Millionen-Investition im Hafen?

Mittwoch, 27. September 2006, 22:36 Uhr

Millionen-Investition im Hafen?

Neues Terminal für Container-Umschlag im Gespräch - Logistikfirma legt zu; von Michael Tempel

Halle/MZ. "Der Hafen Halle ist eine wichtige Schnittstelle für uns", sagt Matthias Junge. Der 34-Jährige ist Geschäftsführer der LTH Transportlogistik GmbH mit Hauptsitz in Dorsten (Nordrhein-Westfalen). Junges Angaben zufolge schlägt das Unternehmen jährlich rund 400 000 Tonnen Containerfracht über Halles Hafen um, Tendenz steigend. So kommen Güter wie Chemie-Grundstoffe, Möbel, Papier und Lebensmittel per Zug aus den Überseehäfen Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam in der Saalestadt an und werden auf verschiedene Zielorte in Mitteldeutschland verteilt. Umgekehrt transportiert LTH unter anderem Biokraftstoffe, Heizöle oder Chemieprodukte Richtung Küste.

Platz ist knapp

Bisher werden Containerzüge auf zwei Gleisen neben dem Hafenbecken "gelöscht" oder von hier aus neu beladen auf Reisen geschickt. Neben LTH nimmt auch die Transportfirma WBT diesen Umschlag-Service des Hafens in Anspruch. Der Platz ist bereits knapp. "Der Bedarf an zusätzlichen Transport- und Umschlagskapazitäten steigt", so Junge. Gemeinsam mit dem Hafen überlege man, durch eine "Umstrukturierung" den Kundenwünschen noch besser gerecht zu werden. Junge: "Es gibt Interessenten, die in Halle Container in großem Umfang zwischenlagern wollen." Zwar soll die Stellfläche neben dem Hafenbecken erweitert werden. Doch das könne laut dem LTH-Chef nur ein Zwischenschritt sein. "In den nächsten vier Jahren müsste da noch was passieren." Was Junge zurückhaltend formuliert, läuft Branchen-Kennern zufolge auf ein sicher mehrere Millionen Euro teures Terminal außerhalb des Hafens hinaus.

Die Hafenleitung hält sich noch bedeckt. "Wenn sich der Containerumschlag weiter so positiv entwickelt, wäre das eine Variante, über die man nachdenken könnte", sagt Hafenleiter Harry Dietrich. Bislang sei alles ein "Planspiel". Offenbar kommen für ein Terminal Standorte neben der Köthener Straße oder der B 6 südlich von Sennewitz in Betracht. Denn dort soll auch eine neue Schienenverbindung zwischen der Trasse der Deutschen Bahn AG und dem Hafen errichtet werden. "Dazu gehen wir 2007 in die konkrete Planung", so Dietrich.

Kaum Schiffe

Halles Hafen steckt in einem Dilemma: Weil die Saale bislang nur bedingt befahrbar ist, machen nur wenige Schiffe fest, schreibt der Betrieb jährlich zwei Millionen Euro Minus. Die in den vergangenen Jahren erfolgten Millionen-Investitionen waren vor diesem Hintergrund jüngst vom Landesrechnungshof gerügt worden.

Die Stadtwerke als Hafenbetreiber setzen als Ausgleich vor allem auf die Vermarktung des Areals als Gewerbestandort und auf den Umschlag von Containerzügen.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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