Kammerunion Elbe-Oder - KEO: Zu wenig Mittel für transeuropäisches Verkehrsnetz

Donnerstag, 27. Juni 2013, 14:32 Uhr

Kammerunion Elbe-Oder - KEO: Zu wenig Mittel für transeuropäisches Verkehrsnetz

nordic market, der 26.Juni 2013

Brüssel: Die Kammerunion Elbe/Oder (KEO) begrüßt den kürzlich gefundenen Kompromiss zwischen Rat, Parlament und Kommission der Europäischen Union zu den neuen Leitlinien über den Aufbau eines Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V), hält die dafür bereitgestellten Mittel in Höhe von insgesamt 21,7 Milliarden Euro für die Jahre 2014 bis 2020 aber nicht für ausreichend. „Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch wenn Infrastrukturausbau und dessen Finanzierung grundsätzlich weiterhin eine nationale Aufgabe bleiben sollte, so sollten die Finanzierungslinien für die TEN erhöht und darüber hinaus eine adäquate Ko-Finanzierung durch die Mitgliedstaaten gesichert werden“, sagte der KEO-Präsident Jiří Aster im Rahmen des EU-Expertendialogs seiner Organisation am 25. Juni in Brüssel.

Die verkehrliche Erreichbarkeit der Elbe- und Oderregion sei für deren wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere auch für den Tourismus, ein Schlüsselfaktor, so Aster weiter. Als Grenzregionen hätten beide in Zeiten der Teilung Europas erhebliche Versäumnisse beim Ausbau der Infrastruktur erfahren, insbesondere in der Ost-West-Relation. „Hier besteht Nachholbedarf, zumal der Hamburger Hafen der wichtigste Überseehafen für die Tschechische Republik und für Polen ist. Gerade die Binnenschifffahrt verfügt über große ungenutzte Potenziale, die aufgrund der jahrzehntelangen Vernachlässigungen bei den erforderlichen Strombaumaßnahmen nicht realisiert werden können.“ Daher müsse es jetzt insbesondere darum gehen, die Schifffahrtsverhältnisse auf Elbe und Oder nachhaltig zu verbessern.

Der KEO-Raum ist mit 37 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt von ca. 700 Milliarden Euro eine wirtschaftlich starke Region im Herzen Europas mit viel Potenzial und großen Entwicklungsperspektiven. Auch im Bereich des Schienenverkehrs gebe es für die Elbe/Oder-Region noch weiteres Verbesserungspotenzial, so ein Ergebnis des Expertendialogs in Brüssel. Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz, KEO-Generalsekretär und Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg wörtlich: „Die Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Eisenbahnverkehre weisen noch erhebliche Defizite auf: Das Schienennetz auf den Korridoren von Hamburg nach Polen und Tschechien muss so ausgebaut werden, dass eine Zuglänge von mindestens 700 Metern und eine deutliche Erhöhung der Durchschnittsgeschwindigkeit von derzeit 23 km/h möglich wird. Außerdem sollte im Zuge der Einführung eines einheitlichen Leit- und Sicherungssystems auch für eine einheitliche Lokführerzulassung gesorgt werden.“ Hier seien die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten gleichermaßen gefordert. Die verkehrlichen Herausforderungen für die Region seien im Rahmen der Generalversammlung diskutiert und veröffentlicht worden, so Schmidt-Trenz (siehe Anlage 1).

Die Generalversammlung der Kammerunion veröffentlichte eine zweite Resolution für die Tourismuswirtschaft . Um das Potenzial der Elbe-Oder-Region als großräumiges Urlaubsgebiet auszuschöpfen und die touristische Strahlkraft der gesamten Region zu stärken, seien diverse Maßnahmen erforderlich; der Elbe-Radweg sei hierfür ein positives Beispiel. Insbesondere müssten ein gemeinsames touristisches Verständnis für den KEO-Raum entstehen und mehr grenzüberschreitende Initiativen, z.B. durch eine entsprechende Vernetzung der Tourismusorganisationen, entwickelt werden. Konkret geht es um den Ausbau der touristischen Infrastruktur (z.B. im Bereich des Wassertourismus auf Elbe und Oder), ein abgestimmtes Destinationsmarketing und zusätzliche zielgruppenorientierte Angebote.

Die Kammerunion Elbe/Oder, kurz KEO, wurde im Jahr 2000 gegründet und stellt einen Zusammenschluss von 31 polnischen, tschechischen und deutschen Industrie- und Handelskammern dar. Diese vertreten gemeinsam die grenzüberschreitenden Interessen der Elbe-Oder-Region, in welcher im Jahr 2010 37,6 Mio. Menschen lebten, rund 7,5% der EU-Bevölkerung. Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2008 716,6 Mrd. Euro, was 5,7% des Bruttoinlandproduktes der EU entspricht. Die Elbe-Oder-Region zählt zu den wichtigsten zentralen Wirtschaftsräumen in Europa.

Das Ziel der KEO ist es, die wirtschaftliche Integration der Länder Polen, Tschechien und Deutschland schneller voranzutreiben und die Interessen der regionalen Wirtschaft wirkungsvoller in die europäischen Entwicklungen einzubinden. In diesem Zusammenhang ist der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur von besonderem Interesse, denn eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ist ohne leistungsfähige moderne Verkehrsnetze nicht vorstellbar. Die Zusammenführung der unterschiedlichen nationalen Verkehrssysteme, die Entwicklung multimodaler Schnittstellen und der Ausbau von grenzüberschreitenden Land- und Wasserverkehrswegen sollen auch zur Bewältigung des Hamburger Hafenhinterlandverkehrs beitragen und somit die Teilhabe der Region am Welthandel gewährleisten. Dabei soll gleichzeitig den Belangen des Umweltschutzes Rechnung getragen werden. Dies stellt eine große Herausforderung dar und verlangt nach einem gemeinsamen Vorgehen der Regionen.



Mitglieder: IHK Berlin, IHK Chemnitz, IHK Cottbus, IHK Dresden, IHK Flensburg, IHK Halle-Dessau, HK Hamburg, IHK Leipzig, IHK zu Lübeck, IHK Lüneburg-Wolfsburg, IHK Magdeburg, IHK zu Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, IHK Ostbrandenburg, IHK Potsdam, IHK zu Rostock, IHK zu Schwerin, IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum, Wielkopolska Izba Przemysłowo-Handlowa Poznań, Dolnośląska Izba Gospodarcza Wrocław, Zachodnia Izba Przemysłowo-Handlowa Gorzów, Izba Gospodarcza „Śląsk” Opole. Północna Izba Gospodarcza Szczecin, KHK Liberec, KHK Ústeckého kraje, KHK Hradec Králové, Okresní hospodářská komora Děčin, Okresní hospodářská komora Chomutov, Okresní hospodářská komora Teplice, Okresní hospodářská komora Most, Okresní hospodářská komora Louny, Okresní hospodářská komora Litoměřice (Pressemeldung vom 25.06.2013)
Quelle: Handelskammer Hamburg, KEO | Foto: Handelskammer Hamburg
http://www.nordic-market.de/news/9621/kammerunion_elbe-oder_-_keo_zu_wenig_mittel_fr_transeuropisches_verkehrsnetz.htm

 

 

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