Möglichkeiten für die Abfuhr von 1000 t Ladung mit dem Schiff aus der Saale bei Fahrrinnentiefe von 1,60 m auf der Elbe

Sonntag, 14. März 2010, 17:44 Uhr

Möglichkeiten für die Abfuhr von 1000 t Ladung mit dem Schiff aus der Saale bei Fahrrinnentiefe von 1,60 m auf der Elbe

Ingo Klinder, Vorsitzender des Bezirksausschuss nordostdeutscher Wasserstraßen des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt

Für den Verkehr aus der Saale ist die  Fahrrinnentiefe der Strecke Saale 2, von der Schleuse Calbe bis zur Einmündung in die Elbe, maßgebend. Hier ist bei Niedrigwasser oft nur eine Fahrrinnentiefe von unter 1,00 m vorhanden, so dass weder Motorgüterschiffe und Fahrgastschiffe noch Schubschiffe verkehren können. Diese Strecke soll durch einen Seitenkanal bei Tornitz (im übrigen von den Umweltschützern anstelle einer Staustufe im Fluss selbst gefordert) umgangen werden.

Neuester Einwand dieser Umweltschützer gegen den Kanal ist, dass die anschließende Elbstrecke zwischen der Saalemündung und den Abzweigen des Mittelland- und Elbe – Havel -  Kanals bei Magdeburg nur 1,60 m Fahrrinnentiefe aufweise und damit die angeblich von  Verladern geforderten 1000 t pro Partie nicht zu realisieren seien.

Die selben Umweltschützer fordern, die Schiffe den Flüssen anzupassen. Das ist auf der Elbe mit der Schubschifffahrt bereits seit langem Fakt.

Leider benötigen aber Schubschiffe einen gewissen Tiefgang , um die Kraft der Maschinen  über die Propeller ins Wasser zu bringen. Die Schubleichter dagegen können mit 40 bis 50 cm Leertiefgang  gebaut werden, wie Beispiele vorhandener Leichter auf der Elbe beweisen:

Schubleichter Typ Europa I ,Länge 69,99 m,  Breite 9,49 m, Leertiefgang 0,43 m, (z.B. BR 4 2 0 5 A )             Tragfähigkeit bei 1,40 m  = 598 t, bei 2,05 m = 1000 t

 

Schubleichter Typ GSP 65,Länge 65,04 m,   Breite 9,48 m, Leertiefgang  0,45 cm

  (z.B. BR 4 3 1 0 A)            Tragfähigkeit bei 1,40 m = 544 t,  bei 2,27 m = 1066 t

 

Schubleichter Typ              Länge 32,50 m, Breite 8,20 m, Leertiefgang  0,40 m

 (z.B. BR 3 7 6 1 A)          Tragfähigkeit bei 1,40 m =  254 t / bei 4 SL = 1016 t

 

Ein Schubverband besteht aus einem Schubschiff und ein bis mehreren Schubleichtern.    SCHUBSCHIFFFAHRT

Dessen jeweilige maximalen Abmessungen liegen gemäß der BinSchStrO

- § 17.02 für die Elbe in diesem Bereich bei 145 x 22,90 m

- §  im Mittellandkanal und Elbe – Havel - Kanal bei 185 x 11,45 m 

Somit kann bei einer Fahrrinnentiefe von 1,60 m und üblichen 20 cm Flottwasser mit einem Schubverband leicht 1000 t Ladung abgefahren werden, selbst bei kurzzeitig zu erwartenden Unterschreitungen von 10 cm, d.h. bei 1,50 m Fahrrinnentiefe, würden noch zwei Schubleichter 1000 t tragen.

Ein Europamaß-Motorschiff mit Länge 85,o m, Breite 9,50 m, Leertiefgang 0,78 m, als nicht dem Fluss, eher dem Kanal angepasstes Schiff, würde dagegen 2,00 m  Abladetiefe benötigen, womit es etwa zu 50 % der Tage eines Jahres auch auf der Elbe 1000 t fahren könnte.

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