Leserbrief zu „Fackeln im Schnee“:

Dienstag, 02. Dezember 2008, 22:14 Uhr

Leserbrief zu „Fackeln im Schnee“:

von Rolf Lack

In dem Bericht über die Elbe sind zu dem Elbeabschnitt oberhalb Geesthacht einige Behauptungen richtig zu stellen:
Die Buhnen sind unter der preußischen Herrschaft Ende des 19. Jahrhundert entstanden. Nach dem Wiener Kongress und später dem Versailler Vertrag wurde die Bedeutung der Elbe für die Schifffahrt erkannt und   festgelegt, dass sie bei Niedrigwasser in ein „unverrückbares Bett“ zurückfließt. Damit sollten sowohl der Hochwasserschutz, Schutz des Grund und Bodens und die Schifffahrt bis zu einer Abladetiefe von 1,40 m gewährleistet sein. Mit dieser Aufgabe wurde die Elbstrombauverwaltung beauftragt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Fürstentümer entlang der Elbe bereits 5000 Buhnen für den Hochwasserschutz und zum Schutz der Ländereien gebaut. Durch die Elbstrombauverwaltung wurde die Zahl auf rd. 9000 erhöht. Diese vorhandenen Buhnen werden heute instandgesetzt. Die Buhnen verengen bei Niedrig- und Mittelwasser die Fahrrinne so, dass durch die Zunahme der Fließgeschwindigkeit der Sand im Bereich einer Untiefe wegtransportiert wird. Die Verengung ist so bemessen, dass sich in diesem lokalen Bereich eine Wassertiefe von 1,60 m einstellt. Sie ist bereits an den meisten Streckenabschnitten vorhanden. Bis zum Jahr 2010 sollen die Instandsetzungsarbeiten auf der gesamten Elbestrecke abgeschlossen sein und  die Wassertiefe wird im langjährigen Mittel an nur 20 Tagen im Jahr unterschritten, und nicht an 100 Tagen.
Diese Buhnen bewirken keine zusätzliche Vertiefung der Fahrrinne um bis zu 2,00 m.
Ein Schiff passt sich mit seiner Ladung immer dem Fluss an, es soll ja schwimmen. Die Schiffsabmessungen müssen aber so sein, dass sie auch bei höheren Wasserständen mehr Ladung nehmen können und auch für  andere Fahrtgebiete Abmessungen haben, die die Wirtschaftlichkeit des Schiffes gewährleisten.
Seit der Herstellung der Buhnen Anfang des 19. Jahrhunderts ist die  Elbe kein natürlich fließender Fluss mehr. Durch die Jahrhunderte hat er sich vom Urstromtal bis heute in eine durch Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft gewandelt. Ein Ausbau wird seitens der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung aufgrund der Regierungsvorgabe nicht durchgeführt, sondern nur die Instandsetzung bestehender Buhnen. Diese Unterhaltungsmaßnahmen werden zwischen dem Biosphärenreservat, den Unteren Naturschutzbehörden und der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) abgestimmt. In einem erst vor kurzem veröffentlichten Urteil des OVG Magdeburg wurde dem Kläger BUND das Recht auf Beteiligung bei Unterhaltungsmassnahmen nicht zugebilligt.
Die Forderung des BUND: „Gebt dem Fluss mehr Raum“ würde bedeuten, dass alle, die beim letzten Hochwasser „nasse Füße bekommen haben“ umgesiedelt werden müssten.
Wer mehr wissen möchte kann auf der Homepage „Elbe-Saale-Nachrichten“ unter der Rubrik „Wussten  sie …“ oder der WSD O weitergehende Informationen erhalten.

Rolf Lack, Schulweg 1, 21365 Adendorf, Tel. 04131 186156
Stellvertretender Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes

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