Solvay-Werksleiter Thomas Müller: "Vielleicht erlebe ich noch den Bau eines Hafens"

Dienstag, 15. Dezember 2009, 19:46 Uhr

Solvay-Werksleiter Thomas Müller: "Vielleicht erlebe ich noch den Bau eines Hafens"

Beseitigung von Altlasten kostet Land sechs Millionen Euro

Straße bindet Industriepark an der Köthenschen Straße an das öffentliche Netz an

mz-web.de, 15.12.09, VON ANDREAS BRAUN

BERNBURG/MZ. Eigentlich ist es nur die Übergabe einer Straße von Solvay an die Stadt. Doch für Solvay-Werksleiter Thomas Müller ist es weitaus mehr, als nur ein Stück Straße, das den östlichen Teil des Industrieparkes an der Köthenschen Straße an selbige anbindet.

Für Müller und auch Bernburgs Oberbürgermeister Henry Schütze ist die Straße nur die Bestätigung dafür, dass ein brachliegendes Industriegrundstück wieder belebt wurde. Als reizvoll für Industrieansiedlungen wird die Anbindung gesehen. Solvay ist ans Schienennetz angebunden, die B 6 n wird in unmittelbarer Nähe einen Anschlusspunkt haben und die A 14 ist ebenso nicht fern. "Vielleicht erlebe ich noch den Bau eines Hafens", sagte Müller und sprach die dritte Säule an, die Saaleschifffahrt.

Größter Ansiedler ist freilich Tönsmeier. Das Entsorgungsunternehmern gründete zusammen mit Solvay die Energieanlage Bernburg GmbH, die für 150 Millionen Euro das Ersatzbrennstoffheizwerk baut und betreiben wird.

Doch auch andere Firmen, die bereits angesiedelt sind, wollen erweitern. Apparate- und Rohrleitungsbau Knaack & Jahn mit 25 Mitarbeitern und auch die Firma Kuhlmann (Leitungsbau) mit 30 Mitarbeitern wollen ihre Nutzflächen um rund 3 000 Quadratmeter erweitern, sagt die für Bernburg zuständige Solvay-Pressesprecherin Nicole Dinter.

Insgesamt beträgt die Fläche acht Hektar. Auf vier Hektar wurden seit 2008 rund drei Millionen Euro für Straßen, Ver- und Entsorgungsleitungen und Schallschutz investiert, davon sind zwei Drittel Fördermittel vom Land. Seit 2007 ist Solvay damit beschäftigt, den Industriepark zu erschließen. Es wurde mit der Stadt ein Erschließungsvertrag geschlossen. Der Stadt entstehen keine Kosten. Einen Großteil der Kosten, vor allem für die Beseitigung der Altlasten, übernahm das Land. Statt einer Million Euro, sagte Martin Keil, Geschäftsführer der Landesanstalt für Altlastenbeseitigung, wurden es sechs Millionen Euro. Doch ohne die so genannte Altlastenfreigabe, sagt Keil, wäre die Alternative eine Brachfläche gewesen.

Auf der Fläche standen früher die Hefefabrik und der Betriebsteil Köthensche Straße vom Chemieanlagenbau Staßfurt. In beiden Betrieben wurde mit Chemikalien zur Herstellung von Polyester und Alkoholen gearbeitet. Eine Entsorgung nach derzeitigem Standard gab es indes nicht.

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