Investgrab oder Standortfaktor?

Donnerstag, 14. Mai 2009, 07:26 Uhr

Investgrab oder Standortfaktor?

SVZ.de, 12. Mai 2009

4,3 Millionen aus dem Konjunkturprogramm plus Eigenmittel will die Stadt in Süd für einen Hafen und das Gleisnetz ausgeben. Der BUND befürchtet, dass "Fördermillionen in den Elbesand gesetzt" werden. Die Kommune ist überzeugt, mit der Investition entsteht ein zusätzlicher Standortfaktor für Wittenberge.

WITTENBERGE - Gestern kam der Leiter des Elbe-Projektes, Dr. Ernst Paul Dörfler persönlich nach Wittenberge, um die Position des Umweltverbandes zur Millionen-Investition vor Medienvertretern zu erklären. Mit rbb und "Prignitzer" war die Schar der Journalisten gering. Dafür erweiterte sich der Kreis derer, die etwas zum Thema zu sagen haben, auf unerwartete Weise. Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, Karstädts Gemeindeoberhaupt Udo Staeck und Perlebergs stellvertretender Bürgermeister Haus Rothbauer vertraten die Position des Regionalen Wachstumskerns und die ist eindeutig: "Wir benötigen diese zusätzliche Logistikmöglichkeit mit dem Hafen. Es geht um einen Standortfaktor mit dem Ziel, Arbeitsplätze zu halten." Klipp und klar sagte Hermann, "wir haben uns das Projekt doch nicht ausgedacht, "Unternehmen fordern diesen Anschluss übers Wasser". "Das müssen wir als Stadt sehr ernst nehmen. Dass ein gewisses Risiko da ist, wissen wir."

Ebenso deutlich war zuvor Dr. Dörfler, assistiert von Susanne Bohlander (Befürworterin des B 189- und B 5-Ausbaus und gegen die A 14 ) sowie Bärbel Treutler vom hiesigen BUND, geworden: "Wir zweifeln den Sinn der Hafeninvestition an, sie ist zu wenig nachhaltig." Er wolle nicht falsch verstanden werden, sagt Dr. Dörfler, "grundsätzlich begrüßen wir hier Investitionen, die Arbeitsplätze schaffen, nachhaltig und ökologisch. Zwei Argumente führt der BUND dafür ins Feld, die nach seiner Meinung gegen den Hafenbau sprechen: Das Niedrigwasser des Elbe und der geringe Auslastungsgrad der Schiff, sprich ein abnehmender Transport übers Wasser.

Die Argumente des Elbe-Projektleiters: Es sollen auf den Schiffen Containern in drei Lagen gestapelt transportiert werden. Dafür muss die Fahrrinnentiefe zwei Meter und mehr betragen, 1,60 sind es noch bei zweilagigem Transport. Der BUND-Vertreter verweist auf Zahlen, die belegen würden, "dass die Elbe über viele Monate das nicht hergibt". Eine weiteres Problem ais Dörflers Sicht: Hafeninvestitionen wie die Wittenberger könnten Forderungen wie die nach dem Anstauen der Elbe nach sich ziehen, um das Jahr über mit großen Tonnagen den Strom zu nutzen. Neu sind die Positionen und Bedenken des Umweltverbandes der Kommune nicht, "denn wir haben uns bereits mit BUND-Vertretern ausgetauscht", sagt Dr. Hermann und bietet Dr. Dörfler und anderen BUND-Vertreter an, dass wir uns wieder treffen", sagte Hermann und fügte an: Den Unternehmen, die auf die zusätzliche Möglichkeit des Güterumschlags setzen, "ist bewusst, dass sie mit Niedrigwasser klar kommen müssen". Und sie wollen diesen zusätzlichen Transportweg auf jeden Fall, weiß Karstädts Bürgermeister mit Verweis auf das dortige Dachziegelwerk.

Dr. Dörfler, dem als Elbe-Projektleiter der Schutz dieses naturnahen Raums,die nachhaltige ökologische Entwicklung und der Naturschutz unterliegen, warnt die Kommunalvertreter:"Planen Sie gründlich, gucken Sie sich alle Zahlen zur Elbe sehr genau an."
Übrigens: Für den Hafen in Süd soll es keine Eingriffe in die Uferlinie geben. Es werden Dalben gerammt.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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