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Mittwoch, 28. Juli 2004, 13:50 Uhr

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Presse über Solvay Soda GmbH und SCHWENK Zement

Aus "Volksstimme"- Wirtschaft - vom 05. Juli 2004

Konzern investierte in Bernburger Standort 450 Millionen Euro Solvay will mit neuen Partnern Produktionsverbund aufbauen

450 Millionen Euro investierte Solvay Deutschland in das 1991 übernommene Bernburger Werk und die notwendige infrastrukturelle Erschließung des 40 Hektar großen Betriebsgeländes mitten in der Stadt. Vier Unternehmen haben derzeit dort ihren Sitz. Allein das Bernburger Solvay - Werk, das 1939 mit 3000 beschäftigten die größte Sodafabrik der Welt war, beschäftigt 450 Mitarbeiter.

Von Grit Warnat

Bernburg. Jetzt sucht Solvay nach neuen Partnern.

"Wir haben großes Interesse an einem Produktverbund"

sagt Werkleiter Peter Jebe. der Geschäftsführer der drei Solvay - Betriebe im Industriepark denkt unter anderem an Glas-Papier- und Reinigungsmittelhersteller, die für ihre Produktion Soda und Wasserstoffperoxid, die beiden Hauptprodukte der Bernburger Solvay - Unternehmen, benötigen. Halbleiter- und Chiphersteller werden ebenfalls aus Bernburg beliefert.

Seit 1998 arbeitet der zweitgrößte europäische Hersteller von hochreinem Wasserstoffperoxid im Industriepark und verkauft sein Produkt in den gesamten europäischen Raum.

"in unserem Labor gibt es die sauberste Luft Sachsen-Anhalts"

sagt Solvay - Interox - Manager Michael Sell,

"Wir können aus sieben Milliarden Menschen zehn Sachsen-Anhalter herausfinden"

versucht Sell die Arbeit im Rein-Labor bildlich darzustellen. Den Wasserstoff für die Wasserstoffperoxid - Verfahren liefert die Air Liquide GmbH.

"Wichtig für uns wie auch für neue Investoren wäre der Ausbau des geplanten Saale-Kanals"

sagte Jebe, der als Mitglied im Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt ein Verfechter des umstrittenen Ausbau - Projektes ist.

"Pro Schiff könnten wir 40 Lkw - Transporte sparen"

sagte er.

Laut Geschäftsführer würde Solvay von den 810.000 Produktionstonnen im Jahr 300.000 Tonnen auf die Saale bringen. Jebe:

"Derzeit fahren wir Soda per Lkw bis Magdeburg und laden dort aufs Schiff um. Das bringt dem Unternehmen erhebliche Transport - Mehrkosten"

Der Solvay - Konzern gehört mit seinen 30.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 7557 Millionen Euro im vergangenen Jahr zu den 20 weltweit größten Chemie- und Pharmaunternehmen. In Europa nimmt Solvay den 16. Platz ein. Solvay Deutschland verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,664 Milliarden Euro.

Volksstimme vom 20.07.2004 Welt, ADV Wirtschaft:

Schwenk in Bernburg plant weiteren Abriss von Altanlagen auf seinem Betriebsgelände

Zementwerk will viele neue Firmen auf sein Gelände locken

Bernburg - Das Familienunternehmen Schwenk, das 1990 das Bernburger Zementwerk übernahm und in den vergangenen Jahren am Standort an der Saale in neue Produktionsanlagen investierte, will weitere Firmen auf das Werksgelände locken. Schwenk plant mit Fördergeldern den Abriss brach liegender Altbauten und wartet auf die Finanzzusage.

Eine Million Tonnen Zement verlassen Jahr für Jahr das Bernburger Werk.

"Wir bieten schon fast eine komplette Apotheke an"

sagt Werkleiter Uwe Müller zur Bandbreite der Produkte. Jeder Kunde erhält bei Schwenk sozusagen seinen eigenen Zement. 25 Normzemente und 30 Spezialbaustoffe werden am Bernburger Standort im Vier-Schicht-System hergestellt.

Schwenk baute nach dem Erwerb der Bernburger Firma eines der modernsten Zementwerke Europas auf, das nach dem kompletten Neubau vor zehn Jahren seinen Betrieb aufnahm. Errichtet wurde damals auch der weithin sichtbare Wärmetauscher, von dessen 120 Meter hohen Turm das gesamte Betriebsgelände überschaubar ist.

"Von hier oben sieht man erst, wie viele Flächen immer noch brach liegen"

sagt Müller. Neben neuen, modernen Anlagen befinden sich marode Gebäude aus VEB-Zeiten. Futuristisch hebt sich der zentrale Leitstand mit dem Labor ab, von dem aus die gesamte Produktion des Werkes computergesteuert überwacht wird.

"70 Hektar wollen wir demnächst freistellen und Platz schaffen für neue Investoren"

sagt Müller. Eine neue Brennstoffaufbereitung sei geplant, ein Kraftwerk bereits in Vorplanung. 4,5 Millionen Euro Infrastrukturfördermittel von Bund und Land hat das Unternehmen im Oktober vergangenen Jahres für einen großflächigen und kostenintensiven Abriss beantragt. "Wir warten sehnsüchtig auf die Zusage", meint Müller und hat die gestiegenen Marktpreise für Schrott im Hinterkopf. Schrott liegt in Mengen auf dem Betriebsgelände brach.

"Wir können auch interessierte Investoren nicht ewig an der langen Leine lassen"

sagt Müller. Für ein neues Kraftwerk auf Biomasse und eine Sekundärbrennstoffaufbereitung auf dem Gelände gebe es bereits Absichtserklärungen Müller:

"Uns ist es wichtig, hier neue Symbiosen mit anderen Betrieben einzugehen."

Auch neue Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Am Zementwerks-Standort Bernburg stehen derzeit 260 Männer und Frauen in Lohn und Brot.

Vor allem von einer weiteren Brennstoffaufbereitung erhofft sich das Unternehmen Vorteile auf dem hart umkämpften Zement-Markt.

"Mit gutem Vertrieb, Service und Pünktlichkeit können wir eine Menge bewegen. Aber wir müssen immer aufs Neue die Herstellungskosten minimieren"

sagt Müller. Den Finanzaufwand für die energieaufwendige Produktion habe das Zementwerk bereits drastisch reduzieren können. Durch eine deutschlandweite Pilotanlage zur Altreifen-Vergasung weicht das Unternehmen schon weitgehend auf Ersatzbrennstoffe aus. Energiequelle sind ausgediente Autoreifen, von denen bis zu fünf Tonnen pro Stunde verarbeitet werden können. Vor Jahren noch verbrannte das Unternehmen 36 Tonnen Braunkohle die Stunde. Heute sind es 4,5 Tonnen.

Von Grit Warnat

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