Nicht nur das «gute Wasser» sorgt für beste Stimmung

Sonntag, 22. November 2009, 22:08 Uhr

Nicht nur das «gute Wasser» sorgt für beste Stimmung

mz-web.de 22.11.09

VON HEIDI THIEMANN

Bei Kameradschaftsabend in der Elbe-Rossel-Halle wird Mitgliedern, Sponsoren und Ehrengästen Dankeschön gesagt

ROSSLAU/MZ. Zu feiern, das verstehen die Roßlauer Schiffer, und so hieß es am Sonnabend in der Cafeteria der Roßlauer Elbe-Rossel-Halle "Leinen los" für einen Kameradschaftsabend. "Wir wollen Danke sagen an unsere Schifferkameraden, aber auch an unseren Ehrengäste und Sponsoren", erklärte Hans Georg Strauß, Vorsitzender des Roßlauer Schiffervereins 1847. "Zum anderen ist es wichtig Kameradschaft zu pflegen." Das sei, findet Strauß, heutzutage etwas verloren gegangen, weshalb die Schiffer diese Tradition hochhalten.

Geschwatzt, gut gegessen, getanzt, gelacht in geselliger Runde wurde viel. Und gute Laune machte wohl auch, weil die Elbe in diesem Jahr "gutes Wasser" führt, wie Gunter Wolf, der Hafenbetriebsleiter der Industriehafen Roßlau GmbH erzählte. "Von Krise ist bei uns keine Spur. Im November haben wir das Vorjahresergebnis bereits erreicht." Schrott, Getreide und Düngemittel werden schwerpunktmäßig in Roßlau verladen, zum Teil musste Wolf zusätzliche Arbeitskräfte aus Torgau und Riesa abfordern - im Verbund der Sächsischen Binnenhäfen ist das möglich. Und auch, wenn Wolf aufs nächste Jahr schaut, ist er optimistisch. Schrott, Kies und Bleche zu transportieren gibt es Anfragen. Allein beim Kies seien es 70 000 Tonnen. "Bei gutem Wasser können damit 70 Schiffe beladen werden."

"Gutes Wasser" aber ist Voraussetzung, will heißen, die Schiffe brauchen genügend Wasser unterm Kiel. "Deshalb müssen wir mit den Erhaltungsmaßnahmen für die Elbe vorankommen", meinte Hans Georg Strauß und schüttelt den Kopf über die, wie er sagt, "selbst ernannten Elbeschützer". Der Fluss dürfe sich nicht selbst überlassen werden, findet er. Die Elbe ist eine internationale Wasserstraße, weist er hin. Der Containerverkehr beispielsweise habe hier stark zugenommen.

Doch die Elbe-Politik sollte am Sonnabend außen vor gelassen werden. Auch die eigene Arbeit nicht im Mittelpunkt stehen, denn am 2. Dezember werde Rechenschaft vor den Mitgliedern gelegt. Vielmehr sollte der Gemütlichkeit breiter Platz eingeräumt werden. Und so blieb beim Auftritt von Quax und Dolly kein Auge trocken und hatte Schifferkamerad Dieter Herrmann später alle Anwesenden an Bord eines entführten Flugzeugs geholt - natürlich gab es ein Happy End und keine Verletzten, so dass alles in allem der Abend als gelungen in Erinnerung bleibt.

Manch einer war auch überrascht, wie Helmut Flemming und Achim Vollmer, die die Ehrennadel des Vereins erhielten. Die geht auch an Hans Peelen, einen Schiffseigner aus Holland, der seit vielen Jahren Mitglied bei den Roßlauer Kameraden ist - seit Otto Pötsch ihn auf der Elbe loste. Eine Freundschaft ist entstanden, die gerne gepflegt wird. "Wenn Hans Peelen es möglich machen kann, dann kommt er zu uns", erzählte Strauß. Diesmal aber hatte es aus Krankheitsgründen nicht geklappt.

Auch mehrere Dankesurkunden wurden überreicht, so an Jan Harnisch, Schiffseigner der "Wittenberg", die in Roßlau anlegt, an Dieter Herrmann insbesondere für seinen Einsatz im Schifffahrtsmuseum und die Sponsoren Axel Mundo und Willi Stöber.

Überrascht wurde der Schifferverein selbst aber auch. Durch Christel Heppner vom Förderverein "Schifferstadt Roßlau", die einen Scheck über 300 Euro überreichte, "für die großartigen Leistungen im Bereich Traditionspflege und die unendlichen Aktivitäten rund ums Schifferfest".

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