Mittelalter wird neu belebt

Dienstag, 19. Mai 2009, 08:50 Uhr

Mittelalter wird neu belebt

Hansefest: Zahlreiche Hallenser genießen das bunte Spektakel am Rive-Ufer oder direkt auf der Saale

mz-web.de, VON MARTINA SPRINGER

HALLE/MZ. "Sehr geehrte Gäste! Wir kommen aus der Kita Reideburg und zeigen das Märchen von Prinzessin Kunigunde." - Die Aufregung bei diesen Worten der mittelalterlich gekleideten Mädchen und Jungen war nicht zu überhören. Doch dann spielten sie frei von der Leber weg. Am Ende bekam der arme Bauernsohn, der alle Konkurrenten aus dem Feld geschlagen hatte, die schöne Prinzessin - und die Akteure verdienten Beifall.

Die Aufführung am frühen Samstagnachmittag war nur eine von vielen Möglichkeiten, das zweite Hansefest am Saaleufer zu genießen. Im vorigen Jahr aus der Taufe gehoben, soll es nach den Worten von Manfred Sprinzek, Vorsitzender des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt, zur Wiederbelebung des Flusses beitragen. Viele Initiativen hätten diesmal an einem Strang gezogen, und was dabei herausgekommen sei, könne sich durchaus sehen lassen. "Es ist wirklich viel, was von ein paar Vereinen auf die Beine gestellt wurde." Zudem zeige der Besucherzustrom: "Die Menschen fühlen sich wohl am Fluss."

Den ganzen Tag über galt auf der Saale: Leinen los! Kostenlos konnten die Hallenser mit verschiedenen Booten auf dem Fluss schippern - und wem die schwankenden Planken zu unsicher waren, der flanierte gemütlich am Rive-Ufer und schaute sich vielleicht die mittelalterliche Prozession an, die die Theatergruppe "Pax Domini" und Mitglieder der "Ritterschaft der Burg zu Bornstedt" gestalteten.

Das durch sie wieder auflebende Mittelalter war zugleich ein Hinweis auf die Hanse als Städtebund, der die Stadt Halle von etwa 1265 bis 1479 angehörte. Seit 1980 wird wieder jährlich international ein Hansetag durchgeführt. Für 2017 bewirbt sich Halle um die Ausrichtung, so Sprinzek voller Freude darüber, dass sich der Stadtrat für die Bewerbung ausgesprochen hat.

Während die Festbesucher im wesentlichen die Hände in den Schoß legen und die Augen schweifen lassen konnten, hatten die Teilnehmer am Skipperwettbewerb schwer zu tun. Sie mussten Salzfrachten löschen und wiegen, zeigen, dass sie Seemannsknoten binden können und am Amselgrund ein Anlegemanöver durchführen. Darüber hinaus galt es beim Ruf "Mann über Bord", schnelle und geschickte Rettungsaktionen zu zeigen. Am überzeugendsten gelang das Jens Rosenbaum vom Verein "Saalegeister Wettin", der das Motorschiff "Saalemander" gesteuert hatte. Er wurde am Abend in der "Bergschenke" als "Saaleskipper 2009" gekürt. Der Skipperball bot Gelegenheit, bei Liedern des Shanty-Chors "Seeteufel" und Live-Musik noch lange feste zu feiern. Dazu sind Feste schließlich auch da.

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