Mit dem Regenschirm in den Fluss

Sonntag, 12. Juli 2009, 21:54 Uhr

Mit dem Regenschirm in den Fluss

SPEKTAKEL Wasser von oben, Wasser von unten: Beim Saale-Schwimmen wurde allen Beteiligten viel abverlangt.

mz-web.de. 12.07.09, VON PETER GODAZGAR

HALLE/MZ. In der Ruhe liegt bekanntlich die Kraft. Und so entstieg Fritz Kasprzyk eine gute halbe Stunde nach dem Erstplatzierten gut gelaunt den Saalefluten und sprach ins ihm vor die Nase gehaltene Mikrofon die goldenen Worte: "Die Letzten werden die Ersten sein." Kasprzyk, Jahrgang 1949, erreichte als 122 von 122 Teilnehmern das Ziel unterhalb der Klausberge. Eine Stunde und eine Minute benötigte er für die 2250 Meter lange Strecke stromabwärts.

Als Schnellster kam Daniel Weiß, Jahrgang 1994 vom SV Automation Leipzig ins Ziel - er benötigte 24 Minuten und 19 Sekunden. Bei den Frauen gewann Katharina Stephan vom SV Grün-Weiß Wittenberg in 25,06 Minuten. Sie gewannen den Eichendorff-Pokal - und je einen hochmodernen Schwimmanzug.

Applaus bekamen alle drei - und die anderen natürlich auch, die sich bei beklagenswerten Witterungsbedingungen in den knapp 18 Grad kalten Fluss gewagt hatten. Der Veranstalter des dritten Saale-Schwimmens, der Universitätssportverein (USV), hatte natürlich auf eine ähnliche Volksfeststimmung wie im vergangenen Jahr gehofft, als sage und schreibe 5 000 Schaulustige ans Saaleufer geströmt waren.

Zudem hatte sich der Verein - der übrigens trotz seines Namens nicht nur Studenten, sondern allen Sportinteressierten offen steht - diesmal ein paar Neuerungen ausgedacht: Es gab ein Saale-Quiz, erstmals wurde außerdem die Saalenixe gekürt - das Rennen machte die 17-jährige Lisa Wiebach, deren Spezialität das Flossenschwimmen ist. In die Saale mochte die Nixe dann aber doch nicht. "Das ist mir heute zu kalt", sagte sie und lachte.

Gleichwohl wurde trotz anhaltenden Regens das Potenzial wieder mal deutlich, das sich aus dem Fluss schöpfen lässt. Immerhin ein paar hundert Zuschauer harrten ab Mittag, als die "Aqua-Jogger" an den Start gingen, aus - und die Schwimmer kamen teils von weither: Wolf-Rüdiger Franck beispielsweise war eigens aus Berlin angereist, der 65-Jährige nimmt regelmäßig an solchen Wettbewerben teilnimmt. Und mit 122 Teilnehmern war fast die Vorjahreszahl erreicht.

Am Ende stieg dann sogar noch der allererste Sieger des Saale-Schwimmens aus dem Wasser: Johannes Teller gewann 1905 die Premiere. USV-Organisations-Chef Hans-Dieter Gerlang, im antiken blau-weißen Schwimmdress, steckte hinter dem Spaß. "Die Strecke war leider zu kurz" schnaufte er. Seine Grundthese freilich zweifelte niemand an. "Die Saale ist ein Jungbrunnen."

Der Verein im Netz:

www.usv-halle.de

Direkter Link zum Artikel: http://www.mz-web.de/halle-saale/mit-dem-regenschirm-in-den-fluss-8501580

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