Masterplan ist Mist

Mittwoch, 16. April 2008, 13:59 Uhr

Masterplan ist Mist

Bonapart, 15 April 08

 Der so genannte "Masterplan Güterverkehr und Logistik" findet in der Binnenschifffahrt wenig Freunde. Die deutschen Verbände BDB, BÖB und BDS-Binnenschifffahrt kritisiern, dass die Branche in dem Papier nicht ausreichend berücksichtigt wird.

Nach Ansicht von BÖB-Präsident Dr. Rolf Bender ist der Masterplan allenfalls ein unvollständiger Maßnahmenkatalog. Als einen "Schlag ins Gesicht der gesamten Branche" bezeichnete Dr. Gunther Jaegers, der Präsident des BDB das Papier. Für Jaegers ist der Masterplan nur ein Reklamepapier für die Eisenbahn, dass keine Basis dafür sei, die Verkehrsprobleme der Zukunft zu lösen. Für Jürgen Schlieter, den Vorsitzenden des BDS-Binnenschifffahrt ist der Masterplan ein Schritt zurück. "Es gibt dringenden Korrekturbedarf bei dem Papier. Wo ist z.B. das von uns geforderte Modernisierungsprogramm?", fragt Schlieter.

Auch die in der „Initiative Binnenschifffahrt und Logistik“ (InBiLo) zusammengeschlossenen Verbände (Bun­desverband der Deutschen Binnenschiffahrt, Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen, Deut­scher Speditions- und Logistikverband, Verein für europäische Binnenschiffahrt und Wasser­straßen) wollen die heute in Brüssel stattfindende Frühjahrskonferenz der Verkehrsminister der 16 Länder und des Bundes zum Anlass, noch einmal auf eine stärkere Berücksichtung des Verkehrsträgers Binnenschifffahrt in dem Masterplan Güterverkehr und Logistik der Bundesre­gierung zu drängen. Für die InBiLo blendet der von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee Mitte März vorgestellte Masterplan-Entwurf das logistische Potenzial und die Kapazitäten der besonders umweltfreundlichen Binnenschifffahrt nahezu vollständig aus.

Die InBiLO erwartet von der Bundesregierung, dass das sehr bahnlastige Papier überarbei­tet und die Binnenschifffahrt mit ähnlich konkreten Maßnahmenvorschlägen bedacht wird, wie dies bei der Eisenbahn der Fall ist. Konkrete Maßnahmen – etwa zur Wasserstraßeninfrastruk­tur an Donau und Elbe – hatten die Verbände bereits 2006 im Auftrag der Bundesregierung ausgearbeitet. Als Orientierung für den Masterplan dient den Verbänden die im September ver­gangenen Jahres abgegebene Erklärung des Bundesverkehrsministers, dass Gütermehrver­kehre über Schiene und Wasserstraße gleichermaßen abgewickelt werden sollen und deshalb dort entsprechende Kapazitätsreserven erschlossen werden müssen. Die Verbände sind zufrie­den, dass das Bundesverkehrsministerium bereits signalisiert hat, auf die konkreten Verbesse­rungsvorschläge des am System Wasserstraße beteiligten Gewerbes einzugehen und den Masterplan entsprechend zu ergänzen.

Zusätzliche Unterstützung erhofft sich die InBiLo nun durch die Verkehrsministerkonferenz, zumal es derzeit in den Ländern gezielte Maßnahmenkataloge zur Stärkung des Verkehrsträgers Binnenschifffahrt gibt. So haben etwa Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in den letzten Monaten ihre Wasserstraßenverkehrs- und Hafenkonzepte ver­öffentlicht, die sich gezielt mit Maßnahmen zur Stärkung des Systems Wasserstraße befassen. Die Ministerkonferenz wird zur Zeit von Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre geführt. Daehre gilt als Förderer der Binnenschifffahrt und hatte sich deshalb auch wie­derholt für eine rasche Ertüchtigung der Elbe als internationale Wasserstraße ausgesprochen.

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)