Industriepark öffnet Tore für Bernburger

Sonntag, 20. September 2009, 20:04 Uhr

Industriepark öffnet Tore für Bernburger

CHEMIEKONZERNKnapp 2 000 Gäste informieren sich beim Tag der offenen Tür über die Arbeit von Solvay.

mz-web.de, 20.09.09, VON SUSANNE BERNSTEIN

Industriepark öffnet Tore für Bernburger

CHEMIEKONZERNKnapp 2 000 Gäste informieren sich beim Tag der offenen Tür über die Arbeit von Solvay.

 

BERNBURG/MZ. Was haben Brausetabletten oder Backpulver mit Solvay zu tun? Wie funktioniert das neue EBS-Heizkraftwerk? Antworten auf Fragen wie diese konnten die Besucher beim Tag der offenen Tür bei Solvay erfahren. Knapp 2 000 Gäste haben am Samstag das Angebot des Chemiekonzern genutzt und einen Blick hinter die Werkstore geworfen. "Solvay steht selten drauf - ist meistens drin", sagte Thomas Müller, Leiter des Bernburger Solvay-Werks. Beispielsweise wird in dem Werk der Saalestadt das Natriumbicarbonat hergestellt, das für den Brauseeffekt in Brausetabletten sorgt. Diese gab es für die Gäste als kleines Geschenk.

Auf geführten Rundgängen und Bustouren - unter anderem zur Soda-Fabrik, zur Bicar- und zur Wasserstoffperoxid-Anlage oder zum Kalksteintagebau, konnten die Gäste erleben, wie in dem Industriepark gearbeitet wird. Erstmals hatten die Bernburger die Möglichkeit, das von der Tönsmeier-Gruppe betriebene EBS-Heizkraftwerk aus der Nähe zu besichtigen. Während das Innere des Kraftwerkes aufgrund von Bauarbeiten nicht besucht werden konnte, wurden Führungen rund um das Gebäude und durch das Turbinenhaus angeboten. Im November werde die erste Dampfstrecke unter dem Einsatz von Ersatzbrennstoff in Betrieb genommen. "Anschließend erfolgt rund fünf Monate ein Probebetrieb bevor das neue Heizkraftwerk in voller Leistung läuft", erklärte Marco Schulter, Leiter der Betriebstechnik des neuen Werkes. Erzeugt wird in dem EBS-Heizkraftwerk 400 Grad Celsius heißer Hochdruckdampf, der für die energieintensive Sodaherstellung benötigt wird. Angetrieben von diesem Dampf kann die Turbine zukünftig so viel Strom erzeugen, dass das gesamte Werk versorgt wird. Allerdings bleibt dazu auch das alte Heizkraftwerk, das mit Erdgas betrieben wird, am Netz. "Das alte Werk wird mit halber Dampfkraft weiterbetrieben", erklärte Guido Rochhausen, der Leiter des Gasturbinenkraftwerks. Stromüberschuss wird in das normale Stromnetz eingespeist.

"Ich wohne gegenüber und habe beobachtet, wie das Werk hoch gewachsen ist", erklärte Walter Wiemann sein Interesse an dem unter den Bernburgern umstrittenen Heizkraftwerk. Zudem hat der 80-Jährige selbst 37 Jahre in der Sodaherstellung gearbeitet und wollte schauen, was sich bei seinem früheren Arbeitgeber seither alles verändert hat. Auch Uwe Espenhahn ist bei Solvay im alten Kraftwerk tätig. "Ich wollte meiner Frau Ines einmal zeigen, wo ich arbeite", sagte der Bernburger. Unterdessen verwies Guido Rochhausen die Besucher auf eine große Dampfleitung: "Ab dem 5. Oktober wird es hier kräftig dampfen. Das ist Wasserdampf. Denn im Vorfeld müssen die Rohre gereinigt werden."

Direkter Link zum Artikel: http://www.mz-web.de/bernburg/industriepark-oeffnet-tore-fuer-bernburger

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