MDR als Sprachrohr des BUND

Dienstag, 23. September 2008, 16:13 Uhr

MDR als Sprachrohr des BUND

OFFENER BRIEF an Team von mdr-EXAKT

OFFENER BRIEF

Sehr geehrtes Team von mdr-EXAKT,

wir hatten uns vor dem Ausstrahlen Ihrer Sendung am 16. September 2008 zum Thema Saaleausbau in Verbindung gesetzt, weil wir die berechtigten Bedenken hatten, dass diese Sendung eine einseitige Berichterstattung zu Gunsten des BUND werden könnte. Leider ist genau das eingetroffen.

Sie haben die Mediennutzer vorsätzlich getäuscht, denn Ihr Beitrag verlässt sich auf Behautungen des BUND, die nicht der Realität entsprechen. Sie haben keine Recherchen betrieben, sondern anscheinend ungeprüft Material des BUND übernommen.

Sie verschweigen bewußt dem Zuschauer, warum keine Schiffe im Hafen Halle anlegen können. Um auf der Saale Binnenschifffahrt zu betreiben, ist die Vollendung des Saaleausbaus notwendig. Um darüber fachlich fundiert berichten zu können, sollte man wissen:

1. Die letzte größere Ausbauphase der Saale fand von 1932 bis kurz vor Kriegsbeginn statt und wurde nicht vollendet. Die Saale wurde für das 1000 Tonnen-Schiff ausgebaut. Man errichtete fünf Staustufen, um eine  ganzjährige Schifffahrt zu ermöglichen. Auf Grund der fünf Staustufen hat die Schifffahrt auf der Saale im Bereich zwischen Calbe (km 20,0) und Halle (km 88,0) überwiegend gute Bedingungen. Die Bauarbeiten mußten kriegsbedingt eingestellt werden. Es fehlt bis heute die sechste Staustufe der Unteren Saale von Calbe bis zur Elbe.

2. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde 1992 die fehlende und notwendige sechste Staustufe bei Klein Rosenburg in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes  aufgenommen. Auf dieser Grundlage wurde der Hafen Halle mit Fördermitteln der Europäischen Union ausgebaut. Wegen Protesten des BUND gegen die Staustufe und die Schifffahrt auf Saale und Elbe wurde das Projekt aus naturschutzfachlichen Gründen verworfen und eine vom BUND geforderte umweltverträglichere Kanal-Lösung entwickelt. Es entstand die Planung zum Schleusenkanal Tornitz, gegen den jetzt der BUND- in erster Linie von „Wasserexperten“ Dr. Dörfler – vehement und aggressiv kämpft.

3. Schiffe können wegen der fehlenden sechsten Staustufe in der Saale – jetzt die umweltfreundliche Kanal-Lösung -  immer noch nicht zum Hafen Halle fahren.

Diese Fakten verschweigen Sie exakt der Bevölkerung.

Sie lassen Prof. Dr. Zabel von der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen der MARTIN-LUTHER-UNIVERSITÄT HALLE-WITTENBERG zu Wort kommen und stellen dem Zuschauer eine „Studie“ der MARTIN-LUTHER-UNIVERSITÄT HALLE-WITTENBERG vor – es handelt sich hierbei um eine Kurzstellungnahme - die diese Universität gar nicht erstellt hat und von der sich deren Rektor bereits öffentlich distanziert hat. 
Diese Kurzstellungnahme wurde außerdem in der Presse korrigiert. Mit dem Fazit, dass sich der Saale-Kanal eben doch zweifelsfrei wirtschaftlich rentiert.

Dr. Dörfler und Prof. Zabel äußern sich in Ihrer Sendung zur Schiffbarkeit auf der Elbe. O-Ton Dr. Dörfler: „… heute rechnen sich nur Europaschiffe und die brauchen mindestens   2,30 m Wassertiefe.“ O-Ton Prof. Dr. Zabel: „… für den Fall, dass die Elbe einigermaßen schiffbar ist. Es wird kaum ein Schiff fahren können.“ Beide sind falsch.

Die Rentabilität der Schiffstransporte auf der Elbe hängt fachlich nachweislich nicht allein von der Wassertiefe von 2,30 bis 2,50 Meter ab. Ausschlaggebend für die Rentabilität von Schiffstransporten ist das Verhältnis von Transportpreis zu Transportkosten und nicht die Tauchtiefe. Die zitierten Wassertiefen beziehen sich auf das sogenannte „Europaschiff“, das auf Elbe und Saale äußerst selten verkehrt. Betrieben wird auf Elbe und Saale eine von den Umweltverbänden geforderte „flussangepasste Binnenschifffahrt“ mit modernen Schubschiffen. Hinsichtlich von Wirtschaftlichkeit und  Energieverbrauch sind die Schubverbände auf der Elbe dem Großmotorschiff überlegen.

Damit kann nach fundierten Aussagen - unter Berücksichtung des Umweltschutzes - von Reedereien und Häfen eine wirtschaftliche Binnenschifffahrt auf Elbe und Saale mit angestrebten Fahrrinnentiefen von 1,50 m (Grenze bis Dresden) bzw. 1,60 m unterhalb von Dresden bei Mittelniedrigwasser betrieben werden. 

Sie rufen in Ihrer Sendung die Zuschauer dazu auf, ein staatliches Prüfungsverfahren, das derzeit laufende Raumordnungsverfahren Schleusenkanal Tornitz zu stoppen, das rein rechtlich gesehen gar nicht zu stoppen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Sprinzek

 

 

 

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