Investitionsschwerpunkt bei Hinterlandanbindungen der Häfen setzen

Donnerstag, 26. Februar 2009, 16:59 Uhr

Investitionsschwerpunkt bei Hinterlandanbindungen der Häfen setzen

IHK Nord stellt Untersuchung zur nationalen Bedeutung der deutschen Seehäfen vor

Hamburg, 25. Februar 2009

– Die IHK Nord – der Verbund aus 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern – hat die Bundesregierung aufgefordert, einen Investitionsschwerpunkt „Deutsche Seehäfen und ihre Hinterlandanbindungen“ zu setzen. „Unsere Seehäfen verbinden deutsche Unternehmen mit den Weltmärkten, sichern über Rohstoff- und Energieimporte den Produktionsstandort Deutschland und sorgen für nachhaltige Mobilität“, sagte Manfred Wendt, amtierender Präsident der IHK Nord, bei der Präsentation der Studie „Mit der Welt verbunden - Die nationale Bedeutung der deutschen Seehäfen“ in der Handelskammer Hamburg. Damit erfüllten die Häfen eine gesamtwirtschaftliche Funktion und deshalb seien Investitionen in ihren Ausbau und ihre Hinterlandanbindungen von nationalem Interesse, so Wendt in Anwesenheit von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und etwa 250 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Nach Ansicht der IHK Nord werde das Gewicht der deutschen Seehäfen weiter zunehmen: 2025, so heißt es in der Untersuchung, würden dort 57 Prozent des deutschen seewärtigen Außenhandels umgeschlagen.

Dass der Export auch zukünftig ein entscheidender Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft sein wird, stellte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee auf dem Symposium

„Die nationale Bedeutung der deutschen Seehäfen“ klar: „Die deutschen Seehäfen haben eine Schlüsselrolle bei der Überwindung der angespannten Konjunkturlage. Mit den beiden Konjunkturprogrammen der Bundesregierung und dem Sofortprogramm „Seehafenhinterlandverkehr“ beseitigen wir Engpässe und bauen die Infrastruktur aus, um den verkehr der Zukunft zu bewältigen. Wir bringen wichtige Verbindungen voran, darunter die Bahnstrecke Oldenburg – Wilhelmshaven oder den Knoten Hamburg. Mit diesen Maßnahmen tragen wir zu Wachstum und Arbeitsplätzen in den Seehäfen bei.“

Frank Horch, Präses der Handelskammer Hamburg,

bedauerte, dass deren Bedeutung außerhalb Norddeutschlands zum Teil noch nicht ausreichend wahrgenommen werde. Die aktuelle konjunkturelle Lage zeige deutlich, wie abhängig die deutsche Wirtschaft von den Weltmärkten sei. Gerade Industrie und Handel im süd-, west- und ostdeutschen Raum seien auf zuverlässig erreichbare und leistungsfähige Seehäfen angewiesen, um einen kostengünstigen Zugang zu den Weltmärkten zu bekommen.

Bundesweit generierten die deutschen Seehäfen etwa 500.000 Arbeitsplätze, was für jährliche Steuereinnahmen von fast 11 Milliarden Euro sorge, sagte Prof. Hans-Heinrich Driftmann, Vize-Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Die Bundesregierung wolle hingegen in den kommenden Jahren lediglich einen Bruchteil hiervon, nur zehn Prozent im Jahr, in die Häfen und ihre Hinterlandanbindungen investieren. Driftmann wörtlich: „Die öffentliche Hand ist dringend aufgefordert, dieses Missverhältnis zu beheben. Investitionen in die Seeverkehrsinfrastruktur können – gerade angesichts der aktuellen Konjunkturflaute – mithelfen, die ganze Wirtschaft auf die Woge des Erfolgs zurückzubringen.“ Leider werde diese Erkenntnis in den Maßnahmen der beschlossenen Konjunkturpakete der Bundesregierung nur in Ansätzen deutlich.

 „Erreichbare und leistungsfähige Seehäfen schaffen bundesweit Wachstum und Beschäftigung, sie sind die Tore zur Export-Weltmeisterschaft für die verladende Wirtschaft“, sagte Rüdiger S. Grigoleit, Vorsitzender des Deutschen Seeverladerkomitees im Bundesverband der Deutschen Industrie. Der Ausbau der Hinterlandanbindungen der Seehäfen müsse daher im Bundesverkehrshaushalt Priorität genießen und sollte fest im nationalen Hafenkonzept der Bundesregierung verankert werden. Weitere Infos unter www.ihk-nord.de/seehaefen .  

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