Künftige Binnenschiffer stellten Kasparick herausfordernde Fragen

Dienstag, 23. Mai 2006, 07:43 Uhr

Künftige Binnenschiffer stellten Kasparick herausfordernde Fragen

Volksstimme Schoenebeck

Interessante Unterrichtsstunde mit Bundes-Staatssekretär am Berufsschulzentrum in Frohse

Von Karl - Heinz Karl-Heinz Klappoth 

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium, Ulrich Kasparick, hatte im Berufsschulzentrum in Frohse gestern einen schweren Stand. Die künftigen Binnenschiffer im 3. Lehrjahr hatten ihn eingeladen, einen Fragekatalog im Vorfeld erstellt und forderten nun die Antworten ein.

Schönebeck. Der Beruf des Binnenschiffers hat im Berufsschulzentrum Schönebeck-Frohse Zukunft. Das hoffen zumindest die künftigen Binnenschiffer, die sich gegenwärtig im 3. Lehrjahr befi nden auch. Erst recht, nachdem mit Jahresbeginn die neuen Rahmenrichtlinien begonnen haben, zu greifen. Das heißt, dass die Inhalte der Ausbildung sich künftig mehr an den Tätigkeiten aus dem Berufsleben, sprich den alltäglichen praktischen Arbeiten – ob nun als Deckmann oder Bootsmann – handeln. " Wer aber gibt uns die Garantie, dass wir nach der Ausbildung überhaupt erst an Bord gehen können ?" Die Lehrlinge wollten Antworten auf ihre Fragen und die aus erster Hand. Also wurde ein Katalog erarbeitet und gezielt nach Berlin an den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, an Ulrich Kasparick geschickt. Am gestrigen Montag stand der Politiker aus der Hauptstadt Rede und Antwort. Auch wenn es die künftigen Binnenschiffer dem Staatssekretär nicht leicht gemacht haben, sprach Ulrich Kasparick von der bisher am besten vorbereiteten Klasse, der er je gegenüber stand. " Ich hatte von der ersten Minute an das Gefühl, sie meinen es ernst und wollen etwas lernen. Ich bin mir sicher, auch wenn ihnen meine Antworten nicht immer angenehm waren, dass sie ihren Weg im Berufsleben gehen werden. " 

Und das waren die Fragen, die den Fachbereiche im Verkehrsministerium in den vergangenen Wochen harte Arbeit bereiteten und die der Staatssekretär versuchte, nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten : Wieviel Geld steckt der Staat in den Ausbau der Wasserstraßen, was macht er generell für die Binnenschifffahrt, was wird mit dem Ausbau der Saale …? Insgesamt 17 Fragen, die es galt, in 45 Minuten zu beantworten. Allein das Unterfangen war unmöglich. Dennoch waren die Schüler nicht unzufrieden. Allein die Tatsache, dass sich der Staatssekretär die Zeit nimmt, sprach augenscheinlich für ihn. 

Dennoch hatten nicht wenige Lehrlinge das Gefühl, dass die Binnenschifffahrt wie ein Stiefkind behandelt wird, der Beruf vor dem Aussterben steht. Denn die 450 Millionen Euro, die nach Aussagen Kasparicks investiert werden, sind verglichen mit anderen Branchen, so die Lehrlinge, geradezu gering. Unverständnis auch darüber, dass der Rhein und der Mittellandkanal großzügig ausgebaut werden, alle anderen Flüsse dagegen auf der Strecke blieben. Prioritäten setzen, nannte es der Staatssekretär. Selbst als das Klingelzeichen ertönte, wurde weiter diskutiert. Für Lehrlinge und Staatssekretär ein deutliches Signal, dass auch in Zukunft Redebedarf besteht.

 

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