Jutta Röseler.

Dieses und andere Themen standen im Vordergrund der zahlreichen Aktionen beim 15. Internationalen Elbe-Saale-Camp, das am Wochenende nach über einer Woche zu Ende ging. Elbspaziergänge Flusskunst, Vorträge und Feste am Ufer des blauen Bandes prägten die eine Woche in der Natur. 70 Camper etwa waren täglich in ihren Zelten vor Ort, hinzu kamen eine Vielzahl von Tagesgästen. Sie alle wollten sich informieren.

Höhepunkt des 15. Camps war am Sonnabendnachmittag das Flussfest. " Der Besuch des Festes am Fluss ist eine angenehme und zugleich wirkungsvolle Möglichkeit, sich gegen den drohenden Ausbau der Elbe und gegen den Bau des unsinnigen Saalekanals zu wehren ", so Christina Weigel vom Organisationsteam.

So fand zum Abschluss eine Elbandacht und Taufe statt. Promintester Gast war Bischof Axel Noack aus Magdeburg. Er stellte passend zum Elbe-Saale Camp das Wasser in den Mittelpunkt seiner Andacht. Vor dem Hintergrund, dass vor genau fünf Jahren ein schweres Elbehochwasser die Region erschütterte, mahnte Noack aber auch gegen die Vergesslichkeit. " So sind wir Menschen. Wir müssen etwas gegen diese Vergesslichkeit tun ", so der Bischof. Er machte deutlich, dass sich alle Menschen viel mehr um die Flüsse – die Wasserläufe des Lebens – kümmern müssten.

Im weiteren Verlauf der Andacht hatte der Bischof noch eine angenehme Aufgabe zu vollziehen. Er taufte die Tochter des Pfarrerehepaares Weigel. Mit Elbewasser aus der Mündung des Flusses wurde die kleine zweijährige Mathilde getauft.

Der Abend schloss mit einer interessanten Buchlesung. Eingeladen war der bekannte Schriftsteller Thomas Rosenlöcher aus Dresden, der die Forderungen der Umweltschützer unterstützt. Der " sächsische Poet mit Sandstein-Sound ", wie er sich selbst einmal bezeichnete, las aus seinen Gedichtbänden.

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