Leipziger wollen an die Saale

Sonntag, 12. Oktober 2008, 21:36 Uhr

Leipziger wollen an die Saale

Eine Studie soll den Ausbau des Elster-Kanals prüfen

mz-web.de 12.10.08 von VON HANS-ERDMANN GRINGER

MERSEBURG/MZ. Mit dem Boot von Leipzig nach Merseburg und weiter die Saale und die Elbe entlang bis zur Nordsee - das ist noch Vision. Es muss aber keine bleiben: Der Saale-Elster-Kanal, der die Weiße Elster mit der Saale verbinden und Leipzig an das Wasserstraßennetz führen sollte, wurde zwar nie fertig gestellt. Aber die Initiativen wachsen, das 1943 eingestellte Projekt als touristische Wasserstraße zu vollenden. Insbesondere in Sachsen gibt es Befürworter, die derzeit auf einer Aktionswoche in Leipzig dafür werben.

Der grüne Ring, ein Zusammenschluss von 13 Kommunen im Süden Leipzigs unter Mitwirkung der Kreise Leipzig und Delitzsch hat nun Fördermittel beim Freistaat für ein Gutachten zur möglichen Vollendung des Kanals beantragt. Anfang kommenden Jahres könnte dieses Gutachten in Auftrag gegeben werden, sagte Silvana Rückert, Geschäftsführerin des Grünen Rings, der MZ. Im Rahmen der Aktionswoche auf dem Leipziger Hauptbahnhof präsentieren sich Tourismusveranstalter und Vereine mit Ausstellungen und Diskussionen. Eine der Runden wird sich am 18. Oktober als Höhepunkt mit dem Kanalprojekt beschäftigen. Eingeladen sind neben Vertretern aus Merseburg auch der Bürgermeister von Kreypau, der Leipziger Bürgermeister und der Förderverein für den Saale-Elster-Kanal, der in Merseburg seinen Sitz hat. Dessen Vorsitzender Michael Witfer freut sich schon auf die Runde: "Wir wollen natürlich deutlich machen, welchen Aufschwung dieser Kanal der gesamten Region bringen könnte."

Und mit dieser Auffassung steht er wohl nicht allein. So hat der Grüne Ring inzwischen auch den Saalekreis und die am Kanal liegenden Kommunen angeschrieben, um Zustimmung oder Ablehnung zu sondieren. Dabei wird auf das Netzwerk Blaues Band verwiesen, das sich für eine durchgängige Schiffbarkeit der Saale bis nach Naumburg und die Anbindung der Unstrut stark macht. Auch Halle wird nicht vergessen. Die Verbindung zwischen Leipzig und Halle könnte erstmals die beiden Wassersportzentren Neunseenland und Blaues Band direkt verbinden, heißt es in dem Schreiben an die Sachsen-Anhalter. Ein Anschluss des Geiseltalsees nach seiner vollständigen Flutung 2010 an die Leipziger Neunseenlandschaft wäre dann wohl ebenfalls nicht mehr in weiter Ferne. Gleichzeitig hat Leipzig den Hafen im Ortsteil Lindenau ausgebaut als Voraussetzung für eine stärkere wassertouristische Nutzung. Von dort zum Kanal sind es noch 75 Meter.

Im Saalekreis hat man bereits Interesse signalisiert. Der Kreis würde sich als "Scharnier" zwischen Leipzig und seiner südlichen Seeregion mit den hiesigen touristischen Routen einordnen, schrieb Landrat Frank Bannert (CDU) an den Grünen Ring. Bannert befürwortet zudem die Erstellung der Machbarkeitsstudie. Darin sollte die Finanzierung herausgearbeitet werden.

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