Panorama Sendung am 28.8.08

Freitag, 05. September 2008, 20:20 Uhr

Panorama Sendung am 28.8.08

Brief von Johannes Müller an Panorama

Panorama Sendung am 28.8.08
“Versenkte Milliarden, sinnlose Subventionen für die Binnenschifffahrt im Osten“

Sehr geehrter Herr Wels, Sehr geehrte Damen und Herren,
ich gehöre zu dem kleinen Kreis derer, die aus ihrem Haus das Fernsehen und ähnliche Medien verbannt haben. Hotelaufenthalte bringen es hin und wieder mit sich, dass ich doch den Fernseher einschalte. Meist wird dadurch meine Entscheidung gegen das Fernsehen schnell wieder einmal als richtig bestätigt. Ein besonders krasser Fall trat am 28.8.08 ein, als ich in Ihrer Sendung Panorama über “Versenkte Milliarden, sinnlose Subventionen für die Binnenschifffahrt im Osten“ belehrt wurde.

Es schien mir unsinnig, dass in der Sendung die Schaffung einer geeigneten Zufahrt zu einem neu ausgebauten Hafen kritisiert wird, weil ja noch keine Schiffe dahin fahren. Das können sie ja auch noch nicht !
Also habe ich das hinterfragt und recherchiert. Dabei habe ich herausgefunden, dass das Binnenschiff das umweltfreundlichste Verkehrsmittel ist. Es verbraucht am wenigsten Energie, es verursacht keinen Lärm und nimmt am wenigsten Platz weg – ist also in einer Zeit, in der die Autobahnen von LKWs überfüllt sind und die Kapazitäten der Deutschen Bahn im Güterverkehr mit Steuergeldern auf ein tödliches Maß zurückgebaut wurden (das wäre mal eine Sendung Wert !) – eine ideale Alternative.
Um von der Elbe nach Halle zu fahren, könnte man die Saale selbst benutzen, wenn es unsere Vorväter in den dreißiger Jahren geschafft hätten die Staustufen der Saale zu vollenden, die eine ganzjährige Schiffbarkeit garantieren würden. Das sollte nach der Wiedervereinigung auch geschehen.
Umweltschutzverbände haben das aber verhindert und einen alternativen Kanal gefordert, gegen dessen Bau die gleichen Verbände nun auch kämpfen. Diese Haltung scheint mir sehr ideologisch verbohrt und hat wenig mit wirklichem Umweltschutz zu tun.

Leider bemüht sich Ihr Beitrag nicht, die wirkliche Situation auf der Saale objektiv zu betrachten und plappert absurde Thesen nach, die man auch beim BUND nachlesen kann.
Völlig verfehlt sind die Äußerungen des Prof. Zabel, der seine Stellungnahme zu diesem Thema (vom BUND als Gutachten der Martin-Luther-Universität Halle geadelt) kürzlich sogar inhaltlich vollständig korrigieren musste. Offenbar hat er eine ähnliche Kompetenz als Elbe-Experte, wie der gezeigte Elb-Angler. Dass die Elbe südlich von Hamburg nur 65 cm Wassertiefe hat ist richtig falsch. Die richtigen Zahlen kann man sich im Internet auf der Seite der Wasser- und Schifffahrtsämter ansehen.
Der Pegel bei uns in Dresden liegt in der Tat nur bei etwa 80 cm, was einer Wassertiefe von etwa 1 m entspricht. Trotzdem können Schiffe fahren und gerade Containerschiffe können fahren, weil Container viel leichter sind als das gleiche Volumen z.B. an Schüttgütern.
All das kann man durch eine einfache Recherche im Internet und in der Presse herausfinden. Die Autorin dieses Beitrages hat offenbar nicht recherchiert, sondern hat unkritisch Material aus dubiosen Quellen referiert. Das ist bedauerlich und zeigt wieder einmal, welch dünnes Brett gerade auch die öffentlich rechtlichen Medienanstalten bohren, die auch noch den Anspruch haben, den Bürger umfassend und neutral zu informieren. Da kann ich nur sagen: Nein Danke !
Mit freundlichen Grüßen
Johannes Müller

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