offener Brief des VHdS an Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Dienstag, 17. Juni 2008, 15:12 Uhr

offener Brief des VHdS an Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Offener Brief zur Rücknahme der Kurzstellungnahme zum Vorhaben "Ausbau der Unteren Saale - Schleusenkanal Tornitz" der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vom 27. April 2008

 

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Wulf Diepenbrock,


die Kurzstellungnahme zum Vorhaben "Ausbau der Unteren Saale - Schleusenkanal Tornitz" der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vom 27. April 2008 sorgte in der vergangenen Woche für Gesprächsstoff in der Öffentlichkeit. In dieser Kurzstellungnahme Ihrer Universität wird das Vorhaben Saaleausbau sowohl aus ökologischen als auch aus ökonomischen Gründen abgelehnt. Der Auftraggeber dieser Kurzstellungnahme, der BUND, spricht sogar von einem "Gutachten".

Dem derzeit laufenden Raumordnungsverfahren zum Bau des Saalekanals gehen langfristige und umfangreiche Untersuchungen voraus. Erstaunt ist man beim Lesen der Kurzstellungnahme über die falschen Aussagen - insbesondere zur Entwicklung der Schifffahrtsverhältnisse auf der Elbe und deren Wirtschaftlichkeit - die hier von der renommierten Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg getroffen werden. Irritierend ist, dass sich die hallesche Universität in die verkehrspolitischen Grundsatzentscheidungen des Bundes einmischt.

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wirft den Planern und Entscheidern des "Ausbau der Unteren Saale - Schleusenkanal Tornitz" schwere Verstöße gegen die wissenschaftlichen Grundsätze vor. Dabei ist die universitäre Interpretation des verwendeten Materials, der Studie der PLANCO Consulting GmbH Essen vom März 2004, höchst einseitig und fachlich von den Verfassern nicht belegt. Für das derzeit laufende Raumordnungsverfahren zum Bau des Saalekanals sind umfangreiche und sorgfältige Gutachten eingereicht worden, die hier nicht einmal erwähnt werden.

Besonders deutlich zeigt sich das bei "2. Zur ökonomischen Seite:". In diesem Abschnitt der Kurzstellungnahme werden durch die Verfasser Annahmen zur Befahrbarkeit der gesamten Elbe aus der Vergangenheit herangezogen und als Basis zur Berechung des zukünftigen Nutzen-Kosten-Verhältnisses verwendet. Dieser Vorwurf lässt sich durch Zahlen aus der Gegenwart entkräften. Seit dem Sommer 2007 haben sich die Schifffahrtsverhältnisse der relevanten Elbstrecke 5, zwischen der Einmündung der Saale in die Elbe und der Stadt Magdeburg derart verbessert, dass kein Engpass auf diesem für den Saaleausbau notwendigen Elbeabschnitt besteht.

Ebenfalls entkräften lassen sich die von den Verfassern geschilderten schlechten Schifffahrtsbedingungen auf der Elbe für die Zukunft. 2007 war ein Rekordjahr für die Binnenhäfen an der Oberelbe.

Bis 2010 wird  der Zustand wie vor dem Augusthochwasser von 2002 mit einer Fahrrinnentiefe von mindestens 1,50 Meter (Grenze bis Dresden bzw. 1,60 Meter unterhalb von Dresden) bei Mittelniedrigwasser mit allerdings eingeschränkter Fahrrinnenbreite wieder hergestellt. Die Umsetzung dieser Maßnahme, die keinen Ausbau der Elbe beinhaltet, erfolgt nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und den "Grundsätzen eines Fachkonzeptes der Unterhaltung". Gewässer- und auenökologische Aspekte werden dabei stets mitbetrachtet.

Ebenfalls nicht richtig ist die Behauptung der Kurzstellungnahme, dass der Bau des Saalekanals unwirtschaftlich sei. Die Unternehmen des VHdS haben in einer aktuellen Befragung das jährlich auf der Saale zu bewegende Transportpotenzial mit 2.450.000 Tonnen angegeben. Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen der PLANCO Consulting GmbH Essen werden damit mehr als bestätigt und die steigende Nachfrage für das Binnenschiff mit den angestrebten Verlagerungseffekten dokumentiert. Das belegt die Wirtschaftlichkeit des Saalekanals, die von Ihren Mitarbeitern ohne eine Befragung dieser Unternehmen, die für eine wissenschaftliche Analyse notwendig wäre, angezweifelt wird.

Mit der Kurzstellungnahme zum Vorhaben "Ausbau der Unteren Saale - Schleusenkanal Tornitz" wird der Versuch unternommen, das laufende Raumordnungsverfahren (ROV) zum Ausbau der Unteren Saale mit falschen Informationen in den Medien und damit in der Öffentlichkeit und in der Politik bewusst negativ zu beeinflussen.

Der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt fordert deshalb die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auf, die Kurzstellungnahme zum Vorhaben "Ausbau der Unteren Saale - Schleusenkanal Tornitz" zurückzuziehen.


Mit freundlichen Grüßen

Manfred Sprinzek
Präsident des VHdS e.V.

Dr. Andreas Leckzik
esco - european salt company                            
GmbH & <st1:place w:st="on">Co.</st1:place> KG
Werkleiter
Werk Bernburg
Beiratsvorsitzender des VHdS e.V.    

Dieter Kuhnesco
european salt company
GmbH & Co. KG
Betriebsratsvorsitzender

Dr. Thomas MüllerSolvay Chemicals GmbH
Werkleiter
Werk Bernburg 

Bärbel KochSolvay Chemicals GmbH
Werk Bernburg
Betriebsratsvorsitzende 

Johann TrenkwalderSCHWENK Zement KG
Werkleiter
Werk Bernburg

Achim GruskaSCHWENK Zement KG
Werk Bernburg
Betriebsratvorsitzender

Dirk Lindemann
Hafen Halle GmbH
Geschäftsführer                                                                                                                              

 

 

 

 

 

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