Mit Investitionen der Krise trotzen

Freitag, 02. Oktober 2009, 17:51 Uhr

Mit Investitionen der Krise trotzen

SBO-Gruppe bringt Goodyear-Reifenlogistik auf das Wasser

Schiffahrt,Hafen,Bahn und Technik 5|2009

Die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) trotzt mit zukunftsichernden Investitionen der Wirtschaftskrise. So entsteht am Südkai des Riesaer Elbhafens derzeit eine Lagerhalle für den in unmittelbarer Nachbarschaft produzierenden
Reifenhersteller Goodyear; planerische Gestalt bekommt ebenfalls in Riesa ein neues Container-Terminal mit einer Kapazität von max. 100.000 TEU p.a. für den Kombinierten Verkehr. Darüber hinaus forciert die SBO-Gruppe im Bunde mit dem
Sächsischen Wirtschaftministerium die praktische Machbarkeit und den Bau eines neuen Prototyps sehr flachgehender und im Oberelbe-Einsatz wirtschaftlich einzusetzender Schubschiffe.

Wenn SBO-Geschäftsführer Kapitän Bütow aus dem Fenster seines Dresdner Büros blickt, trifft sein Blick auf zwei Berge Flussspat, deren Höhe bis zum ersten Stock der Hafenverwaltung reicht. „In diesem Jahr stimmen die Wasserstände. Hätten wir mehr Ladung, würden wir richtig verdienen“ bemerkt
Bütow. Schnell weicht der kurze Seufzer einem zuversichtlichen Lächeln. „Eigentlich haben wir keinen Grund zu klagen – in einem gewissen Rahmen läuft bisher alles gut“.
Unten am Flussspat-Lager schichtet ein SBO-Mitarbeiter mit einem nagelneuem, leistungsfähigen Sennebogen-Radlader 310 Multihandler den Rohstoff um. Mit 20.000 t Jahresumschlag gehört das via Nordrange importierte Mineral seit 2007 zu den mit der ETS-Linie (Ecological Transport Service Elbe) wieder auf der
Binnenwasserstraße transportierten Gütern, mit denen die SBO ihren eingecharterten Schiffen MS DIANA und einem Schubverband die Grund-Auslastung und dem Kunden ein Puffer-Lager vor Ort bereitstellen kann. Mit diesem Linienverkehr konnten auch andere Massengüter auf die Elbe zurück geholt werden, die zuvor im Tiefwasserbereich in Haldensleben oder Magdeburg endeten und dann mit dem LKW nach Sachsen und Böhmen, belastend für
Mensch und Natur, weiterbefördert werden mussten. Allein durch den Flussspat-Transport nach Sachsen befreit die ETS-Linie die Straßen jährlich von einer über 14 km langen LKW-Schlange.

Krisenbedingt ist auch im I. Halbjahr 2009 in den Häfen der SBO-Gruppe der Umschlag zurück gegangen. Allerdings konnte bisher auf Kurzarbeit oder gar Entlassungen verzichtet werden. Der Vorteil für die Kunden, der mit dem Slogan „Sechs Häfen –ein Partner“ besteht, zahlt sich auch für die SBO-Gruppe intern
aus: Flexibel in sechs Häfen einsetzbare Mitarbeiter, die jeweils über persönliche Arbeitszeitkonten verfügen und damit in einem Zeitraum von zwei Jahren Mehr- und Minderarbeit ausgleichen können. So konnten in den vergangenen Wochen Mitarbeiter aus anderen Häfen in Riesa eingesetzt werden, um die aufwändigen Arbeiten zur Vorbereitung des Aufbaues der Goodyear-Lagerhalle aus SBO-eigener Kraft zu bewerkstelligen.
Für den Wirtschaftsstandort Riesa insgesamt wie für den trimodalen Umschlagplatz der SBO an der Elbe ist der Reifenproduzent Goodyear ein wichtiger Partner: Das ehemalige Pneumant-Werk, nach eigenen Angaben heute modernste Reifenproduktionsstättein Europa, will der amerikanische Konzern weiter modernisieren.

Die dafür nötige Lagerhalle von 16.000 qm vermietet die SBO an Goodyear. Künftig will Goodyear sowohl Teile der Rohstoffversorgung als auch des Reifenversands, etwa für den Export per Container, auf Binnenschiff und Bahn verlagern. „Was in Riesa passiert ist ideal für beide Seiten“, freut sich Bütow, der die Fläche der Lagerhalle gleich doppelt nutzen will und deshalb eine
Solaranlage auf dem Hallendach plant. Im Mai 2010 soll das Lager seinen Betrieb aufnehmen. „Natürlich ist jegliche Finanzierung bei den Banken in Krisenzeiten ein schwieriges Thema“,bestätigt der SBO-Geschäftsführer auch aus seiner Sicht. Doch mit aktiver Unterstützung durch den Freistaat Sachsen (SMWA) bei der Beantragung von EFRE-Fördermitteln und dabei gesicherter
Komplementärfi nanzierung durch den Freistaat können in den sächsischen Häfen die zukunftssichernden Investitionen weiter realisiert werden.
Fortschritte bei der zeitgemäßen Umgestaltung der Infrastruktur
sind bereits im Alberthafen Dresden-Friedrichstadt sichtbar: Alte Speicher am Südkai wurden abgerissen, um sowohl für den Schwerverkehr zur hafeneigenen RoRo-Anlage mehr Freiraum als auch Baugrund für neue Lagerhäuser zu schaffen. Um neue Gewerbefl ächen am Nordkai besser zu erschließen, wurden
Bahngleise verlängert....

weiterlesen in SUT 5/2009

 

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