Planunterlagen zur Elbvertiefung liegen an 60 Orten aus

Mittwoch, 21. März 2007, 22:57 Uhr

Planunterlagen zur Elbvertiefung liegen an 60 Orten aus

Planungen zur Elbvertiefung gehen in die nächste Phase: Planunterlagen für das Bauvorhaben lieben bis 20. April zur Einsichtnahme aus verkehrsRUNDSCHAU.de 20. März 2007

Hamburg/Hannover. Die Planungen zur Elbvertiefung gehen in die nächste Phase: Von Mittwoch (21. März) bis zum 20. April liegen die Planunterlagen für das Bauvorhaben öffentlich aus. Interessierte können in 60 Orten entlang der Elbe Einsicht in die Papiere nehmen und Einwendungen vorbringen, teilte die Initiative „Zukunft Elbe“ am Dienstag in Hamburg mit. In der Initiative sind das Bundesverkehrsministerium, die Stadt Hamburg, die Hafenbehörde Port Authority, die Handelskammer der Hansestadt und der Unternehmensverband Hafen Hamburg zusammengeschlossen.

Zu den Unterlagen gehören unter anderem hydrologische Untersuchungen, Gutachten zur Deichsicherheit und eine Umweltverträglichkeitsstudie, teilte die Senatspressestelle mit. Voraussichtlich im Spätsommer soll es Erörterungstermine zu den Einwendungen geben. Einen reibungslosen Verlauf des Planfeststellungsverfahrens vorausgesetzt, kann nach Überzeugung des Senats Anfang 2008 mit den Baggerungen begonnen werden.

Bis 2009 soll die Fahrrinne der Elbe dann so weit ausgebaggert werden, dass sie von Containerschiffen mit einem Tiefgang bis 14,5 Metern befahren werden kann, etwa ein Meter mehr als bisher. Dagegen wehren sich Umweltverbände und mehrere Gemeinden in Elbnähe. Bedenken werden auch von niedersächsischen Landespolitikern geäußert. Der Containerumschlag in Hamburg wächst seit Jahren stark, die Erreichbarkeit des Hafens unabhängig von der Tide wird von den Reedereien als wichtige Zukunftsbedingung betrachtet.

Den Planungen zufolge sollen zwischen Hamburg und Cuxhaven auf Teilstrecken rund 38 Millionen Kubikmeter Sand und Schlick ausgebaggert werden. Die Kosten einschließlich der Ausgleichsmaßnahmen werden auf etwa 330 Millionen Euro geschätzt, davon muss Hamburg rund 100 Millionen Euro tragen.

Die Initiative „Zukunft Elbe“ rief dazu auf, die Diskussion um die Fahrrinnenvertiefung sachlich zu führen. „Wir haben in den letzten Wochen in Niedersachsen eine Emotionalisierung der Debatte erlebt, die niemanden wirklich befriedigen kann“, sagte Norman Zurke vom Unternehmensverband Hafen Hamburg. Christine Beine von der Handelskammer schlug vor: „Wir alle sollten jetzt erst die Fakten prüfen, dann unsere jeweiligen Bewertungen vornehmen, und dann den Dialog aufnehmen.“

Der Präsident der Umweltorganisation NABU, Olaf Tschimpke, hatte am Montag die Pläne zur Vertiefung scharf kritisiert. Der Fluss würde ökologisch weiter zerstört und zu einem reinen „Wirtschaftskanal“ verkommen. Wegen der zu erwartenden höheren Fließgeschwindigkeit der Elbe würde die Sicherheit der Deiche gefährdet, sagte er. Am Sonntagabend hatten hauptsächlich in Niedersachsen einige tausend Demonstranten ihre Ablehnung mit einer Fackelkette deutlich gemacht. Nach Angaben der Port Authority haben die Untersuchungen nach der Fahrrinnenvertiefung 1999 keine gravierenden Probleme ergeben. Die Sturmflutgefahr erhöhe sich nicht, die Deichsicherheit werde nicht beeinträchtigt. (dpa)

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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