Mit Steuerrad und Nebelhorn Kurs auf neuen Fluss-Kanal

Mittwoch, 14. Januar 2009, 21:39 Uhr

Mit Steuerrad und Nebelhorn Kurs auf neuen Fluss-Kanal

Saale-Schiffahrt: Verein macht mit Ausstellung auf alternative Transportwege zu Wasser aufmerksam

mz-web.de VON KATJA PAUSCH, 14.01.09

HALLE/MZ. Einmal das Steuer herumreißen oder kräftig ins Nebelhorn stoßen - das können seit gestern Besucher des Kundencenters der Stadtwerke. Eine kleine und dennoch umfangreiche Ausstellung zur Binnen-Schifffahrt wurde dort eröffnet.

Entstanden aus der Zusammenarbeit des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) mit dem Schifferverein "Undine" Alsleben und dem Hafen Halle, widmet sie sich der Geschichte und vielmehr noch der - allerdings ungewissen - Zukunft der Schifffahrt auf der Saale. In historischen Fotos ist diese umfangreich dokumentiert, hinzu kommen Bilder, die auch die internationale Fluss-Schifffahrt anschaulich präsentieren. Binnenschiffer-Utensilien wie besagtes Steuerrad, das vom Binnenschleppdampfer "Ella" stammt, ein Nebelsignalhorn und eine Schiffsglocke aus dem Jahre 1910 sowie diverses Segelzubehör wie ein in früheren Zeiten verwendeter Korkfender zeugen von einer Jahrhunderte alten Tradition der Schifffahrt auf der Saale. Auch mehrere Schiffsmodelle sowie das eines Umschlagplatzes sind zu bewundern. zur Verfügung gestellt hat diese Dinge der Schiffer-Verein "Undine" aus Alsleben.

"Mit der Ausstellung wollen wir zeigen, dass das Binnenschiff das umweltfreundlichste Transportmittel ist", so Manfred Sprinzek, Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt. Zu diesem Ergebnis sei das Ende 2008 abgeschlossene Raumordnungsverfahren gekommen. Umso unverständlicher sei es daher, so Sprinzek, dass es noch immer nicht gelungen sei, den Saaleausbau für eine florierende Schifffahrt zu vollenden. "Es fehlt nur noch die letzte Staustufe von Calbe bis zur Mündung der Saale in die Elbe", erklärt Sprinzek.

Die anderen fünf Staustufen zwischen Halle und Klein Rosenburg stammen noch aus den Jahren 1920 bis Mitte der 30er Jahre. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hatte den endgültigen Ausbau der Saale verhindert. Seit 1992, als im Ergebnis des ersten Verkehrswegeplans der Bundesrepublik diese letzte Staustufe beschlossen wurde, setzt sich der Verein für die Umsetzung des Beschlusses ein. Die wiederum scheitert seit über 18 Jahren an den Bestrebungen von Schifffahrtsgegnern des BUND und verschiedenen anderen Gruppen von Naturschützern, die durch die Schifffahrt die Saale-Auen-Landschaft gefährdet sehen. </read>

<read> Der jahrelang schwelende Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern mündete 2008 schlussendlich in einem Kompromiss, der auch vom BUND akzeptiert wurde: "Statt einer Staustufe soll die Anbindung nun über einen acht Kilometer langen Kanal erfolgen", erklärt Sprinzek. Inzwischen lehnten die Gegner aber selbst den Kanal-Kompromiss ab.

In der Ausstellung gibt es zudem jede Menge Informationsmaterial zur Schifffahrt auf Saale und Elbe.

 Ausstellung zur Saale-Schifffahrt bis zum 12. Februar im Kundencenter, Bornknechtstraße, geöffnet Montag, Mittwoch und Freitag jeweils von 8.30 bis 16.30 Uhr, Dienstag bis 18 Uhr und Freitag bis 15 Uhr.

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