Manfred Sprinzek feierte 60. Geburtstag

Dienstag, 10. August 2004, 10:03 Uhr

Manfred Sprinzek feierte 60. Geburtstag

Reden beim Empfang aus diesem Anlass
Rede des Beiratsvorsitzenden des VHdS e.V, Dr. Peter Jebe,

Geschäftsführer Solvay Soda Deutschland GmbH, Werk Bernburg

Meine Damen, meine Herren, ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer heutigen Feier.

Sehr geehrter Herr Sprinzek, lieber Manfred,

herzlichen Glückwunsch zum 60. !

Für das neue Lebensjahr wünsche ich Dir vor allem Gesundheit, Wohlergehen, nie versiegenden Humor, viel Kraft und Mut für die bevorstehenden Aufgaben und weiterhin so viele Erfolgserlebnisse wie in den letzten Jahren. Das meine ich nicht ganz uneigennützig, denn Dein unermüdliches Engagement für die Vollendung des Saaleausbaus hat uns mit kleinen, aber stetigen Schritten unserem Ziel näher gebracht. Und nun, pünktlich zu Deinem runden Geburtstag, ist es in greifbare Nähe gerückt:

Mit der erwarteten Eröffnung des Raumordnungsverfahrens für den Schleusenkanal Tornitz werden Voraussetzungen geschaffen, die ganzjährige wirtschaftliche Nutzbarkeit der Saale für die Binnenschifffahrt endlich Realität werden zu lassen. Das ist nicht zuletzt der verdiente Lohn für Deine konsequente, engagierte und wohlüberlegte Arbeit für den VHdS, die Du seit mittlerweile acht Jahren leistest. Es gibt wohl kaum einen politischen Entscheidungsträger in unserem Land, der Dich nicht als hartnäckigen und sachlichen Streiter für die Vollendung des Saaleausbaus kennt. Du sorgst dafür, dass das Problem der Saale weit über die Region und sogar Deutschlands Grenzen hinaus bekannt wurde: Im November des letzten Jahres sprachst Du beim internationalen Umweltforum "Third Environment Forum" in Magdeburg über die Perspektiven der Saale als zukünftigen Wirtschaftsmotor für Sachsen-Anhalt. So wurde das Thema Hunderten von Fachleuten aus 20 Ländern und damit quasi weltweit vermittelt. Ein kleiner Geniestreich - aber dafür bist Du ja immer gut! Deinem persönlichen Einsatz ist es auch maßgeblich zu verdanken, dass wir heute auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken können:

  • Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, einen breiten Konsens quer durch alle politischen Parteien in Sachsen-Anhalt und der Bevölkerung unseres Bundeslandes herzustellen. Das schien vor fünf Jahren noch nicht möglich.
  • Die Pläne für die Beseitigung des letzten Nadelöhrs der Saale vor der Elbmündung wurden in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden trotz mehrerer Rückschläge ständig weiterentwickelt und führten schließlich zu der wirtschaftlichen, umweltfreundlichen und hochwasserneutralen Kanallösung.
  • Wir haben die Aufnahme der Saale in den inzwischen rechtskräftigen Bundesverkehrswegeplan 2003 erreicht. Vor einem runden Monat wurde der zweijährige Baustopp an der Elbe aufgehoben - auch das spricht für einen grundlegenden Sinneswandel der Politik bezüglich der Binnenschifffahrt.

Lieber Manfred, für diese Leistungen im Dienste der Mitgliedsunternehmen unseres Vereins, aber ebenso im Dienste der Infrastrukturentwicklung unseres Landes und der Wirtschaft der gesamten Region möchten wir Dir an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich und herzlich danken und Dir unsere große Anerkennung aussprechen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte als Beiratsvorsitzender des VHdS die Gelegenheit auch nutzen, um noch einmal auf die wirtschaftlichen Aspekte des Saaleausbaus einzugehen. Rund 1,5 Millionen Tonnen jährlich - das entspricht 60.000 Lkw-Ladungen - würden die an der Saale ansässigen Firmen sofort aufs Binnenschiff verlagern. Das geht aus einem unabhängigen Gutachten von PLANCO hervor. Wir haben in unseren Umfragen unter den Mitgliedsunternehmen des VHdS sogar ein sofortiges Transportpotenzial von fast 2,5 Millionen Tonnen ermittelt. Perspektivisch ist mit mehr als vier Millionen Tonnen Transportvolumen jährlich auf der Saale zu rechnen.

Die Unternehmen an der Saale stehen in den Startlöchern - und das teilweise seit Jahren: So kann ich Ihnen sagen, dass Solvay ca. 450 Millionen Euro in das Werk Bernburg investierte - eingedenk der Perspektive, in absehbarer Zeit die Saale als Transportweg nutzen zu können. Von den ca. 800.000 Tonnen, die zukünftig im Jahr transportiert werden, könnten rund 300.000 Tonnen über die Saale zum Versand gebracht werden. Zurzeit steht uns ab Werk ausschließlich die Bahn oder der Lkw zur Verfügung. Bei Schiffstransporten ist ein kostenintensiver Vorlauf mit der Bahn oder dem Lkw z. B. zum Hafen Magdeburg erforderlich. Wir haben Anfragen von Großkunden, die direkt mit dem Schiff versorgt werden wollen. Solvay wird liefern, zurzeit jedoch nicht aus Bernburg.

Ähnlich sieht das bei unseren Nachbarn in Bernburg aus: Am Standort des Werkes der esco-european salt company-GmbH würden bei einer verbindlichen Entscheidung für den Saaleausbau sofort 7,5 Millionen Euro in einen Saalehafen investiert. Die Frachtkosten bei einem Salzpreis von 30 bis 40 Euro je Tonne spielen eine entscheidende Rolle bei der Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Salzwerken.

Die Schwenk Zement KG Bernburg will mit der Vollendung des Saaleausbaus nach den neuesten Angaben bis zu 300.000 Tonnen Zement im Jahr von der betriebseigenen Umschlagstelle versenden. Derzeit müssen wöchentlich 5.000 Tonnen Zement und Klinker im Lkw-Vorlauf nach Haldensleben transportiert und von dort per Schiff weitergeleitet werden - auch hier könnten bei einem Direktversand mit dem Schiff ca. ein Drittel der Frachtkosten gespart werden. Ganz abgesehen davon, dass wöchentlich 200 Lkw weniger auf den Straßen zwischen Bernburg und Haldensleben unterwegs wären.

Die Getreide- und Agrarhandel Halle GmbH könnte beim Transport von z. B. 1000 t Weizen nach Rotterdam 3,65 €/t und nach Hamburg 6,30 €/t gegenüber dem gebrochenen Transport einsparen. Das alles sind nur Beispiele dafür, wie dringend die Wirtschaft Sachsen-Anhalts die Saale zur Verbesserung der infrastrukturellen Bedingungen braucht. Die Nutzbarkeit des Flusses vor der Haustür ist für viele Unternehmen unabdingbar, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben und damit Arbeitsplätze zu sichern und neu zu schaffen. Daran sollte auch der Politik über die Landesgrenzen hinaus in unserem von Arbeitslosigkeit gebeutelten Land gelegen sein.

Bundesverkehrsminister Stolpe hatte Ende letzten Jahres in seinem Brief an Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Daehre zugesichert, dass er bei Nachweis der Wirtschaftlichkeit der Ausbaumaßnahme an der Saale die erforderlichen Aktivitäten zur Aufnahme des Raumordnungsverfahrens veranlassen werde. Alle Voraussetzungen dafür sind erfüllt. Wir brauchen endlich Tatsachen, die uns Planungssicherheit verschaffen! Das Verfahren muss jetzt zügig eingeleitet werden.

Lieber Manfred!

Im Februar hätten wir Dein fünfjähriges Jubiläum als Präsident des VHdS feiern können - doch dazu blieb neben all der Arbeit keine Zeit. So feiern wir heute erst einmal Deinen 60. Die Vereinsmitglieder hoffen aber, dass Du uns noch lange als unermüdlicher, kompetenter und humorvoller "Wadenbeißer" erhalten bleibst. Dann - so sind wir uns sicher - werden bald Transportschiffe auf der Saale unterwegs sein. Darauf möchte ich mit Dir anstoßen!

Dankesworte Manfred Sprinzek

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Dr. Gottschalk,
sehr geehrter Herr Lack und
sehr geehrter Herr Dr. Jebe,

vielen Dank für die mir überbrachten Glückwünsche zum 60. Geburtstag und besonderen Dank dafür, dass Sie so freundlich mit mir und meiner Biographie umgegangen sind. Dem Geschäftsführer der Hafen Halle GmbH, Herrn Schneider, vielen Dank für die Durchführung und Ausstattung dieser Feier.

vielen Dank für Ihr Kommen und die mir überbrachten Glückwünsche. Es ist mir eine große Freude, Vertreter eines so breiten Spektrums unser Gesellschaft hier begrüßen zu dürfen. Lassen Sie mich deshalb wenigstens einige nennen, um auch zu zeigen, welch einen breiten Konsens wir für die Vollendung des Saaleausbaus herstellen konnten und welche Macht auch hinter der Durchsetzung dieses Projektes steht.

Ich kann hier begrüßen:

die Mitglieder unseres Vereins mit den Unternehmen:

esco - european salt company GmbH & Co. KG
Solvay Soda Deutschland GmbH
Domo Caproleuna
Kaolin- und Tonwerke Salzmünde
Getreide- und Agrarhandel Halle
die Deutsche Binnenreederei
um nur einige zu nennen.

Ich begrüße

Frau Weiß (CDU) als Vorsitzende des Landtagsausschusses für Bau, Wohnungswesen und Verkehr,

Von den Kommunen begrüße ich:

Herrn Landrat Gerstner aus Bernburg, Herrn Dittrich von der Stadt Bernburg, die Bürgermeisterin von Alsleben, Frau Wojtaszek, und Herrn Dr. Franke von der Stadt Halle.

Von den Industrie- und Handelskammern des Landes

sind der stellv. Hauptgeschäftsführer, Herr Zander aus Magdeburg und Herr Jahnke als Vorsitzender des Verkehrsausschusses aus Halle gekommen und von der Regionalgruppe Sachsen-Anhalt der Bundesvereinigung für Logistik Herr Prof. Kund

Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost ist durch Herrn Aster und Frau Bugner und der Bundesverband der deutschen Binnenschifffahrt durch Herrn Ostwald und Herrn Klinder vertreten.

Ganz herzlichen Dank für Ihr Kommen auch

Herrn Weise und Herrn Landwehr von der IG Bergau, Chemie und Energie sowie den Betriebsräten von Solvay und esco, Frau Koch und Herrn Richter.

Herzenssache ist die Begrüßung der Schiffervereine des Landes Sachsen-Anhalt mit ihren Vorsitzenden, Herrn Wehlmann, Herrn Seebote, Herrn Bandau und Herrn Udo Bangel. Von der Elbe begrüße ich weiterhin Herrn Möhrer vom Sächsischen Verkehrsverein und Herrn Schröter vom Hafen Aken und von dem ERSTU den Generalsekretär, Herrn Hartkopf.

Sehr verehrte Damen und Herren,

allein diese Begrüßung der Gäste ist eine Pressemitteilung wert, womit wir wieder beim Thema wären. Nach der Aufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes und der erneut positiv ausgefallenen Prüfungen der Wirtschaftlichkeit des sieben Kilometer langen Schleusenkanals muss nun das Raumordnungsverfahren für das Projekt eröffnet werden. Es bedarf nur noch des Startschusses dafür - und der muss von Bundesverkehrsminister Dr. Manfred Stolpe kommen. Stolpe hatte bereits im Dezember 2003 in einem Brief an seinen sachsen-anhaltischen Amtskollegen Dr. Karl-Heinz Daehre zugesichert: und jetzt ein wörtliches Zitat aus dem Brief:

<lockquote>"Bei Nachweis einer weiterhin gegebenen Wirtschaftlichkeit der Ausbaumaßnahme an der Saale werde ich die erforderlichen Aktivitäten zur Aufnahme des Raumordnungsverfahrens, über dessen Notwendigkeit Übereinstimmung mit Ihnen besteht, veranlassen."

Alle Voraussetzungen für die Eröffnung des Raumordnungs-verfahrens sind erfüllt, Die Politik muss nun Wort halten, Herr Minister Dr. Stolpe!

Jede weitere Zeitverzögerung belaste die Unternehmen an der Saale, die seit Jahren auf die Nutzbarkeit der Wasserstraße warten. Es ist NICHTS mehr notwendig an Untersuchungen, Studien o.ä., davon gibt es eh schon zu viel. Jetzt ist Anstand notwendig, zeigen, dass Politik auch Wort halten kann! Die Saale ist lange genug Spielball der Politik gewesen! Nun sind endlich Taten gefragt!

Sehr geehrte Damen und Herren,

die jüngste Presse zeigt, das Thema Vollendung des Saaleausbaus ist und bleibt bis zur Lösung präsent. Helfen Sie wie bisher, dass das auch so bleibt. Dazu wünsche ich uns allen viel Erfolg und jetzt angenehme Gespräche bei deftiger Kost und kühlen Getränken. Vielen Dank nochmals allen

und nun doch zuletzt meiner Frau Brigitte, die mich in vielerlei Hinsicht unterstützte, mit viel Verständnis für meinen Job, beim Abhören von Reden und moralischer Unterstützung, wenn es mal nicht so lief, wie ich wollte.

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