Niedrigwasser stoppt den Schiffsverkehr auf der Elbe

Dienstag, 29. September 2009, 07:47 Uhr

Niedrigwasser stoppt den Schiffsverkehr auf der Elbe

Sächsische Zeitung, 28. September 2009, Von Christiane Raatz

Bei einem Pegelstand von knapp 65 Zentimetern können weder Frachter noch historische Dampfer auf dem Fluss verkehren.

Bei einem Pegelstand von gerade einmal 60 bis 65 Zentimetern ist der Schiffsverkehr auf der Elbe weitestgehend eingestellt worden. Nach Angaben der Sächsischen Dampfschiffahrt verkehre derzeit nur doch der historische Dampfer „Diesbar“ zu Stadtrundfahrten in Dresden. Er können mit Kohle befeuert werden und hätte den niedrigsten Tiefgang aller historischen Ausflugsboote. Alle anderen liegen seit Montag am Kai und könnten bis einschließlich Dienstag nicht verkehren.

„In der letzten Woche hat uns die Welle aus Tschechien noch geholfen“, sagte Geschäftsführer Ludwig Meyer-Stork. Regelmäßig haben die Nachbarn ihr Reservoir aus den Talsperren angezapft und Wellen zu Tal geschickt, um ihren eigenen Schiffsverkehr aufrecht erhalten zu können. In der Nacht zum Montag sei die Welle allerdings ausgeblieben – sämtliche Schiffe sitzen seitdem auf dem Trockenen.

Welle aus Tschechien fehlt

Das schöne Wetter hatte der Sächsischen Dampfschiffahrt zuletzt einen regelrechten Besucheransturm beschert. Rund 10 000 Passagiere nutzten das Wochenende für einen Ausflug in das Elbland oder die Sächsische Schweiz auf der Elbe. „Jetzt hoffen wir zwar auf Regen, damit unsere Dampfer wieder fahren können“, so Meyer-Stork. Andererseits blieben bei schlechtem Wetter auch die Gäste weg.

Nach Angaben der Sächsischen Binnenhäfen sei mittlerweile der Frachtverkehr auf der Elbe komplett zum Erliegen gekommen. Chef Detlef Bütow sprach von „riesigen Problemen“. Man versuche zwar, einen Teil der auf der Elbe transportierten Güter auf Bahn und Lkws zu verlagern, aber einige Kunden könnten nicht bedient werden. Das Niedrigwasser bedeutet für die Binnenhäfen auch erhebliche wirtschaftliche Einbußen. Bisher hätte man sich gut über die Wirtschaftskrise gerettet, jetzt mache der Elbepegel einen Strich durch die Rechnung. „Wir warten jetzt nur noch auf Regen“, sagte Bütow.

Zwar sagen Meteorologen für die nächsten Tage Niederschläge voraus. Aber auch wenn es in Sachsen regnet, steigt der Pegelstand der Elbe nicht: Nötig sind Niederschläge im tschechischen Zufluss der Moldau/Eger. Normalerweise liegt der Elbepegel bei zwei Metern.

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