Klimawandel: BÖB fordert Risikomanagement im Masterplan G+L

Dienstag, 09. Oktober 2007, 19:05 Uhr

Klimawandel: BÖB fordert Risikomanagement im Masterplan G+L

BONAPART, 28 September 07

Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB) hat angeregt, die Risiken des Klimawandels für das System Wasserstraße im Masterplan für Güterverkehr und Logistik zu berücksichtigen.

Aufbauend auf den Prognosen des Weltklimarates (IPCC), hatte Prof. Dr. Olav Hohmeyer bei der Mitgliederversammlung des BÖB vorgetragen, dass durch den Klimawandel deutliche Einflüsse auf den Meeresspiegel zu erwarten sind. Das führt nach Meinung von Dr.-Ing. Hans Moser, Bundesamt für Gewässerkunde, zu stark schwankenden Pegeln an den Wasserstraßen.

„Angesichts der prognostizierten Güterverkehrszuwächse können es sich Politik und Wirtschaft gar nicht leisten, auf ein funktionierendes System Wasserstraße zu verzichten“, bewertete BÖB-Präsident Dr. Rolf Bender die möglichen Folgen für die Logistikwirtschaft. Während Unternehmen hierzu ein Risikomanagement vorhalten, fehlt ein solches Bewusstsein bei der Politik noch. „Die trimodalen Binnenhäfen sind bestens geeignet, Ergänzungs- oder Ersatzverkehre über Schiene und Straße zu entwickeln, wenn die Binnenschifffahrt ausfällt“, so der BÖB. In Hoch- und Kleinwasserperioden wurde der Beweis hierfür bereits geliefert. Derartige Lösungen könnten durch die Politik flankiert werden: „Der Masterplan Güterverkehr und Logistik kann ein Element der Risikobewältigung enthalten, wenn er aus einer integrierten Verkehrspolitik heraus die Entwicklung trimodaler Logistiklösungen unterstützt“, so Dr. Bender.

Eines neuen Verständnisses von Risikomanagements bedarf es auch in der öffentlichen Verwaltung, so der BÖB. Dabei besteht die Aufgabe darin, neue Modelle zu entwickeln, um den Verkehrsträger Wasserstraße trotz der möglichen Auswirkungen von Klimaveränderungen funktionsfähig zu erhalten. "Seit Jahren wird die Mittelweser problemlos aus der Edertalsperre gespeist, um die Wasserstände zu regulieren. Warum ist das nicht auch an anderen Flüssen möglich? Auch die Elbe wurde über Jahrzehnte aus der Bleiloch-Talsperre gespeist, um den Wasserstand zu regulieren“, sagte Diskussionsteilnehmer BÖB-Präsidiumsmitglied Detlef Bütow. Dies gehe heute ausschließlich deshalb nicht mehr, weil die Bundespolitik den Betrieb dieser Talsperre in o. g. Sinne nicht sicherstelle. Das Thema ist jetzt eine Frage der Landespolitik – hat aber offensichtlich keinen Platz in einem Masterplan.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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