Möglicher Saalekanal spaltet in Gegner und Befürworter

Samstag, 14. April 2007, 09:34 Uhr

Möglicher Saalekanal spaltet in Gegner und Befürworter

Sehr gut besuchte Veranstaltung / Sachlichkeit prägte Dialog zwischen Wählern und Kandidaten

Volksstimme.de 13.04.2007, von Wolf - Dietrich Wolf-Dietrich Hein

Mit über 100 Besuchern war beim Wahlforum der Volksstimme am Mittwochabend im Stadtwerkehaus eine sehr gute Beteiligung zu verzeichnen. Ungeachtet mancher unterschiedlicher Auffassungen und Meinungen wurde in sachlicher Atmosphäre insbesondere über die Zukunft des Salzlandkreises diskutiert.

Schönebeck. Die Sitzplätze im Stadtwerkehaus reichten nicht aus, einige Besucher des Volksstimme-Wahlforums mussten mit Stehplätzen vorlieb nehmen. So groß war die Resonanz auf das Angebot der Volksstimme, mit den Landratskandidaten für die bevorstehende Wahl am 22. April in den Dialog zu treten. Auskünfte gaben Landrat Erik Hunker ( parteilos ), Heike Brehmer ( CDU ), Landrätin Aschersleben-Staßfurt, Sabine Dirlich ( Die Linkspartei. PDS ), Ulrich Gerstner ( SPD ), Landrat Bernburg, Harald Hinze ( Die Republikaner ). Der ebenfalls eingeladene Manfred Horst ( NDP ) erschien nicht.

Begrüßt wurden die Gäste des Abends von Olaf Koch, Leiter der Schönebecker Lokalredaktion. " Wir machen heute sozusagen den Anpfi ff, denn in wenigen Tagen wird gewählt ", leitete er die Debatte ein. Und das Forum solle zur Meinungsbildung beitragen, bevor dann am 22. April die Kreuze auf den Wahlscheinen gemacht werden.

Saalekanal offenbar weiter sehr umstritten

Nach einer kurzen Vorstellung der Kandidaten mit wesentlichen Daten aus ihren Lebensläufen und politischem Werdegang begann die erste Fragerunde. Dabei ging es um das Thema : " Bau des Saalekanals – ja oder nein ?" Heike Brehmer plädierte für dieses Projekt. " Natürlich müssten dabei die Belange des Umweltschutzes mit berücksichtigt werden. " Dagegen ist Sabine Dirlich gegen den Saalekanal, weil dessen Bau die erste Stufe für den Elbeausbau wäre. Auch sei es besser, " in die Schifffahrt statt in den Beton zu investieren ". Das heißt, solche Binnenschiffe zu bauen, die unter den jetzigen Bedingungen in beiden Flüssen einsetzbar seien.

" Seit 1000 Jahren sind Schiffe auf der Saale gefahren. Und das muss weiter so sein ", stellte Ulrich Gerstner klar. Der Kanal sei " wohl ein bisschen so etwas wie eine Kompromisslösung ".

Eindeutig für das Kanalprojekt sprach sich Harald Hinze aus. Die Verkehrsströme auf der Saale seien wichtig für die Region.

Erik Hunker gab zu bedenken, dass beim Kanalbau viele Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche verloren gehen würden und negative Auswirkungen auf die Fluss-Randgebiete zu befürchten seien. Zudem stellte der Schönebecker Landrat klar : " Wer für den Saaleausbau ist, der ist auch für den Elbeausbau. "

Ein anderes Thema sprach Reinhard Banse aus Schönebeck an. Er wollte von den Kandidaten wissen, wie es bisher gelungen sei, die Arbeitslosigkeit einzudämmen und welche weiteren Konzepte auf diesem Sektor verfolgt würden. Darauf antwortete Erik Hunker, dass die Entscheidung des Landkreises Schönebeck für das Optionsmodell ( Betreuung von Langzeitarbeitslosen durch die Kommunale Beschäftigungsagentur, KoBa ) richtig gewesen sei. War der Kreis sonst meist Schlusslicht in Sachsen-Anhalt bei den Arbeitslosenzahlen, so werde jetzt ein Platz im vorderen Drittel belegt. " Mit mir gibt es im neuen Salzlandkreis nur ein Modell : die Option ", stellte Hunker abschließend fest.

Auch der Landkreis Bernburg habe mit dem Optionsmodell gute Erfahrungen gesammelt, so Ulrich Gerstner. Des Weiteren wies er darauf hin, dass es in einigen Branchen sogar Mangel an Facharbeitern gebe. Dies sei in der künftigen Arbeitsmarktpolitik im Salzlandkreis unbedingt zu berücksichtigen.

" Hoffentlich wird der gesamte Salzlandkreis einem Arbeitsagenturbezirk angehören ", meinte Heike Brehmer. Betreut werden die Langzeitarbeitslosen im Landkreis Aschersleben-Staßfurt durch das Arge-Modell, einer Kooperation von Bundesagentur für Arbeit und kommunalen Einrichtungen.

Dies werde wegen vertraglicher Bindungen noch für weitere vier Jahre weiter so sein.

Sabine Dirlich lobte die Arbeit der KoBa Schönebeck. Zu bedenken gab sie aber, dass über 1000 Arbeitslose zwar aus der Statistik verschwunden seien, aber über Hartz-IV-Leistungen zusätzlich versorgt werden müssen. Ausdrücklich plädiert sie deshalb für auskömmliche Mindestlöhne.

Was bieten Sie dem Wähler ?

Am Ende der Veranstaltung bat Moderator Olaf Koch die Kandidaten um Aussagen, weshalb die Wähler gerade ihnen ihre Stimme geben sollten. Heike Brehmer verwies darauf, dass sie seit 1990 in der Kommunalpolitik tätig ist und deshalb über reiche Erfahrungen verfüge. Auch sei sie " fusionserfahren ", was den Zusammenschluss kommunaler Verwaltungseinheiten betreffe.

Sabine Dirlich verwies unter anderem darauf, dass sie sehr gut mit Menschen umgehen könne und Gestaltungsideen sowie Durchsetzungsvermögen mitbringen würde.

Ulrich Gerstner sagte, er stehe für Solidität im politischen Tagesgeschäft und verfüge über besondere Moderatorenfähigkeiten.

Folgende Auffassung vertrat Harald Hinze : Er solle gewählt werden, weil die anderen Kandidaten gezeigt hätten, zu was sie in der Lage seien. Ein Beispiel sei die hohe Arbeitslosigkeit.

Und mit folgender Aussage von Erik Hunker ging das Forum zur Neige : Er möchte den Beweis antreten, dass man an einer gewählten Landrätin vorbei kommen könnte ...

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)