Positive Bilanz vom Elbufer

Freitag, 19. September 2008, 19:56 Uhr

Positive Bilanz vom Elbufer

HAFENBETRIEB AKEN 15,5 Millionen Euro wurden hier in 15 Jahren investiert

mz-web.de VON SYLVIA CZAJKA, 19.09.08

Halle/MZ. AKEN / MZ - "Es ist hochmotiviert, engagiert, ein wertvolles Gut." Klaus Schröter spricht von seinem Team. Zwölf Männer und Frauen, die schon Tausende Binnenschiffe am Akener Hafen be- und entladen haben. Da gibt es Zeiten, bei denen sie vergebens auf Schiffe warteten, weil der Pegel der Elbe zu niedrig war, aber auch Zeiten der Flut, und da war die Angst, dass ihnen das Wasser alles nimmt. Das Team ist den Pakt mit dem Strom eingegangen.
Bereut haben es die Mitarbeiter nie. 119 Jahre hat die Schifferstadt Aken einen Hafen - 15 Jahre eine Hafenbetrieb Aken GmbH. Seit 30 Jahren ist Klaus Schröter der "Kapitän" an Land. Er ist ein Teil des Teams. Und vielleicht sogar der dienstälteste Binnenhafenmanager Deutschlands, schätzt der 58-Jährige.

Infrastruktur modernisiert

Die letzten 15 Jahre waren sehr ereignisreich, erzählt Schröter im MZ-Gespräch. 1993 übernahm die Stadt Aken als 100-prozentiger Anteilseigner von der Treuhand den Hafen Aken und gründete die GmbH. In der Zeit zwischen 1989 und 1992 habe es auf dem Gelände keinerlei Investitionen von Seiten der Treuhand gegeben, informiert der Geschäftsführer. Die Beschäftigungslage sei nach der Wende in allen Binnenhäfen katastrophal gewesen, erinnert er sich. "Alle Geschäfte sind zusammengebrochen." Die Infrastruktur sei in einem sehr schlechten Zustand gewesen. Doch eines stand immer fest: "Aufgeben niemals". 1993 wurde mit der Stadt Aken das erste Infrastrukturprogramm aufgelegt. Das hieß Platz schaffen für Kai- und Gleisanlagen, innerbetriebliche Straßen und Plätze. "Wir haben hier immer Schritt für Schritt investiert und modernisiert und uns dem Bedarf der Wirtschaft angepasst", so Schröter. Ein Prinzip, das sich bis heute bewährt habe.

15,5 Millionen Euro seien in den vergangenen 15 Jahren in den Hafenbetrieb investiert worden. Es entstand u.a. ein trimodaler Container-Terminal sowie ein Schwergut-Terminal mit der höchsten stationären Tragkraft in der Elbregion. Komplett modernisiert wurden auf 1 700 Metern die Uferanlagen und das Hafenbecken. Es sei die Reaktivierung des gleisseitigen Anschlusses zum Industriegebiet Aken-Ost erfolgt.

Aber auch Investitionen Dritter wurden auf dem Hafengelände getätigt. Es entstand u.a. eine Mehrzweckhalle und ein Schrottscherenbetrieb. Des weiteren sei die Düngemitteltanklager bahnseitig angeschlossen worden. Heute sind es 50 Unternehmen aus den Bereichen Industrie und Logistik, die den Hafen regional und überregional nutzen, teilt Schröter mit. "Der Standort hat sich auf Grundlage der Entwicklungskonzepte von Land und Stadt zum Güterverkehrsubzentrum entwickelt", so der Geschäftsführer.

Es sei eine erfolgreiche Entwicklung, die sich in den nächsten Jahren fortsetzen werde, weil weitere Unternehmen darauf drängen, Aken für Schiff, Bahn und Lkw zu nutzen, blickt Schröter optimistisch in die Zukunft. Eine Vergrößerung des Areals sei geplant, um für den Schwergutverkehr Montagen und serienmäßige Verpackung zu ermöglichen.

Die Firma Siemens in Erfurt zeige bereits großes Interesse daran, dass der Hafen weitere Flächen zur Verfügung stellt. "All das geschieht nur unter der Voraussetzung", meint Schröter, "dass der Bund planmäßig bis 2010 die Wasserstraße Elbe so ertüchtigt, dass an 345 Tagen eine Mindest-Fahrrinnentiefe von 1,60 Meter gewährleistet wird".

Stolz auf Entwicklung

Das wäre auch der Wunsch von Peter Ziegler. Er gehört seit 1969 zum Hafen-Team. Fing als Verkehrskaufmann beim VEB Binnenhäfen Saale an, war Lade- und Obermeister. Jetzt ist er Prokurist und Betriebsleiter der GmbH. Schon seine Großeltern waren Schiffer und reisten auf dem Strom flussauf und flussab. Stolz sei er darauf, wie sich der Hafenbetrieb entwickelt hat. Ohne seinen Job könne sich Peter Ziegler sein Leben nicht mehr vorstellen. Ohne die Elbe gleich gar nicht. Der Pakt, den die Akener mit den Fluss eingegangen sind, der hält. Hoffentlich noch lange, meinen sie.

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