Land setzt weiter auf Binnenschiffer

Donnerstag, 09. Februar 2006, 10:49 Uhr

Land setzt weiter auf Binnenschiffer

Mitteldeutsche Zeitung vom 09.02.2006

Verkehrsminister Daehre legt Konzept vor - Raumordnungsverfahren für den Saalekanal geplant

von Hendrik Kranert,

Magdeburg/MZ. Sachsen-Anhalts Landesregierung hält am umstrittenen Ausbau der Elbe in Magdeburg und am Bau des Saalekanals nahe der Mündung in die Elbe fest. "Wir wollen die Binnenschifffahrt im Land weiter stärken und fördern", begründete Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre gegenüber der MZ. Deshalb will er jetzt den vierten Teil des Landesverkehrswegeplanes, der die Binnenschifffahrt betrifft, seinen Kabinettskollegen vorlegen.

In dem Papier werden die Häfen Magdeburg, Aken, Roßlau, Halle und Haldensleben als besonders bedeutsam eingestuft. "An diesen will sich das Land auch künftig finanziell beteiligen", so Daehre. Die kleineren Kaianlagen in Wittenberg / Piesteritz und Bernburg spielen im Verkehrswegeplan hingegen keine Rolle mehr. Gerade aber Bernburg könnte nach Daehres Ansicht künftig wieder mehr Bedeutung für die Binnenschifffahrt erlangen, "wenn die untere Saale ganzjährig schiffbar wird". Für den Wirtschaftsstandort Bernburg sei die derzeitige Situation ein Wettbewerbsnachteil. Gerade das Sodawerk von Solvay wolle am Standort nur noch erweitern, wenn sich die Schiffbarkeit der Saale grundlegend verbessere, sagte Daehre. Ganz so drastisch äußerte sich Werksleiter Gerhard Eder nicht, betonte aber, dass ein Ausbau der Saale "für uns ein erheblicher Standortvorteil wäre". Für Solvay rentiere sich ein Transport auf dem Wasser mit Schiffen mit mindestens 1 500 Tonnen Kapazität, derzeit seien nur 700 möglich.

Das Verkehrsministerium hat daher für den Bau des Saalekanals bereits eine Konferenz der beteiligten Ämter organisiert, die in einem Raumordnungsverfahren enden soll. In diesem soll geprüft werden, ob der Bau des Kanals ökologisch sinnvoll ist. "Wenn nicht, wird er nicht gebaut", so Daehre.

Gleiches gelte auch für den Ausbau der Fahrrinne der Elbe in Magdeburg, die das umstrittene Abtragen des Domfelsens mit sich bringen würde. Im Gegensatz zum Saalekanal, dessen Bau vom Bund befürwortet wird, ist das Planfeststellungsverfahren der so genannten Stadtstrecke vom Bund auf Eis gelegt worden. "Wir fordern, dass es wieder aufgenommen und beendet wird, um feststellen zu können, ob der Ausbau ökologisch vertretbar ist oder nicht", sagte der Verkehrsminister. Für ihn ist die Beseitigung des Engpasses in Magdeburg auch ein gewichtiges Argument gegenüber Tschechien: Das Nachbarland will die Elbe mit Staustufen besser schiffbar machen, "was wir aber ablehnen", so Daehre.

Für die Untere Havel, die auf 28 Kilometer durch Sachsen-Anhalt fließt, plant der Bund die Renaturierung des Flusslaufes. Daehre sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, die bestehenden und zum Teil bereits sanierten Schleusen nicht abzureißen. "Nur so können auch weiterhin Binnenschiffe die Untere Havel benutzen."

 

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)