Ideen für Schleusenausbau „light“

Sonntag, 31. August 2008, 23:14 Uhr

Ideen für Schleusenausbau „light“

www.ln-online.de 31.08.2008

Krummesse - Kommt jetzt der „Ausbau light“ des Elbe-Lübeck-Kanals? Der Verein zur Förderung des Elbstromgebietes und die IHK haben eine Studie in Auftrag gegeben, die einen wesentlich günstigeren Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals vorschlägt.

Die Ergebnisse der Untersuchung sollen Ende September offiziell vorgestellt werden, aber erste Informationen sickerten schon jetzt durch.

Damit Containerschiffe die Wasserstraße von Lübeck bis zur Elbe passieren können, müssen sechs Schleusen ausgebaut werden. Rund 40 Millionen Euro pro Schleuse sollte das Kosten. Die Studie schlägt jetzt ein anderes Modell vor: Die Schleusenkammern sollten verlängert werden, das kostet lediglich acht Millionen Euro pro Schleuse. Zudem wäre bei dieser Ausbau-Variante die Schleuse nicht völlig lahmgelegt. Von dem Ausbau des Kanals erhofft sich vor allem der Lübecker Hafen Vorteile, weil darauf Containerschiffe von Lübeck bis Hamburg fahren könnten – und die Hinterlandanbindung des Hafens verbessert würde.

Die Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD), die sich seit Jahren um das Thema bemüht, begrüßt den Vorschlag: „Das ist eine sehr interessante Variante, die es zu prüfen gilt.“ Der „Ausbau light“ gebe Hoffnung, dass es mit dem Kanal voran gehe. Allerdings: „Viele Schleusen sind auch schon recht alt – manche müssen völlig erneuert werden“, so Hiller-Ohm. Außerdem müsse bei dem „Ausbau light“ auch auf die Breite der Schiffe geachtet werden.

Am Donnerstag hatte sich die Bundestagsabgeordnete Anke Eymer mit drei Kollegen zum Elbe-Lübeck-Kanal geäußert. Hiller-Ohm freut sich über die Unterstützung aus CDU-Bundestagskreisen: „Es ist schön, dass auch die CDU dieses Thema für sich entdeckt hat - je mehr Unterstützer es gibt, desto besser“. Die seien notwendig, weil man bei dem Projekt des Elbe-Lübeck-Kanals auch „viele Verantwortliche unter einen Hut bringen muss“ – von der Bahn über das Land bis hin zu verschiedenen Kommunen.

Am Montag hat Hiller-Ohm in Lübeck deshalb auch zu einer Gesprächsrunde zum Elbe-Lübeck-Kanal geladen. Staatssekretärin Karin Roth aus Berlin ist mit von der Partie. Gestern war Hiller-Ohm bei einer Fahrradtour am Kanal unterwegs, mit Stationen unter anderem in den Gemeinden Berkenthin und Krummesse.

Bei einem Stopp an der Schleuse in Krummesse berichtete Bettina Kalytta als Leiterin des Lauenburger Wasser- und Schifffahrtsamtes über die Planungen für den Elbe-Lübeck-Kanal. Dabei ging sie auch auf die Idee aus der anstehenden Studie über einen einfacheren Ausbau der Schleusen ein.

Das Grundproblem ist nach Kalyttas Worten das Alter der Restbausubstanz, die bei den Schleusen unterschiedlich sei. Wenn man jetzt die einfachere Lösung verwirkliche und dann nach Ablauf der Nutzungsdauer doch eine neue Schleuse erforderlich sei, dann wäre das Geld für die Schleusenverlängerung für nur einen kurzen Zeitraum investiert. „Das muss man dabei bedenken“, sagte die Chefin des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Wenn man das durchrechne, komme man vielleicht zu dem Schluss, dass eine vorgezogene Gesamtersatzinvestition doch besser sei als ein Schleusenausbau „light“.

Von Josephine von Zastrow und Martin Stein

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