Logistisches und Logisches

Freitag, 26. Februar 2010, 11:52 Uhr

Logistisches und Logisches

Landtagspräsident Dieter Steinecke besucht bei einer Kreisbereisung die Elbestadt Aken

mz-web.de , 25.02.10, VON MATTHIAS BARTL

AKEN/MZ.  Dies will Dieter Steinecke gleich doppelt unterstrichen wissen: "Man muss die bedeutende Stellung der Sekundarschulen für die öffentliche Wahrnehmung viel mehr herausarbeiten. Die Sekundarschulen stellen eine wichtige Säule des Schulsystems dar." Aus diesen Bildungseinrichtungen komme immerhin das Gros der Azubis für mittelständische Betriebe und das Handwerk. "Wie es also gelingt, in den Sekundarschulen Bildung zu vermitteln, so wird es gelingen, in der Wirtschaft Leistung zu befördern."

Unterricht in Sozialkunde

Und Steinecke ist nicht bange darum. Jedenfalls nicht, wenn die Schulen im Lande alle so wären, wie der Präsident des Landtages es am Donnerstag in der Akener Sekundarschule erleben konnte. Dort hat Steinecke eine "Unterrichtsstunde in Sozialkunde" gegeben. Die Tour nach Aken reiht sich ein in die regelmäßigen Kreisbereisungen, die der CDU-Mann unternimmt, um sich einerseits vor Ort mit lokalen Entwicklungen, Problemen und Hilfeersuchen vertraut zu machen und andererseits auch zu sehen, wie die Beschlüsse in der Praxis ankommen, die im Landtag gefasst werden. In Aken besuchte Steinecke nicht nur die Sekundarschule am Burgtor, sondern auch den Hafenbetrieb, wo er von Geschäftsführer Klaus Schröter und Bürgermeister Hansjochen Müller über den wirtschaftlichen Stand der Dinge informiert wurde.

"Es war für mich unübersehbar, dass sich Aken als wichtige logistische Schnittstelle in den zurückliegenden Jahren sehr positiv entwickelt hat", resümierte Steinecke, der sich durchaus als Mann vom Fach bezeichnen kann - immerhin war er einige Zeit ehrenamtlicher Aufsichtsratsvorsitzender der Magdeburger Hafen GmbH. Dass man durch den Aufwind, den der Hafen erfahren hat, jetzt über weitere Investitionen in die wirtschaftliche Infrastruktur nachdenkt, sei dabei besonders erfreulich. Dass man im Hafen erwarte, dass die Elbe für die Binnenschifffahrt "betriebsfähig" gehalten werde, sei nur natürlich, sagte Steinecke: "Ich kann einen noch so schönen Hafen haben - wenn die Schiffbarkeit nicht vorhanden ist, wird er mir wenig nützen." In diesem Zusammenhang unterstrich der Landtagspräsident die Notwendigkeit eines Planfeststellungsverfahrens für den Saale-Seitenkanal. Es gehe dabei nicht ums Bauen, "sondern dass man einfach Klarheit bekommt, ob der Kanal machbar wäre oder nicht." Die Quintessenz der Gespräche vor Ort werde er selbstverständlich den Ausschüssen des Landtages zur Kenntnis geben, so Steinecke. "Ich möchte eigentlich auf diesem Wege auch die Ausschüsse und die Arbeitskreise, die es im Landtag gibt, ermuntern, sich die Dinge öfter mal vor Ort anzusehen." Man müsse auch als Abgeordneter am Ball bleiben. Daher sei es für ihn auch selbstverständlich zu seiner Bereisung auch die lokalen Landtagsabgeordneten einzuladen, parteiübergreifend, über die Fraktionen hinweg, "und wer kommen will, kann dann gern kommen". In Aken waren denn auch SPD-Mann Ronald Doege und Erich Reichert (CDU) in Steineckes Entourage zu finden.

Sorgen mit der Bausubstanz

Mit von der Partie war ebenso Landrat Uwe Schulze (CDU), der auch an Steineckes Unterrichtsstunde teilnahm - was sich nicht zuletzt deshalb als günstig erwies, weil bei dem Gespräch mit den Akener Schülern auch Probleme angesprochen wurden, die ohnehin auf den Tisch der Landkreisverwaltung gehören. "Dabei", so Schulze, "ist es um zwei Linien gegangen, auf denen die Busse nicht so verkehren, wie sie sollten - von der Größe her und auch was die Pünktlichkeit angeht." Man werde das mit der Firma Vetter besprechen und an einer Lösung arbeiten.

Die sicherlich eher realisierbar ist als der Wunsch nach baulichen Veränderungen innerhalb der Sekundarschule. Unbestritten sei die Einrichtung in einem wenig erfreulichen Zustand, gab Schulze zu: "Aber Kreistag und Landkreis haben hinsichtlich der Schulbauförderung derzeit andere Schwerpunkte gesetzt." Dies müsse man erst einmal durchziehen.

Bogen von Bildung zu Wirtschaft

Und Leistung und Stimmung in der Schule hängen ja auch nicht allein vom Äußeren ab. Er habe einen positiven Eindruck von den Akener Schülerinnen und Schülern erhalten, freute sich der Landtagspräsident über das informative Zusammentreffen. Man habe über vieles sprechen können, die Neuntklässler seien für viele Probleme offen gewesen, ob nun zu Fragen nach der Aufarbeitung deutscher Vergangenheit oder zu Fragen, die die Zukunft der Schüler existentiell betreffen und mit den schlechten demographischen Aussichten der Region zu tun haben. Da könne man, so Steinecke, einen Bogen zum Hafen Aken schlagen, der Kreis schließe sich mit dem Erfolg: Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes müsse so positiv voranschreiten, dass allen, die einen Arbeitsplatz wollen, auch ein Arbeitsplatz angeboten werden kann. "Die Leute bleiben wegen der Arbeit hier oder kommen wegen der Arbeit wieder zurück." Und um für die Anforderungen der Arbeit heute gewappnet zu sein, sei Bildung der Schlüssel. Auch und gerade an den Sekundarschulen - und das wollte Dieter Steinecke wirklich deutlich unterstrichen wissen.

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