Im Hafen brummt der Schienenstrang

Donnerstag, 22. Januar 2009, 16:44 Uhr

Im Hafen brummt der Schienenstrang

Industriehafen Roßlau begegnet Eiszeit mit geschäftigem Treiben zu Land

 mz-web.de 20.01.09, VON SILVIA BÜRKMANN

ROSSLAU/MZ. Am Freitagabend war "der Kahn" eingelaufen. Mit einer dicken Ladung Düngemittel im Bauch. Ablöschen und dann nix wie weg. Ehe es noch dicker kommt. Mag sich der Kapitän vom TR 25, der Schubeinheit des SBO-Hafenverbundes Sächsische Binnenhäfen Oberelbe gedacht haben, als er am Elbkilometer 262 im Industriehafen Roßlau vor Anker ging.
Geladen hatte TR 25 Düngemittel für den Wittenberger Agrarhandel, 600 Tonnen. Gelöscht wurde die Ladung ab Montagmorgen. Dann aber ging nichts mehr. Am 12. Januar verhängte das Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden - zuständig von der deutsch-tschechischen Grenze stromab bis zur Saalemündung - für die Elbe Schifffahrtssperre. Wegen Eisgangs.

Am Dienstag erst konnte die Schubeinheit das sichere Hafenbecken wieder verlassen, nahm Kurs auf Magdeburg. Dort ist Fluss-Spat zu laden und nach Dresden zu verschiffen. "Hier warten die Kunden vom Fluorwerk Dohna sehnsüchtig auf ihre Lieferung", sagte Gunter Wolf. Der Roßlauer Hafenbetriebsleiter kramt in der Erinnerung. Letztmalig sei der Hafen im Winter 2004 / 05 zugefroren, "das geht bei einem stehenden Gewässer schneller als auf dem Strom".

Die "Eiszeit 09" freilich hat die Umschlagsgeschäfte nicht vollends zum Erliegen bringen können. Der Industriehafen Roßlau bedient neben dem Wasser noch die Straße und die Bahn als Verkehrsträger. Und so wurden bei "schlechtem Wasser" viele Transporte von der Schiene auf die Straße umgeschlagen. Stahlbleche für die in Gräfenhainichen zu montierenden Windkraftanlagen beispielsweise.
Per Waggon steuern Lieferanten die Lagerplätze im Industriehafen an, bringen Bleche aus deutschen Stahlwerken genauso wie aus China, Dänemark oder Italien. "Wir haben gut zu tun", schätzt Wolf ein und erwartet in dieser Woche noch die Anlieferung von rund 8 000 Tonnen Stabstahl aus der Türkei und rund 2 000 Tonnen aus Riesa, die dann sukzessiv umgeschlagen werden. Seit Wochenbeginn hat er sein fünfköpfiges Stammteam um einen Kollegen aus aus dem Hafen Torgau aufgestockt. Ebenso wie in der Vorwoche der Roßlauer Elektriker beim Rückbau eines Hafengebäudes in Dresden eingesetzt wurde. Die Geschäfte im Hafenverbund sind flexibel.  

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