Mehr Engagement für Ausbau von Wasserstraßen ist nötig

Dienstag, 28. Oktober 2008, 21:35 Uhr

Mehr Engagement für Ausbau von Wasserstraßen ist nötig

Leserbrief von Ingo Klinder

Zu „Größte Kanalbrücke der Welt über die Elbe ist ein Projekt der Superlative / Fünf Jahre Wasserstraßenkreuz bei Magdeburg: Segen oder Millionengrab?“
Volksstimme vom 11. Oktober:

Im Artikel wird ein „Flussexperte“ des BUND zitiert, welcher wieder einmal mit falschen und/oder halbwahren Zahlen versucht, gegen die Schifffahrt Stimmung zu machen:

Die 18 Millionen Tonnen Güterverkehrsaufkommen sind Anfang der 90er Jahre aus der damaligen Situation, Verkehrsaufkommen der Ex-DDR und aus dem Westteil Berlins, hochgerechnet worden. Die versprochenen „blühenden Landschaften“ führten  aber eher zu unkrautüberwucherten Industriebrachen, so dass bereits zum Planfeststellungsverfahren eine der neuen Situation geschuldete Hochrechnung für das Wasserstraßenkreuz zu Grunde gelegt wurde. Da das Wasserstraßenkreuz aus  Trogbrücke, Doppelschleuse Hohenwarthe, Schleuse (und dem Schiffshebewerk) Rothensee, Niedrigwasserschleuse im Rothenseer Verbindungskanal sowie Schleuse Niegripp incl. der verbindenden Kanalabschnitte besteht, ist auch für diesen  Gesamtkomplex eine Kosten-/ Nutzen-Rechnung mit der weit geringeren erwarteten Tonnage für das Jahr 2015 vorgenommen worden, welche einen deutlich positiven volkswirtschaftlichen Gesamteffekt erbrachte. Wenn man nun versucht, einzelne  Bauteile aus der Gesamtbetrachtung herauszurechnen, fehlt dazu jede Grundlage!

 Ein herangezogenes 1500-Tonnen-Binnenschiff (Europaschiff) kann leider noch nicht voll abgeladen fahren, da die Fertigstellung der anschließenden Kanalstrecken sowohl in westlicher als auch in östlicher Richtung noch immer auf sich  warten lässt und mehrfach verschoben, nun für das 2013/2014 angedacht ist. Selbst der Magdeburger Hafen konnte in diesem Niedrigwasser-Jahr nicht einmal durchgängig mit der als Interimslösung gestatteten 2,50 Meter Abladetiefe (statt  der vorgesehenen 2,80 Meter) erreicht werden, da die Niedrigwasserschleuse noch im Bau ist. Wenn die Schiffe im Verkehr von Ost nach West und umgekehrt wie früher die niedrige Elbstrecke zu passieren gehabt hätten, wäre die  Frachtschifffahrt für diesen Bereich in diesem Sommer ganz zum Erliegen gekommen. So ist die Behauptung, dass niemand die Kanalbrücke braucht, einfach falsch!

 Im Jahre 2015, wenn das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17 dann endlich voll nutzbar ist, wird auch sicher die prognostizierte Tonnage erreicht und überboten werden.
 Das Verwerfliche bei den Behauptungen des „Flussexperten“ ist, dass er sehr wohl die richtigen Zahlen kennt, diese aber nicht die von ihm erstrebte Wirkung erwarten lassen.

 Ein Gang zur Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, welche in der Gerhart-Hauptmann-Straße in Magdeburg sitzt, ist nicht weit. Dort können die Zahlen und die daraus resultierenden Berechnungen für das Planfeststellungsverfahren des      Wasserstraßenkreuzes Magdeburg leicht eingesehen werden.

 Ingo Klinder, Magdeburger Elbe-Schiffer- Verein, 39114 Magdeburg

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