Im Hafen keimt die Hoffnung

Dienstag, 30. Oktober 2007, 10:04 Uhr

Im Hafen keimt die Hoffnung

Genehmigungsverfahren für Saale-Kanal beginnt - Fluss soll für Schiffe befahrbar werden

MZ Halle, Dienstag, 30. Oktober 2007

Halle/MZ. Für Präsident Manfred Sprinzek und die anderen Akteure vom Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) war der vorige Donnerstag ein Freudentag: An jenem Tag sind die Kanal-Unterlagen zur Eröffnung des Raumordnungsverfahrens beim Landesverwaltungsamt abgegeben worden. "Jetzt kann das Verfahren endlich eröffnet werden - nach zwölf Jahren Kampf", sagte Sprinzek.

Bisher ist die Saale im Unterlauf zwischen Calbe und Barby wegen zahlreicher enger Kurven für Binnenfrachter nicht befahrbar. Der 7,5 Kilometer lange Kanal soll diesen Abschnitt umgehen und so den Schiffsverkehr zwischen Elbmündung und Halle ermöglichen. Kostenpunkt: 80 Millionen Euro.

2011 Baustart?

Investor ist der Bund. Henrik Täger, Leiter des zuständigen Wasserstraßen-Neubauamts in Magdeburg, rechnet für das Raumordnungsverfahren sechs Monate ein. Danach beginne die zweite Etappe der Genehmigung, das Planfeststellungsverfahren. "So könnte 2011 Baubeginn für den Kanal und die Saale ab 2015 / 2016 bis Halle befahrbar sein." In Sachen Wirtschaftlichkeit, Hochwasser-Neutralität und Naturschutz erfülle der Kanal die Anforderungen, so Täger.

Laut dem VHdS, dem unter anderem der Hafen Halle und mehrere Industriebetriebe in Bernburg angehören, ist das Potential der Saale enorm. "Wir rechnen mit einem Transportaufkommen von 2,3 Millionen Tonnen pro Jahr", sagte VHdS-Vize Peter Werder. Dabei handele es sich um Zement, Getreide, Salze und Soda. Auch im Hafen Halle warte Transportgut. In Trotha seien 2007 bereits 30 000 Container von der Schiene auf die Straße umgeschlagen worden. Werder: "Zwei Drittel davon können aufs Schiff". Seit Jahren jedoch liegen die Kanal-Befürworter - darunter das Land - im Streit mit Umweltschützern. Dadurch wurde eine anfangs geplante Saale-Staustufe fallen gelassen. VHdS-Chef Sprinzek bezeichnet den Kanal als "in einem langen demokratischen Prozess" gefundenen guten Kompromiss.

Weiter Widerstand

Doch haben Umweltschützer wie der Verband BUND weiteren Widerstand gegen die "Steuergeldverschwendung" angekündigt (die MZ berichtete): Laut BUND führe der Klimawandel zu häufigem Niedrigwasser in Elbe und Saale und bringe so die Flussschifffahrt größtenteils zum Erliegen.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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