Minister Bendl unterstützt Wehr an der Elbe

Mittwoch, 18. März 2009, 19:13 Uhr

Minister Bendl unterstützt Wehr an der Elbe

Děčínský deník, 12.03.2009

Nun ist es entschieden. Verkehrsminister Bendl bekräftigte in einer Presseerklärung seine Unterstützung für den Bau eines Wehrs, als er sich am Mittwoch (11. März) mit Reedern in Děčín traf. Auch die Stadt Děčín unterstützt diesen Bau. Die Direktion der Wasserwege lehnte gleichfalls alternative Vorschläge von Gegnern des Baus in Děčín und Ústí nad Labem ab.
„Wir haben ein eminentes Interesse für den Bau des Wehrs an der Elbe.“, sagte Verkehrsminister Petr Bendl. Auch der Děčíner Oberbürgermeister Vladislav Raška äußerte sich ähnlich. „Ich bin der festen Meinung, dass sich die Wehre auch trotz des Widerstands von Umweltaktivisten durchsetzen und dass das Wehr nicht wie die Autobahnumfahrung in Děčín ausfällt, deren Ausbau das Umweltministerium blokiert hat und das nur deshalb, weil es ein Gutachten von Gegnern hatte.“, fügte der hinzu.
An die Spitze der Gegner der Wehre in Děčín und Ústí nad Labem stellte sich die Gesellschaft Přátelé přírody (Freunde der Natur). Sie hatte vor Jahren eine Petition erstellt und über 10.000 Unterschriften gesammelt.
Laut Marian Páleník, Direktor der Gesellschaft, sollte das Verkehrsministerium lieber das EU-Programm NAIADES nutzen, um eine Modernisierung des Fuhrparks zu unterstützen, um so die Tauchtiefe zu verringern und den Anteil des Containertransports zu vergrößern.
Das europäische Programm zur Unterstützung der Binnenschifffahrt NAIADES verfügt über Mittel zur Modernisierung des Fuhrparks. Die Schiffe auf der Elbe sind dreißig Jahre alt, ihre Konstruktion entspricht der Zeit, als sie gebaut wurden. Damals wurden hauptsächlich Kohle und andere Schwerlasten transportiert. Die Schiffe in Tschechien sind nicht für Container gebaut, welche leichter sind als die ursprüngliche Last.
„Heute existieren Technologien, die es ermöglichen den Tauchgang von Schiffen mäßig zu senken. Für die Elbe spielen jede zehn Zentimeter eine große Rolle.“, sagte Páleník. „Das Ministerium hätte der Direktion der Wasserwege eher ein Gutachten für einen Einbahnverkehr auf Wasserwegen auferlegen sollen, wogegen sich aber die Direktion für Wasserwege hartnäckig wehrt.“
Der Entwurf von Freunde der Natur, den Verkehr auf der Elbe in einer Bahn zu organisieren, d.h. zu bestimmten Zeiten fährt das Schiff mit dem Strom und zu anderen Zeiten gegen den Strom, lehnt der Chef der Direktion für die Wasserwege Miroslav Šefara ab. „Dieser Vorschlag ist schlecht und aus Sicht des Umweltschutzes ging er bei der Auswertung nicht als der beste durch, sondern belegte nur Platz 3.“ Wenn es solch einen Verkehr auf einem Fluss in Europa gibt, dann nur deshalb, weil das Flussbett zu eng ist, niemals deswegen, weil es die Schiffbarkeit erhöht.
„Ein Flussbett mit schnell fließendem Wasser zu erschaffen, wäre auch gegen die Sicherheit des Schiffsverkehrs.“, macht Luděk Cidlina, Direktor der Staatlichen nautischen Verwaltung, klar.
Die Reeder verlangen vom Staat Milliarden Kronen. Allein von 2004 bis 2007 haben sie Schäden in Höhe von vier Milliarden beziffert, nur wegen der Unschiffbarkeit der Elbe. „Ich glaube, wir haben Chancen auf Erfolg, denn der Staat hat tschechische und internationale Verträge zur Schiffbarkeit der Elbe nicht eingehalten.“, sagte Milan Raba, Generaldirektor der Tschechoslowakischen Schifffahrtsgesellschaft.
Eine Forderung der Reeder in Höhe von 1,8 Mia. Kronen hat auch das Gericht als begründet anerkannt und in einer Verfügung bestätigt. Das Verkehrsministerium hat sich aber aufgrund einer Gesetzesfrist gegen diese berufen. „Wir werden uns nicht dazu äußern und überlassen die weitere Entscheidung dem Gericht.“, sagte Minister Bendl.
Die Schadenersatzzahlungen für entgangene Gewinne gefallen den Umweltaktivisten auch nicht. „Die Reeder wissen, dass sie nichts gewinnen, es geht ihnen nur um politischen Druck zur Realisierung einer Verbesserung der Schiffbarkeitsbedingungen auf der Elbe.“, fügte Páleník hinzu und verweist darauf, dass ein Weg zu wählen sei, der die Entwicklung der Binnenschifffahrt auf der Elbe unterstützt und das einzigartige Ökosystem des Flusses zu bewahren. „Es ist schade, dass so viele Jahre mit Streit verbracht wurden, ohne dabei nach Lösungen zu suchen.“


decinsky.denik.cz/zpravy_region/video-ministr-bendl-podporil-jezy-na-labi20090312.html
ustecky.denik.cz/zpravy_region/20090312_wv_jezy.html


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