Mehr Container auf die Oberelbe

Dienstag, 20. Juni 2006, 23:02 Uhr

Mehr Container auf die Oberelbe

DIE WELT Mo, 19. Juni 2006 von Stephan Maaß

Verein fordert von Verkehrsminister Tiefensee bessere Bedingungen für Binnenschiffahrt - Dem Beispiel Rotterdam folgen und Firmen nicht das Wasser abgraben

von Stephan Maaß

Der Verein zur Förderung des Elbstromgebiets macht sich in einem Brief an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) für eine Verbesserung der Schiffahrtsbedingungen auf der Mittel- und Oberelbe stark.

Für den Hamburger Hafen sei davon auszugehen, daß auch zukünftig etwa ein Drittel der einkommenden und ausgehenden Container aus dem deutschen und europäischen Hinterland stammt, schreibt der Vereinsvorsitzende Eberhard Hirsch. Bezogen auf den Containerumschlag im Jahr 2005 seien das rund 2,7 Millionen Container. Aufgrund der dynamischen Entwicklung in Mittel- und Osteuropa dürfte sich der Anteil dieser Regionen am Containerumsatz aber überdurchschnittlich entwickeln.

Nach vorliegenden Aussagen der Terminalbetriebe, Reedereien und Seehafenspeditionen könnten Binnenschiffe laut Hirsch davon einen Anteil von zehn bis zwölf Prozent zuliefern. Basierend auf einer relativ sicheren Prognose von sechs Millionen Standardcontainern im Hamburger Hinterlandverkehr hieße das, daß im Jahr 2015 ein Volumen von rund 700 000 Containern von der Binnenschiffahrt auf der Elbe bewegt werden könnte.

Die Mittelelbe könnte also einen wesentlichen Beitrag zur Abwicklung des Hinterlandverkehrs des Hamburger Hafens leisten. Im Kontext der verkehrspolitischen Bemühungen der Bundesregierung, Transporte von der Straße so weit wie möglich auf den Seeweg und die Binnenwasserstraßen zu verlagern, spiele der Ausbau der Elbe zwischen Hamburg und Tschechien eine wichtige Rolle, mahnt der Verein in seinem Schreiben an Tiefensee.

Tatsächlich werden über die Elbe nur wenige Container in Richtung Magdeburg und Leipzig transportiert. Der Anteil am gesamten Containerumschlag liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich. In Rotterdam wird dagegen schon ein Drittel des Containerverkehrs über den Rhein abgewickelt. Eine gute Anbindung Mitteldeutschlands und Tschechiens an den Hafen Hamburg sei für eine erfolgreiche Entwicklung der Elbe-Region unerläßlich, so Hirsch. Die Verbesserung der Schiffahrtsbedingungen werde entscheidende Entwicklungsimpulse für die Wirtschafszentren zwischen Hamburg und Prag geben. Der Verzicht auf entsprechende Baumaßnahmen an der Elbe würde den Firmen entlang des Elbstroms im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgraben.

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