Leserbrief zum Bericht vom 3.11.2008 Lichter gegen den Schotter im Fluss

Mittwoch, 19. November 2008, 18:00 Uhr

Leserbrief zum Bericht vom 3.11.2008 Lichter gegen den Schotter im Fluss

MZ Ausgabe Wittenberg 14.11.2008

 Zu diesem Bericht gestatten Sie mir meine Gedanken zu äußern.

Ich finde es gut, dass in einer Demokratie Menschen ihre Gedanken und Wünsche auch öffentlich darstellen dürfen und können, solange keine Sachwerte dabei beschädigt werden und anderen dadurch Kosten entstehen.

Die gleichen Leute vom Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) und Elbaktivisten, die heute zur Aktion "Fackeln für die Elbe" aufrufen, hatten eine Klage gegen Instandsetzungsmaßnahmen an Uferschutzbauwerken an der Elbe beim Verwaltungsgericht in Dessau eingereicht. Diese wurde abgewiesen. Daraufhin wurde in der nächsten Instanz ein vorläufiger Baustopp beim Oberverwaltungsgericht Magdeburg erwirkt, der eine mehrmonatige Bauunterbrechung zur Folge hatte. Das OVG Magdeburg hat die Klage des BUND inzwischen als unbegründet zurückgewiesen, die Arbeiten können jetzt abgeschlossen werden.

Dem zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt in Dresden sind dadurch erhebliche Kosten durch Stillstand bei Fremdfirmen und neuen Baustelleneinrichtungen in Höhe eines hohen fünfstelligen Betrages entstanden, der letztendlich durch unsere Steuergelder aufgebracht werden muss. Weiterhin hat der Unterlegene die Gerichtskosten zu zahlen, hier der BUND als Klagender. Da der BUND, wie jede Partei neben privaten Zuwendungen wiederum von staatlichen Mitteln lebt, wird der Bürger ein weiteres mal zur Kasse gebeten.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Proteste aus gleicher Richtung gegen die dringend erforderliche Wiederherstellung eines Deckwerkes bei Gallin (Elb-km 203,85-204,96). Auch hier gab es letztendlich den gleichen Verlierer und Kosten in vergleichbarer Höhe.

Heute, nach ca. 4 Jahren liegt ein unabhängiges 12 seitiges Gutachten über die Wirksamkeit der damals durchgeführten Arbeiten in Gallin vor. Das Gutachten bescheinigt dem Wasser- und Schiffahrtsamt einen 100% Erfolg, sowohl aus Sicht der Binnenschifffahrt als auch in Bezug auf die Entwicklung von Flora und Fauna.

In diesem Monitoringbericht der TU Dresden (liegt dem Verfasser vor) wird neben vielen anderen positiven Auswirkungen festgestellt: "Wasserstandsabhängige Durchströmungen ("mildes Strömungsklima") von Buhnenfeldern hinter offenen Leitwerken sorgen für einen Wasseraustausch und gewährleisten die Funktionsfähigkeit faunistisch wertvoller Kiesbänke." Das Leitwerk bietet ufernahe Lebensräume für bedrohte Fische und andere gefährdete Organismen. Das Gutachten stellt besonders fest, dass keine Gefährdung der Ziele des Schutzgebietes Natura 2000 besteht.

Gerade dieses Beispiel zeigt, dass die Wasserbaumaßnahmen an der Elbe nicht zu einer Zerstörung der Kulturlandschaft führen, wie sie vom Bund Umwelt und Naturschutz immer wieder herauf beschworen werden. Im Gegenteil, viele Unterhaltungsmaßnahmen führen zu einer ökologischen Aufwertung der Wasser- und Uferflächen. 

 

Karl Jüngel
Kleinwittenberg
7.11.2008
ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Karl Jüngel  karl.juengel@arcor.de

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